Als Antwort auf: Sorry, nochmal wegen Radlager hinten... von Markus am 15. Mai 2007 21:02:08:
Hallo,
erstmal danke an ulli für seine antwort, aber irgendwie will ich mich nicht morgen an mein auto setzen und nach ner stunde merken, dass ichs nicht hinkriege, weil irgendwas nicht klappt...
hm, ich frag einfach nochmal: ist es schwer, das radlager hinten selbst zu wechseln? ich habe so was noch nie gemacht, wie macht man sowas? radlager liegt schon im gefrierfach und ne heißluftpistole hab ich auch zur verfügung, aber ich will beim hämmern auch nix kaputt machen.... mit hammer ans auto ist eh immer so eine sache find ich, ich probiers lieber irgendwie anders und sanfter, bevor ich gewalttätig werde...
danke und gruß
markus
Hallo,
also du mußt halt erstmal, nachdem du die Bremsen und die Antriebswelle ausgebaut hast, das Sicherungsblech von der großen Mutter (kommt zum Vorschein wenn du die Antriebswelle abnimmst) entfernen, und diese abschrauben. Das ist eine Schlüsselweite, die im normalen Werkzeugkasten nicht drin ist, glaube es war 36, oder so. Wenn die Mutter ab ist kannst du den Achszapfen rauskloppen, wenn du dir Mühe gibst bleibt das Gewinde dabei heil. Wenn der Achszapfen raus ist mußt du den Seegerring vom Radlager entfernen, das geht auch mit `ner Spitzzange falls man keine Seegerringzange hat. Danach geht`s wieder unter das Auto zum Radlager rauskloppen, als Schlagstück bietet sich ein Rohrstück an, das einerseits durch die Nabe und andererseits auf das Radlager passt. Das Radlager geht etwas schwerer rauszukloppen als der Zapfen, also kräftig draufhauen, dann kommt es... Wenn das Lager draußen ist kannst du einmal mit Schleifpapier durch die Nabe gehen. Zum Einsetzen des neuen Lagers nimmst du als Schlagstück das alte Lager. Die Nabe mit dem Fön schön heiß machen , dann das neue Lager aus dem Eisfach nehmen und schnell reinkloppen. Wichtiger als es schnell zu machen ist natürlich es gerade einzusetzen, also besonders bei den ersten Schlägen immer prüfen (von der Seite gucken) ob es gerade sitzt und ggf. mit ein-zwei Schlägen auf die entsprechende Stelle korrigieren - wenn es erstmal ein Stück weit drin ist geht es zunehmend besser. Und wenn man das ganze schnell genug hin kriegt hat man halt noch den Vorteil des großen Temperaturunterschiedes zwischen Nabe und Lager, was die Arbeit deutlich erleichtert - wenn nicht auch egal, dann gibt`s halt ein paar Schläge mehr und fertig. Wichtig ist das nur auf die äußere Lagerschale geschlagen wird und nicht auf die innere, also immer schön das alte Lager (mit entfernter innerer Lagerschale) als Schlagstück benutzen. Jetzt den Seegerring wieder einsetzen. Nun kann der Achszapfen wieder eingesetzt werden. Um dabei das Lager nicht zu sehr zu strapazieren (innere Lagerschalen) hält am Besten ein zweiter Mann von hinten ein passendes Rohrstück und einen Vorschlaghammer gegen die innere Lagerschale während du den Achszapfen vorsichtig ins Lager treibst (Hammer nicht zu groß, lieber ein paar Schläge mehr). Wenn das Gewinde weit genug rausguckt um die Mutter anzusetzten kannst du den Achszapfen das letzte Stück mit der Mutter einziehen.
Ich habe den Achszapfen übrigens einfach so reingekloppt ohne gegenzuhalten, und mein Lager hält auch - soll man aber so nicht machen.
Also wirklich schwierig ist das nicht, man braucht nur ein paar Utensilien, wie die große Nuß für die Mutter und das ein oder andere geeignete Schlagstück - und der Wagen muß natürlich sicher aufgebockt sein.
Ich kann mir aber nicht vorstellen wie du das ohne Hammer schaffen willst - wenn man das mit `ner Presse macht braucht man schließlich schon ein paar Tonnen Druck, das kann man nicht mal eben mit `ner Gewindestange oder sowas machen, aber mit `nem Hammer (1 bis 1,5Kg) funktioniert das ganz gut. Ich habe mir zwar mitlerweile eine Werkstattpresse zugelegt, aber mehr so wegen der Nachbarn weil die nicht so auf Hämmern stehen...
Gruß
Ulli
P.S.: Wenn beim rauskloppen des Achszapfen die innere Lagerschale auf dem Zapfen bleibt (passiert häufig), dann mußt du die vorsichtig aufsägen/flexen (soweit es geht ohne den Zapfen anzuschneiden) und dann mit Hammer und Meißel beigehen...
Die große Mutter wird glaube ich mit 250NM angezogen - das ist erreicht wenn der linke Nerv auf den rechten Muskel drückt <img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/zwinker.gif alt=zwinker>