Als Antwort auf: Re: Alles eine Frage ......Nockenwelle von Werner Labuhn am 30. Juli 2002 20:49:09:
Hallo Werner,
also den Verschleiss der Nockenwelle wuerde ich nicht unterbewerten.
An einem Motor hatte ich einen Ventilschaden mit Tellerabriss.
(Teller sass quer im Ventilsitz)
Die Untersuchung ergab,das bei dem entsprechenden Zylinder eine Anlaufkante
der entsprechenden Nocke abgebrochen war.
Unsere Vermutung war folgende:der Schlepphebel,der ja schmaler ist als die
Nocke,laeuft genau zwischen den Anlaufkanten.Bei der hohen Drehzahl muss
der Schlepphebel auf diese Kante aufgelaufen sein.Die Folge war,das der
Schlepphebel nicht mehr bzw.nicht nur senkrecht auf das Ventil wirkte,
sondern durch den schiefstehenden Schlepphebel auch seitlich ein Druck
auf den Ventilschaft ausgeuebt wurde.Dadurch klemmte das Ventil in der
Ventilfuehrung,blieb sozusagen stehen bzw kam nicht schnell genug zurueck
und der Kolben schlug dann dagegen.
Ein zum teil abgebrochene Nocke ist was anderes als ein leicht eingelaufene Nockenwelle. Bij M21 muß das Ventilspiel von Hand eingestellt werden und sollte man gleich die Nockenwelle prüfen.
In deine Geschichte vermisse ich was:
-Ölverbrauch
-seitlichen Spiel von Ventil in den Ventilschaft
-Verkoksung auslasskanale
-anderes Gerausch von Motor bevor Schaden
Ich vermute das das Ventil abgegluht ist und nicht gegen Kolbe geschlagen ist. Aber mann soll nicht spekulieren, sondern dürch ein richtige Mechaniker prüfen lassen.
Es ist deswegen angebracht,spez.bei hoeherer Laufzeit die Nocken zu beobachten,
weil nach Abtragung/Verschleiss der gehaerteten Schicht der weitere
Verschleiss rasant vonstatten geht.
Sicher! Meistens kommen tiefere Riefen wenn gehärteten Schicht weg ist. Das greift dann auch Gleitsteine von Schlepphebel an. Die NW hat eine rauhere Oberflache.
Ich selbst wuerde,wenn ich die Welle bei erreichen der Verschleissgrenze
(kann man auch messen
)nicht wechseln will,zumindest die Anlaufkanten
wegschleifen!!
Aber bitte nicht mit ein Dremel an Samstagabend. Lass die NW dann in eine Schleiferei aufbearbeiten und nitrieren, wenn Vermessung von NW-lager kein Anlass zum nachdenken gibt und den ZK noch in Ordnung ist. Sonst lass es sein!
An meine NW kann mann mit seine Fingernagel ein minimales Einlaufen spüren, aber es sieht lang nicht so schlimm aus als die Bilder von M40 NW auf e30.de. Auch die NW von mein 524tda Teiletrager mit 310.000 KM sieht relativ gut aus. Motor gestorben an Kopfriß, NW nür leicht eingelaufen, Kurbelwelle in Ordnung.
Der hierdurch entstehende,moegliche Schaden ist jedenfalls hoeher zu
bewerten als ein Riss im Zylinderkopf.
Die Folgeschaden sind bestimmt großer, aber ist das Auto gut gewartet worden?
An einem gut laufenden Motor kaeme ich nie auf die Idee,z.B.auf Verdacht
die Pleuellager oder noch schlimmer,die Kurbelwellenlager zu wechseln.
Weder an dem BMW Diesel mit dem Ventilschaden,Laufzeit bis zum Schaden
immerhin ca.280000 km,noch bei meinem anderen "Oldtimer",einem Audi 200Turbo5
bei einer Laufzeit von ca.260000 km waren an den Pleuellagern irgendwelche
Auffaelligkeiten zu entdecken,selbst die Notlaufschicht war unbeschaedigt
erhalten und es waren auch keine Materialverschiebungen zu sehen.
Soweit ich weiss,bestehen bei beiden Motoren bereits die oberen Lagerschalen
bzw.die Verschleissschicht aus dem hochwertig aufgebrachten Material.
Grosser Denkfehler! Ein ausgeklapperte Motor geht wegen geringere innere Reibung in 99% der Falle sehr gut. Deswegen denken die Besitzer das das Auto sehr gut in Schuß ist, bis es knallt.
Wegen zu erreichenden Laufleistung ist Fahrstill und Wartung von eine so grosse Bedeutung, das es zwischen 20.000 und 550.000 km ohne Überhohlung sein kann. Zu bestimmen von richtige Zeitpunkt wo mann beherscht eingreifen soll ist schwierig, sehr sicher wenn mann die Geschichte von Auto nicht kennt.
Es ist an dich zu glauben was Du willst, es ist dein Auto und dein Geld. Aber erzähle keine halbe Geschichte. Schau mal auf Mobile.de vorbei und staune über was da alles angeboten wird und konkludiere dann selbst... Sollte jeder machen.
tanti saluti,
coen