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Kombiinstument nach Ätzschaden in Stand setzen (Allgemein)

Andy Standplatten, Wednesday, 19.10.2022, 22:00 (vor 105 Tagen)

Hallo Forum,

weil die Tankanzeige (und auch die Verbrauchsanzeige) nicht mehr ging, war für mich der Zeitpunkt gekommen, das Kombiinstrument auszubauen und wieder in Stand zu setzen. Bei der Platine war natürlich die Kalilauge ausgelaufen und war als weiße Kristalle an und nahe der Akkus. Auch ein paar Leiterbahnen und Vias sahen nicht gut aus und einen Widerstand hatte es stark zugesetzt. Ich bin dann wie folgt vorgegangen:

1. Handschuhe an! In Verbindung mit Wasser sind die Kristalle schnell wieder sehr ätzend.
2. Mit Wattestäbchen und WC-Reiniger über die Kristalle und die angefressenen Leiterbahnen drüber.
3. Mit Spiritus den WC Reiniger wieder abspülen.
4. Mit Wattestäbchen eine Probe nehmen und in eine PH-Testlösung eintauchen (meine hatte ich aus der Aquariumabteilung im Baumarkt). War natürlich noch stark basisch. Also alles nochmal.
5. Die Akkus auslöten. Bei mir gab es dann keinen Ersatz, weil ich die eigentliche Service Funktion nicht brauche. Keine Ahnung ob das so ok ist.
6. Nachdem das einigermaßen neutral ist, mit einem 240er Schleifpapierstreifchen, das man in eine Pinzette eingeklemmt, die schwarzen Bahnen alle blank schleifen. Das geht sehr gut und auch sehr lokal.
7. Wieder einen PH-Test machen.
8. Alle Elkos tauschen. Auch beim Tacho und bei der Analogen Uhr.
9. Offensichtlich defekte Bauteile tauschen.
9. Dann die Leitungen, die angefressen sind, durchpiepsen und evtl. mit Lackdraht brücken.
10. Dioden und Transistoren mit dem Diodentester prüfen.
11. Wenn alles wieder gut ist, dann evtl. mit z.B. Kunstharzlack die geschliffenen Stellen wieder passivieren.

Das sollte eigentlich schon reichen.

Eine Frage ans Forum. Bei mir war der Widerstand zwischen dem ITT V3001 und dem 100nF stark angefressen. Ich meine an der Farbcodierung 22kOhm gelesen zu haben. War das richtig?

Die Tankanzeige ging nicht wg. einer kalten Lötstelle. Die VBA der analogen Uhr geht immer noch nicht. Wenn ich das nun offline Testen möchte, was braucht das Kombiinstrument als Input?

Ich vermute mal:
1. Das „Speed Input“ Signal an C2.10. Der „Speedometer Sender“ ist wieder ein Open-Drain-Ausgang, der periodisch das Signal auf Gnd durchschaltet.
2. Das „Fuel Rate Input“ Signal an C1.2. Da habe vermute ich mal, dass das auch wieder ein Rechtecksignal ist, hab‘ aber keine Ahnung welche Periodenlänge und Länge der On-Phase welche Bedeutung haben.
Interessant wäre es dann natürlich, wo die Signale hinlaufen und wo die Kette dann abbricht. Geht die VBA auch ohne SI? Meine SI lebt zwar irgendwie (auf dem Oszi sehe ich Taktsignale) aber vllt. nur noch als Zombi;-)

Gruß,
Andy

Tags:
Platine, Kombiinstrument, SI, SI-Einheit, Akku, PH

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Kombiinstument nach Ätzschaden in Stand setzen

Andreas Schneider, 07366 Rosenthal, Thursday, 20.10.2022, 00:00 (vor 105 Tagen) @ Andy Standplatten

Hallo Andy,

Das sollte eigentlich schon reichen.

auf Grund schlechter Erfahrung: nein. Die Lauge wird vom Epoxyd aufgesaugt
und über lange Zeit wieder abgegeben. Der Effekt: es werden erneut Leiterbahnen angegriffen oder zerstört.
Ein Überlackieren verhindert den Prozess nicht, es ist offensichtlich kein Sauerstoff notwendig.

Eine Frage ans Forum. Bei mir war der Widerstand zwischen dem ITT V3001 und dem 100nF stark angefressen. Ich meine an der Farbcodierung 22kOhm gelesen zu haben. War das richtig?

da musst Du mir ein Bild davon machen, dann kann ich Dir das genau sagen.
Bei einem Hoster das Bild ablegen und hierher verlinken.

Die Tankanzeige ging nicht wg. einer kalten Lötstelle. Die VBA der analogen Uhr geht immer noch nicht. Wenn ich das nun offline Testen möchte, was braucht das Kombiinstrument als Input?

Ich vermute mal:
1. Das „Speed Input“ Signal an C2.10. Der „Speedometer Sender“ ist wieder ein Open-Drain-Ausgang, der periodisch das Signal auf Gnd durchschaltet.
2. Das „Fuel Rate Input“ Signal an C1.2. Da habe vermute ich mal, dass das auch wieder ein Rechtecksignal ist, hab‘ aber keine Ahnung welche Periodenlänge und Länge der On-Phase welche Bedeutung haben.

Deine Vermutung ist korrekt, diese beiden Signale sind notwendig.
Das Tachosignal wird über einen Pull-up von 12V auf Masse geschaltet, das Verbrauchssignal
ist ein 12V PWM Signal, Frequenz unter 200 Hz. Das Puls/Pause Verhältnis wird als
Verbrauchssignal verwendet, nicht die Frequenz.

Interessant wäre es dann natürlich, wo die Signale hinlaufen und wo die Kette dann abbricht.

das ist ein wenig von der Platinenversion abhängig. Es gibt wenigstens 5 verschiedene.

Geht die VBA auch ohne SI?

das sollte sie eigentlich

Meine SI lebt zwar irgendwie (auf dem Oszi sehe ich Taktsignale)

an welchem Chip, welchem Pin?

Ich vermute mal Du hast die 1-Platinenversion mit ITT 1190 und 1194 als Chips?

Gruß
Andi

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Kombiinstument nach Ätzschaden in Stand setzen

Andy Standplatten, Thursday, 20.10.2022, 22:42 (vor 104 Tagen) @ Andreas Schneider

auf Grund schlechter Erfahrung: nein. Die Lauge wird vom Epoxyd aufgesaugt
und über lange Zeit wieder abgegeben. Der Effekt: es werden erneut Leiterbahnen angegriffen oder zerstört.
Ein Überlackieren verhindert den Prozess nicht, es ist offensichtlich kein Sauerstoff notwendig.

Da wirst Du leider wohl recht haben. Wobei ich das recht entspannt sehe. Die Akkus werden vielleicht vor 20 Jahren ausgelaufen sein, und der Schaden ist zwar da, aber jetzt auch nicht übermäßig. Wenn es also wieder 20 Jahre dauert, bis wieder was weggefressen ist, dann ist ja gut. Der Lack hat halt noch den Sinn Feuchtigkeit fernzuhalten.

da musst Du mir ein Bild davon machen, dann kann ich Dir das genau sagen.
Bei einem Hoster das Bild ablegen und hierher verlinken.

Bild habe ich vor meinen Restaurierungsmaßnahmen erstellt:
[image]


Deine Vermutung ist korrekt, diese beiden Signale sind notwendig.
Das Tachosignal wird über einen Pull-up von 12V auf Masse geschaltet, das Verbrauchssignal
ist ein 12V PWM Signal, Frequenz unter 200 Hz. Das Puls/Pause Verhältnis wird als
Verbrauchssignal verwendet, nicht die Frequenz.

Vielen Dank für den Hinweis. Bei welchem Verhältnis soll denn die Anzeigenadel wo sein?

Da fällt mir noch folgende Frage ein. Welche Supply Spannungen werden für die Anzeige benötigt? Nur C1.4?

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Kombiinstument nach Ätzschaden in Stand setzen

Andreas Schneider, 07366 Rosenthal, Friday, 21.10.2022, 09:44 (vor 104 Tagen) @ Andy Standplatten

Da wirst Du leider wohl recht haben. Wobei ich das recht entspannt sehe. Die Akkus werden vielleicht vor 20 Jahren ausgelaufen sein, und der Schaden ist zwar da, aber jetzt auch nicht übermäßig. Wenn es also wieder 20 Jahre dauert, bis wieder was weggefressen ist, dann ist ja gut. Der Lack hat halt noch den Sinn Feuchtigkeit fernzuhalten.

klar, nur hast Du keinen Einfluss darauf, wann welche der Leiterbahnen hopps geht
Bei dem Bild: auch oberhalb der Lampenfassung und den Leitungen die unter dem Chip durchgehen,
kann das der Fall sein. Meiner Meinung nach hast Du hier eine der dunkelgrünen Platinen
die regelmäßig und wiederkehrend mit den Durchkontaktierungen Stress machen.
Die würde ich weder reparieren noch überholen, sondern gegen eine der letzten 87er austauschen.


Bild habe ich vor meinen Restaurierungsmaßnahmen erstellt:
[image]

auf meinen letzten Platinen war das ist immer ein 22k

Bei welchem Verhältnis soll denn die Anzeigenadel wo sein?

das wird vom Chip 1194 berechnet, sowohl aus dem Puls/Pause-Verhältnis als auch aus dem Geschwindigkeitssignal. Auch der Codierstecker bewirkt einen bestimmten Teilungs/Verhältnisfaktor.
Da es von VDO oder Motometer (BMW brauchst Du nicht wirklich danach fragen) nie Schaltpläne der Platinen gab, wird auch die Formel zur Berechnung ein Geheimnis bleiben.
Wenn Du das rausfindest: da hätte ich auch Interesse dran!

Da fällt mir noch folgende Frage ein. Welche Supply Spannungen werden für die Anzeige benötigt? Nur C1.4?

C1.4 sagt mir jetzt als Bezeichnung nix.
Die beiden Chips für DZM (ITT3001) und Verbrauch (ITT3004) brauchen ca 8,5 Volt.
Oberhalb vom 3001 ist eine Durchkontaktierung, dort muss die Spannung anliegen.

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