Bilder der Oldtimerdemo vom 15.04.07 aus Dortmund (viel Text) (Allgemein)
Hallo an alle Teilnehmer und Nichtteilnehmer,
am letzten Sonntag protestierten friedlich in Dortmund (NRW) zahlreiche Old- und Youngtimerbesitzer mit ihren automobilen Schätzen gegen das drohende Fahrverbot in den Großstädten Deutschlands und speziell im Ruhrgebiet gegen die neue Umweltzone, die sich flächendeckend von Dortmund bis Duisburg über etliche Quadratkilometer erstrecken wird. Aufgrund von den Diskussionen rund um den Feinstaub und dem CO2 Ausstoß älterer Fahrzeuge ohne Katalysator ist die gesamte Thematik zwischen Wahrheit und Unwahrheit zwischen Politikern und allen Oldtimerfreunden stark hochgekocht worden.
Ohne mich in diese Thematik schriftlich einzumischen - das würde Seiten von Text füllen - möchte ich die einzig wichtige Aussage treffen, dass es garantiert KEINEN Sinn macht, eine automobile Minderheit die ihre Fahrzeuge nur wenige tausend Kilometer im Jahr bei bestem Wetter bewegt dafür zu bestrafen. Deutschland lebt weder unter einer Käseglocke noch fallen diese Fahrzeuge prozentual gesehen in irgendein Schemata zur Schädigung unserer Umwelt. Das Säubern von Industrieanlagen mit Einsatz moderner Filtertechnik und das Dämmen von alten Häusern macht wirtschaftlich und umwelttechnisch nachweislich deutlich mehr Sinn, da es prozentual gesehen deutlich mehr hilft und kostenmäßig günstiger und langfristig für die Umwelt besser ist.
Was modernste Fahrzeuge unter Volllastfahrten verbrauchen hat eine große deutsche Autozeitung mehrmals eindrucksvoll abgedruckt. Spitzenreiter war ein Porsche Cayenne S Turbo, der sage und schreibe 66 Liter auf 100 Kilometer verbraucht hat. Vom jeweiligen CO2 Ausstoß war noch nicht einmal die Rede, denn bei solchen Verbrauchszahlen kann man nur den Kopf schütteln. Oldtimer werden zaghaft und liebevoll bewegt, so dass Blechkleid und Maschine vor allem geschützt werden. Das schließt Volllastfahrten aus.
Automobiles Kulturgut, egal wie alt, darf im Erfinderland des Autos weder ausgeschlossen noch bestraft werden. So kam es auch an dem letzten Wochenende dazu, dass in etlichen Regionen und Bundesländern zahlreiche Demos zur Rettung und Unterstützung des automobilen Kulturgutes stattgefunden haben. Was alle erfreute war die Einigkeit und der Zusammenschluss aller Liebhaber alter Autos, denn hier war vom Käfer bis zum Cadillac alles vertreten. Ein großes buntes Feld mit Fahrzeugen aus den letzten 90 Jahren mit Schwerpunkt auf den 60er und 70er Jahren konnte man beobachten.
Die anfängliche Professionalität ließ viel Gutes erahnen und erhoffen. In Dortmund Applerbeck / Sölde (Anfahrt über die B1) trafen sich auf einem riesigen Parkplatz diverser Supermärkte und sonstigen Großketten etwa 300 bis 400 Fahrzeuge. Mit einem Autokorso ging es ab der Dortmunder Innenstadtgrenze von dort aus über den Wall zur Hansastraße auf den Friedens- sowie Hansaplatz. Was anfänglich sehr professionell ausschaute und wirkte , endete in Dortmund nach dem Eintreffen der Fahrzeuge mit wenigen Sätzen zu dem "Warum" und "Wieso" der Veranstaltung. Ich weiß, Kritik üben ist einfach, aber in diesem Fall irgendwo berechtigt, so gab es weder ein Transparent oder ein Banner, wo irgendetwas zur Demo drauf stand, an dem sich die Fußgänger und halbangetrunkenen Borussenfans richten konnten (Dortmund ist ja eine Fußballstadt und an dem Wochenende war ein Spiel).
So hörte ich von vielen Besuchern der Dortmunder Innenstadt im Vorbeigehen, welch schönes Oldtimertreffen hier doch sei. Und genau das war es ja nicht, zumal hier die Rettung des technischen Kulturgutes propagiert wurde bzw. auch darauf aufmerksam gemacht wurde, dass die künftigen Fahrverbote für Old- und Youngtimer in den Innenstädten aufgrund von überhöhten CO2-Werten überdacht werden sollen. Die Themen und Thesen sind ja bekannt. Ausnahmegenehmigungen müssen her. Und letzteres geriet irgendwie zu sehr in den Hintergrund... . Dennoch konnte man seine Unterschrift zum Protest leisten, dieses habe ich auch umgehend getan.
Dem Björn möchte ich noch mal danken, dass er mir kurzfristig Bescheid gegeben hat, mit ihm habe ich mich in Dortmund getroffen.
Anbei die Bilder der Protestfahrer und Fahrzeuge.
Gruss, Thomas