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Nico Hoffmann - Abhandlung zur Blechbeschichtung / Teil 2 (Allgemein)

erwin, Sunday, 11.05.2003, 21:36 (vor 8541 Tagen)

Hallo Nico,

entschuldige meine späte Antwort. Ich war ein paar Tage off.

Ich dachte bisher, die Phosphatierung sei vor allem eine chemische
Oberflächenbehandlung. Dass sie sehr gut haftet, ist mir auch schon
aufgefallen.
Was ist denn dann mit den ganzen Theorien um die phosphorsäurehaltigen
Mittelchen, die auf (angerostetem) Blech Eisenphosphat erzeugen sollen?

Die letzten Wochen habe ich mich auf dem Markt der Korrosionschutzchemie, was übrigens eine ganz andere Branche als der industrielle Bereich ist und in dem ganz andere Produkte angewandt werde, da die industriellen Produkte im Reparaturbereich nicht (nur sehr begrenzt) anwendbar sind.

Auf diesem Markt geht es für meine Begriffe zu wie auf einem Jahrmarkt, mit Gauklern und Wunderheilern. Es ist, mit dem entsprechenden elektrochemischen Hintergrundwissen, haarsträubend was da alles angeboten, auf Dosen geschrieben steht und einem als Allheilmittel unter die Nase gehalten wird. Besonders wenn das Herkunftsland USA auf der Verpackung steht ist höchste Skepsis geboten. Man kennt ja die amerikanische Neigung, sämmtliche Schwachsinn aus der Fersehwerbung zu kaufen, nur weil es schön angeprisen wird. Coca-Cola war je ürsprünglich auch ein Jahrmarksts-Wunderheilmittel !!

Phosphorsäurehaltige Mittel, die eine Eisenphosphatschicht auf dem Rost erzeugen sind ebenso gut wie ein Pflaster auf einer Rostnarbe. Wenn Du die Säure verwenden willst, dann eine mit Inhibitor und zu dem Zweck den Rost chemisch vollständig zu lösen und das Porentief. Dann wird durch einen elektrochemischen Prozess die Oberfläche phosphatiert. Und hier gibt es bei den Produkten wieder gewaltige Unterschiede, manche können zwar bedingt entrosten, mit der anschliessenden Phosphatschicht ist es dann aber nicht weit her. Nachdem man ich die Oberfläche einem cremeartigen Produktes zu Neutralisation mit Wasser abgewaschen hatte, war das Blech schon wieder verrostet....ab in die Tonne mit dem Zeug. Ich habe eine Säure mit Inhibitor, die löst den Rost porentief aus und phosphatiert die Oberfläche mit einer sicher eine Woche resistenten Schicht.

Wenn man nach der Behandlung den Wagen mit Wasser (Hochdruckreinigen) abwäscht, und die Säure aus ritzen und Spalten auszutreiben, anschliessend mit einem Gemisch aus 30 - 50 % Spiritus und dem Rest an Wasser nachspült und an unsensiblen Stellen reinen Spiritus anwendet, der das Wasser aus den Fugen austreibt, dann kann man anschliessend beschichten.

Und nun die Frage....mit WAS ??????

Ich habe mal BOB getestet...."Spoppt den Rost dauerhaft". Die Flüssigkeit habe auf frischgestrahltes Blech aufgetragen, 2 Tage gewartet und dann mal mit der Drahtbürste drüber gewischt. Im Nu war nichts mehr davon zu sehen.....ab in die Tonne mit BOB.


Nun habe ich POR 15 in der Hand...Herkunftsland USA...siehe oben!
Por 15..Rostverhütungslack....klingt schon atemberaubend......Direkt über den Rost streichen....klingt wie aus der Fersehwerbung....Versiegelt Rost für immer ?? Soll ich die Dose eingentlich noch aufmachen und einen Test durchführen oder sie gleich an die Wand werfen ??

Da sagst du was. Leider bleibt einem manchmal nichts anderes übrig als
bis aufs Blech durchzuschleifen.
Was wär' denn deiner Meinung nach die beste Methode, um Roststellen zu
beseitigen?

Wenn möglich die chemische oder vorher Sandstrahlen um die dicke rostschicht zu entfernen und dann die Chemie hinterher. da es sehr lange dauern kann, bis die Chemie die Rostschicht gelöst hat. In einem bewegten Bad wäre das in ein paar Stunden erledigt, aber mit Watte am Blech, die man öfter wenden muss um reaktionsfähige Säure am Blech zu halten dauert es eben. So mach ich es...strahlen..dann Watte an die Stelle, mit der Kanüle die Säure in die watte, die sich dann wie Kaugummie formen und ankleben läßt (Chemiehandschuhe verwenden, meine Säure brennt höllisch an den Fingernägeln).

Warum meinst Du, daß ich an meinem 6er die Schweisserei selbst an den banalen
Bodendeckeln meide wie der Teufel das Weihwasser. Das wirst Du als Bayer doch
sicher nachvollziehen können :-).

Auch das läßt sich irgendwann nicht mehr vermeiden.
Wie ist das eigentlich mit den geschweißten Stellen?
Da ist doch die Struktur des Eisenblechs durch das lokale Aufschmelzen
gestört. Zudem treten wegen der Hitze ja immer Spannungen auf.
Macht das nicht auch einen Effekt?

Es spielen beim Schweissen mehrere Faktoren eine korrosionsbegünstigende Rolle.

a) beim Schweissen dringt meist Sauerstoff in die Schweissstelle, der die interkristalline Reaktion (Anode-Kathode) bei Einwirken von Feuchtigkeit oder Nässe in Gang setzt.
b) Das elektrochemische Potential der Schweissstellen wird im Vergleich zu dem umliegenden Blech angehoben (veredelt). Da aber alle Stoffe in der Natur dem niedrigstem Potentialzustand entgegen streben und der niedrigste Potenialzustand von Eisen nun mal Rost ist, will das wieder dahin. Du willst ihm das aber nicht erlauben. Da gibt es zwischen Dir und Deiner Karosse einen Interessenskonflikt den Du langfristig verlieren wirst. Sowohl Deine Karosse als auch Du wirst irgenwann zu dem zerfallen, aus dem es besteht !

Eine Erklärung was der Potentialzustand ist!!

Du nimmst eine Hammer und legst ihn auf dem Boden. Was passiert? Nichts!!
Der Hammer hat seinen im Moment niedrigsten Potentialzustand erreicht.
Jetzt hebst Du den Hammen einem Meter hoch, Damit erhöst Du seinem Potentiualzustand. Nun hällst Du ihn über deinen Fuß....und lässt ihn los. Was passiert....Du schreist :-). Nein....der Hammer hat nur seinen ürsprünglichen Potentialzustand angenommen. Nun hebst Du den Hamme auf 2 Meter Hoch...über den Fuss halte und loßlassen. Was pssiert...Du schreist lauter. Der Hammer nicht anderes getan als seinen ursprüngliche Potentialzustand wieder einzunehem. Durch dein Anheben hast du Ihn "veredelt". Und je höher du ihn veredelst (Eisen schmelzen, dann schmieden, dann in Coils walzen, biegen und schweissen ist alles eine Potentialanhebung) desto mehr schreist Du, bzw. desto höher ist der Korrosionsdruck des Bleches.

Jein. Die ersten VW Golf kamen Mitte der 70er auf den Markt und hatten
eine anerkannt schlechte Rostvorsorge. BMW war zu E28-Zeiten nicht schlecht,
aber dem selbstgestellten Anspruch, Nummer eins zu sein, wurde BMW nicht
ganz gerecht.


Das hing mit der vollständigen Verwendung der Coilblech zusammen. Vorher wurde nach dem Glühen im Ofen der äussere Bereich, ca. 250 mm wieder abgeschnitten und eingeschmolzen, weil darin die Verunreinigungen konzentriert sind. Durch wirtschaftiche Sparmaßnahmen wurde damal die Coils für die Blechteile komplett verwendet und die Blechteile die aus den Randbereiche gefetigt wurden rosten hervorragen, besonders zu erkennen an der Lochfrasskorossion.
Da steht noch eine Alfa GTV 2.5, 6 Zyl. in bei mir rum.

Aber was mache ich jetzt auf mein schön gestrhltes und mit Phosphorsäure und Watte optimal vorbereitetes Blech drauf ???
Wenn ich jetzt nämlich irgend eine Mist draufpappe, dann war die ganze Schufterei umsonst!

Ich habe noch ein Gebinde Zinkchromat (grüngelb) aufgetrieben. Setze ich da am besten ein??


Schöne Grüsse,

Erwin


Re: Nico Hoffmann - Abhandlung zur Blechbeschichtung / Teil 2

Nico Hoffmann, Sunday, 11.05.2003, 22:56 (vor 8541 Tagen) @ erwin


Als Antwort auf: Nico Hoffmann - Abhandlung zur Blechbeschichtung / Teil 2 von erwin am 11. Mai 2003 21:36:16:

Hallo Nico,
entschuldige meine späte Antwort. Ich war ein paar Tage off.

Ich glaube, zur Strafe frage ich dir jetzt ein paar Löcher
in den Bauch :-)

Ich dachte bisher, die Phosphatierung sei vor allem eine chemische
Oberflächenbehandlung. Dass sie sehr gut haftet, ist mir auch schon
aufgefallen.
Was ist denn dann mit den ganzen Theorien um die phosphorsäurehaltigen
Mittelchen, die auf (angerostetem) Blech Eisenphosphat erzeugen sollen?

Die letzten Wochen habe ich mich auf dem Markt der Korrosionschutzchemie, was
übrigens eine ganz andere Branche als der industrielle Bereich ist und in dem
ganz andere Produkte angewandt werde, da die industriellen Produkte im
Reparaturbereich nicht (nur sehr begrenzt) anwendbar sind.

Nun, wegen einem zugeschweißten Loch im Schweller kann man schlecht
die Karosserie in ein Phosphorbad tauchen, meinst du sowas?

Auf diesem Markt geht es für meine Begriffe zu wie auf einem Jahrmarkt, mit
Gauklern und Wunderheilern. Es ist, mit dem entsprechenden elektrochemischen
Hintergrundwissen, haarsträubend was da alles angeboten, auf Dosen geschrieben
steht und einem als Allheilmittel unter die Nase gehalten wird. Besonders wenn
das Herkunftsland USA auf der Verpackung steht ist höchste Skepsis geboten. Man
kennt ja die amerikanische Neigung, sämmtliche Schwachsinn aus der
Fersehwerbung zu kaufen, nur weil es schön angeprisen wird. Coca-Cola war je
ürsprünglich auch ein Jahrmarksts-Wunderheilmittel !!

...und soll übrigens ganz gut entrosten, nebenbei gesagt. Ist ja
auch Säure drin.
Ansonsten habe ich ähnliche Erfahrungen mit den Wundermittelchen
gemacht, auch wenn bisher keine amerikanischen Fabrikate darunter
waren. Einige helfen gar nicht (man könnte genauso Butter oder
Marmelade draufschmieren), einige andere helfen bedingt, aber so
richtig gut brauchbar war bisher keins.

Phosphorsäurehaltige Mittel, die eine Eisenphosphatschicht auf dem Rost
erzeugen sind ebenso gut wie ein Pflaster auf einer Rostnarbe. Wenn Du die
Säure verwenden willst, dann eine mit Inhibitor und zu dem Zweck den Rost
chemisch vollständig zu lösen und das Porentief. Dann wird durch einen
elektrochemischen Prozess die Oberfläche phosphatiert.

Was ist denn ein Inhibitor?

Und hier gibt es bei den
Produkten wieder gewaltige Unterschiede, manche können zwar bedingt entrosten,
mit der anschliessenden Phosphatschicht ist es dann aber nicht weit her.
Nachdem man ich die Oberfläche einem cremeartigen Produktes zu Neutralisation
mit Wasser abgewaschen hatte, war das Blech schon wieder verrostet....ab in die
Tonne mit dem Zeug. Ich habe eine Säure mit Inhibitor, die löst den Rost
porentief aus und phosphatiert die Oberfläche mit einer sicher eine Woche
resistenten Schicht.

Was ist das für ein Mittel? Kann man die kaufen oder ist das ein
Eigengebräu?

Wenn man nach der Behandlung den Wagen mit Wasser (Hochdruckreinigen) abwäscht,
und die Säure aus ritzen und Spalten auszutreiben, anschliessend mit einem
Gemisch aus 30 - 50 % Spiritus und dem Rest an Wasser nachspült und an
unsensiblen Stellen reinen Spiritus anwendet, der das Wasser aus den Fugen
austreibt, dann kann man anschliessend beschichten.

Das Problem sind Säuerereste, die man nicht miteinlackieren/grundieren
sollte.
Dann läßt sich das Säureverfahren aber auch nur auf einigermaßen
zugänglichen Stellen anwenden. Wenn ich einen Hohlraum mit Säure feucht
mache, kriege ich ja die Rückstände nie wieder raus (d.h. ich schneide
sie ein oder zwei Jahre später mitsamt den Blechresten um den Hohlraum
herum vom Fahrzeug ab...)

Ich habe mal BOB getestet...."Spoppt den Rost dauerhaft". Die Flüssigkeit habe
auf frischgestrahltes Blech aufgetragen, 2 Tage gewartet und dann mal mit der
Drahtbürste drüber gewischt. Im Nu war nichts mehr davon zu sehen.....ab in die
Tonne mit BOB.

Zur Ehrenrettung von BOB sei gesagt, dass es immer noch besser hält
als die übliche Rostschutzgrundierung. Und deutlich besser als
Zinkstaubfarbe, die man praktisch mit den Fingernagel wieder wegkratzen
kann. Wenigstens ist BOB ziemlich dünnflüssig und geht so halbwegs
gut un die Ritzen und Spalte.

Aber richtig toll ist BOB nicht. Ich habe vor zwei Jahren Reparaturstellen
am Schweller damit grundiert und dann etwas Spachtel drüber gezogen.
Der Spachtel fällt jetzt mitsamt dem BOB wieder herunter. Möglicherweise
ist das ganze auch aufgrund von Verwindungen des Wagens abgeplatzt,
wasserdichte Beweise gegen BOB habe ich nicht. An anderen Stellen hält es
bisher.


Die Sache mit der Haftung geht nach meinen Erfahrungen Hand in Hand mit
Vibrationen/Verwindungen des Blechs. Wo alles recht steif ist und sich das
Blech nicht bewegt, hat es eine Farbschicht viel leichter als an einer
Stelle, wo das Blech "arbeiten" kann.
Relativ gute Erfahrungen habe ich im Unterbodenbereich mit Flüssigkunststoff
gemacht, der eigentlich zum Versiegeln von Betonböden gedacht ist. Das
Zeug wird sehr hart und ist mechanisch ziemlich stabil. Hält aber nur da,
wo sich das Blech wirklich nicht rühren kann (unten an der A-Säule z.B.).

Nun habe ich POR 15 in der Hand...Herkunftsland USA...siehe oben!
Por 15..Rostverhütungslack....klingt schon atemberaubend......Direkt über den
Rost streichen....klingt wie aus der Fersehwerbung....Versiegelt Rost für immer
?? Soll ich die Dose eingentlich noch aufmachen und einen Test durchführen oder
sie gleich an die Wand werfen ??

Hm.

Da sagst du was. Leider bleibt einem manchmal nichts anderes übrig als
bis aufs Blech durchzuschleifen.
Was wär' denn deiner Meinung nach die beste Methode, um Roststellen zu
beseitigen?

Wenn möglich die chemische oder vorher Sandstrahlen um die dicke rostschicht zu
entfernen und dann die Chemie hinterher. da es sehr lange dauern kann, bis die
Chemie die Rostschicht gelöst hat. In einem bewegten Bad wäre das in ein paar
Stunden erledigt, aber mit Watte am Blech, die man öfter wenden muss um
reaktionsfähige Säure am Blech zu halten dauert es eben. So mach ich
es...strahlen..dann Watte an die Stelle, mit der Kanüle die Säure in die watte,
die sich dann wie Kaugummie formen und ankleben läßt (Chemiehandschuhe
verwenden, meine Säure brennt höllisch an den Fingernägeln).

Wie oft wendest du die Watte? Wie geht das mit der Kanüle genau?

Es spielen beim Schweissen mehrere Faktoren eine korrosionsbegünstigende Rolle.
a) beim Schweissen dringt meist Sauerstoff in die Schweissstelle, der die
interkristalline Reaktion (Anode-Kathode) bei Einwirken von Feuchtigkeit oder
Nässe in Gang setzt.
b) Das elektrochemische Potential der Schweissstellen wird im Vergleich zu dem
umliegenden Blech angehoben (veredelt). Da aber alle Stoffe in der Natur dem
niedrigstem Potentialzustand entgegen streben und der niedrigste
Potenialzustand von Eisen nun mal Rost ist, will das wieder dahin. Du willst
ihm das aber nicht erlauben. Da gibt es zwischen Dir und Deiner Karosse einen
Interessenskonflikt den Du langfristig verlieren wirst. Sowohl Deine Karosse
als auch Du wirst irgenwann zu dem zerfallen, aus dem es besteht !


Was hältst du eigentlich von Schweißprimern?
ich hab' mit den Zueg recht gute Erfahrungen gemacht (ausser, dass die
Schweißpunkte nicht mehr so gleichmäßig geraten).

Teile, die ich ohne Schweißprimer drangebraten habe, sind längst wieder
vom Auto weggerostet, buchstäblich. Seit ich Schweißprimer verwende, halten
die Schweißstellen deutlich besser ('perfekt' möchte ich aber nicht sagen).

Das hing mit der vollständigen Verwendung der Coilblech zusammen. Vorher wurde
nach dem Glühen im Ofen der äussere Bereich, ca. 250 mm wieder abgeschnitten
und eingeschmolzen, weil darin die Verunreinigungen konzentriert sind. Durch
wirtschaftiche Sparmaßnahmen wurde damal die Coils für die Blechteile komplett
verwendet und die Blechteile die aus den Randbereiche gefetigt wurden rosten
hervorragen, besonders zu erkennen an der Lochfrasskorossion.

Sowas hatte ich aussen an den Türen der Fahrerseite. Eines Tages wölbte
sich der Lack mitten auf der glatten Türhaut und es war Rost drunter. Der
kam nicht von innen!

Aber was mache ich jetzt auf mein schön gestrhltes und mit Phosphorsäure und
Watte optimal vorbereitetes Blech drauf ???
Wenn ich jetzt nämlich irgend eine Mist draufpappe, dann war die ganze
Schufterei umsonst!
Ich habe noch ein Gebinde Zinkchromat (grüngelb) aufgetrieben. Setze ich da am
besten ein??

Schwere Frage. Hier nebenan in Wiesbaden gibt es einen Laden, der Bleimennige
nach Bundesbahnvorschrift herstellt. Die werde ich wohl als nächstes
ausprobieren. Es ist eine Kunstharz-Bleimennige.


Eine Frage noch. Was hältst du von den Fett-Mittelchen (auf Lanolin(?)-Basis)
zur Hohlraumkonservierung, die derzeit in aller Munde sind?
Bisher habe ich soviel positives davon gehört, dass mir die Sache fast
schon wieder suspekt ist. Sind die wirklich so gut?

N.

Re: Nico Hoffmann

525Rainer, Sunday, 11.05.2003, 23:33 (vor 8541 Tagen) @ Nico Hoffmann


Als Antwort auf: Re: Nico Hoffmann - Abhandlung zur Blechbeschichtung / Teil 2 von Nico Hoffmann am 11. Mai 2003 22:56:01:

Relativ gute Erfahrungen habe ich im Unterbodenbereich mit Flüssigkunststoff

gemacht, der eigentlich zum Versiegeln von Betonböden gedacht ist. Das
Zeug wird sehr hart und ist mechanisch ziemlich stabil. Hält aber nur da,
wo sich das Blech wirklich nicht rühren kann (unten an der A-Säule z.B.).

Mit bauchemie kenn ich mich aus. wenn du mal was probieren willst: von chemisch resistenten druckwasserdichten rissüberbrückenden alternativen abdichtungen zum streichen oder spachteln im industriellen berreichen bis flüssigen dichtfolien die genau so riechen wie karosseriedichtmasse. noch ne möglichkeit wären dichtschliessende metallgrundierungen auf 2k epoxitharzbasis. damit kannst du dein fahrzeug einstreichen, absanden und dann mit nem 2k flexkleber knopfmosaik draufkleben. wenn du glasmosaik nimmst und ne wasserdichte epoxitharzfuge, dann hast du den besten unterbodenschutz der welt. :-)

aber spass beiseite. ne rissüberbrückende alternative abdichtung wär nen versuch wert. das zeug wird vor dem fliesenbelag aufgetragen und ist dazu da um balkone vor eindringendem wasser zu schützen.

grüsse rainer


Jetzt werde ich sauer... das reicht... schluss!!! Das bedeutet KRIEG!!!

Teilegott, Tuesday, 13.05.2003, 12:15 (vor 8539 Tagen) @ erwin


Als Antwort auf: Nico Hoffmann - Abhandlung zur Blechbeschichtung / Teil 2 von erwin am 11. Mai 2003 21:36:16:

<center>http://www.pimpampel.lu/rost.jpg</center>


Ich zitiere mal: Du nimmst eine Hammer und legst ihn auf dem Boden. Was passiert? Nichts!!
Der Hammer hat seinen im Moment niedrigsten Potentialzustand erreicht.
Jetzt hebst Du den Hammen einem Meter hoch, Damit erhöst Du seinem Potentiualzustand. Nun hällst Du ihn über deinen Fuß....und lässt ihn los. Was passiert....Du schreist :-). Nein....der Hammer hat nur seinen ürsprünglichen Potentialzustand angenommen. Nun hebst Du den Hamme auf 2 Meter Hoch...über den Fuss halte und loßlassen. Was pssiert...Du schreist lauter. Der Hammer nicht anderes getan als seinen ursprüngliche Potentialzustand wieder einzunehem. Durch dein Anheben hast du Ihn "veredelt". Und je höher du ihn veredelst (Eisen schmelzen, dann schmieden, dann in Coils walzen, biegen und schweissen ist alles eine Potentialanhebung) desto mehr schreist Du, bzw. desto höher ist der Korrosionsdruck des Bleches.

Soll das etwa heissen, das ein hohes Auto edler ist als ein tiefergelegtes?

*scherrrz*

Trotzdem eine sehr ausfühliche Abhandlung zu dem Thema. Das ist es, was ich an diesem Forum so schätze... Leute, die wissen, wovon sie reden. Mir sei der kleine Scherz verziehen... ich kann solche Gedanken manchmal einfach nicht für mich behalten... alter Pausenclown-Fetisch...

Gruss...Marco, der auch bald den Rost bekämpft...


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