Als Antwort auf: Danke beiderseits... Weiter Informationen....: von PKW am 14. März 2002 20:53:56:
Das habe ich fälschlich erklärt.. Das Rad lässt sich doch gut drehen, ich habe den Wagen problemlos 5-10 m hin und her geschoben (sowohl kalt als warmgefahren) - und nach einer halbstündigen Probefahrt (hart, viel Bremsen usw.) ist das alles wie gesagt: Es riecht irgendwie gebrennt oder so, doch ist das Rad also nicht blockiert und kann lautlos gedreht werden. Meint ihr immer noch, es ist die Bremse, nicht das Radlager (worauf ich tippte bis ich eure Antworten gelesen habe!) - ???
PKW
Dann nimm doch mal das Rad ab und probier dann mal die Scheibe selbst
zu drehen !!
Mit montiertem Rad hast du natürlich einen guten Hebel und denkst es wäre ok !!
Wenn das Rad ab ist, kannst du außerdem sehen, ob die Staubschutzmanschette noch richtig am Kolben sitzt, oder aus der Nut gezogen wurde.
In diesem Falle Sattel zerlegen, säubern und neuen Dichtsatz verbauen (10-20 EUR). Vom Schrott würde ich die Teile nicht kaufen !!
Unten der Link zum Bremssattel überholen.
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Ein weiterer Punkt sind die Bremsschläuche !! Diese quellen nach innen zu
(von außen nicht sichtbar!!) und der Bremskolben kann nicht zurück --> Bremse schleift!
Hier die Infos dazu:
Warum Stahflex-Bremsschläuche?
Bremsflüssigkeit ist sehr aggressiv gegenüber Lacken, Kunstoffen und Gummi.
Um die Bremsflüssigkeit beim Kfz über bewegliche Stellen zu transportieren (z.B. auf die Hinterachse oder ans Federbein vorne) müssen flexible Leitungen zum Transport gewählt werden.
Hier werden Gummibremsschläuche verwendet, die innen mit einem Gewebe verstärkt sind.
Im Laufe der Zeit werden diese Gummibremsschläuche allerdings von der Bremsflüssigkeit angegriffen, dass Gewebe quillt nach innen zu.
(von außen nicht sichtbar!!!)
Wenn man jetzt das Bremspedal betätigt, schiebt der Kolben im Hauptbremszylinder die Bremsflüssigkeit durch das System in Richtung Bremssattel.
Im Bereich der Gummibremsschläuche muss jetzt erst der zugequollene Gummibremsschlauch gedehnt werden, erst dann wird der Kolben im Bremssattel nach außen geschoben, drückt auf den Bremsbelag---> Bremswirkung.
Im Bremssattel ist ein Vierkantdichtring, der sich beim Herausschieben des Kolbens leicht verdreht dafür zuständig, dass er den Kolben nach loslassen des Bremspedals wieder zurück in den Sattel zieht.
Sind die Bremsschläuche zugequollen (der Querschnitt verengt) ist die Kraft des verdrehten Vierkantdichtringes nicht mehr ausreichend, den Kolben in seine Ruheposition zu ziehen ---> die Bremse hängt / schleift !! (zieht einseitig!)
Ein weiterer Nachteil der Gummibremsschläuche ist, dass sie durch die Umwelteinflüsse altern, porös werden und somit eine Schwachstelle im Bremssystem sind.
Gummibremsschläuche sollten im Motorradbereich nach Herstellerangaben alle 4-6 Jahre gewechselt werden. Im Kfz-Bereich gibt es keine solche Empfehlung.
Allerdings weiß ich von meinem VAG-Händler, dass z.B. beim Polo Typ 6N und Audi 80 / B4 immense Probleme bei den Gummischläuchen bestehen. Dort werden Schläuche nach ca. 2 Jahren gewechselt !
Was bringen Stahlflex-Bremsschläuche ?
Der Stahlflex-Bremsschlauch besteht aus einer Teflon Innenseele.
Teflon (Made by Dupont) wird im Chemiebereich verwendet, um aggressive Flüssigkeiten wie Diesel- und Hydrauliköle und Bremsflüssigkeit zu transportieren.
Die Resistenz des Teflonschlauches liegt bei ca. 30 Jahren !!!
Das ganze ist mit einem V2A Edelstahlgewebe ummantelt. Bei einer gewährleisteten Flexibilität wird ein Ausdehnen des Teflonschlauches verhindert.
Dies hat einen exakten Druckpunkt zur Folge.
Auch bei hoher Belastung (Rennstrecke / Alpenfahrt) wo ein normaler Gummibremsschlauch aufgrund der heißen Bremsflüssigkeit nachgibt und der Pedalweg wandert (Fading) tritt dieser Effekt nicht mehr auf !!
Qualität der Stahlflex-Bremsschläuche:
Hier gibt es einige Merkmale auf die man achten sollte.
Der beste Stahlflex-Bremsschlauch bringt nichts, wenn beim Anschluss (Fitting) minderwertiges Material verwendet wird.
Gelb chromatierte Anschlüsse bei "Billigleitungen" rosten nach 3-4 Jahren genauso wie die Anschlüsse bei den Gummileitungen --> Finger weg !!!
Als Anschluss sollte Edelstahl oder eloxiertes Aluminium verwendet werden.
In beiden Fällen verhindert man Oxidation (z.B. Salz im Winter) oder eine Kontaktkorrosion mit dem Material des Bremssattels.
Extras:
Meine Stahlflex-Bremsschläuche sind nochmals mit einem Schrumpfschlauch ummantelt. Gerade im Kfz-Bereich hat man im Radhaus sehr viel Dreck und Bremsstaub. Dieser könnte sich sonst in das Edelstahlgeflecht setzen und anfangen zu arbeiten.
TÜV:
Die Leitungen im Kfz-Bereich MÜSSEN über ein TÜV-Teilegutachten verfügen.
Es ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil.
Ohne TÜV ---> FINGER WEG !!!
Kleiner Tipp zum Schluss:
Wenn sie auf Stahlflex-Bremsschläuche umrüstet, überholt gleich die Bremssättel.
Eine recht einfache Arbeit und der neue Dichtsatz kostet meist auch nur ca.
10,00. Bei Fragen zum Sattelüberholen einfach mailen, oder auf meiner Homepage unter Tipps schauen...
Dann haben sie ein optimales Bremssystem...
Zusammenfassung:
Stahlflex:
- nahezu unbegrenzt haltbar
- konstanter Druckpunkt
- Mardersicher
- mit TÜV
Fotostory zum Stahlflex Umbau beim M3 E30 finden sie unter Tipps auf meiner Homepage.
Bei Rückfragen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
Alf Dickhaut
www.dickhaut-specials.de
(Bitte beachten:
Dieser Text soll als Hilfestellung dienen. Bitte beachten Sie dass es sich hierbei um ein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt. Für eventuell entstehende Schäden übernehme ich keinerlei Haftung!)
Bremssattel überholen