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Da kannst Du Dich noch lange gegen den Trend stemmen, es nützt Dir doch nichts.. (Allgemein)

Diesel, Friday, 20.07.2007, 11:23 (vor 7027 Tagen) @ Peter Pratter


Als Antwort auf: Re: Eines werde ich nie verstehen...... von Peter Pratter am 20. Juli 2007 10:22:27:

wieso immer jeder denkt, dass man - im Vergleich zum Normalpreis - für billiges Geld die gleiche hochwertige Ware bekommt. Da ja auch der "Billiganbieter" Geld verdienen will, muss er eben auch dementsprechend "billigere" Ware anbieten.

Grüsse von einem der selbst ein Geschäft hat und fast jeden Tag solche - dann jammernden - Kunden sieht.

P.S. Sieht so aus, als wäre der Geiz doch nicht so Geil.

Ist doch alles Unfug, Geiz geil oder ungeil, hin oder her! Der "Billiganbieter" den wir alle suchen spart an der Händlerkette und an den Vertriebskosten. So ist es bei vielen Artikeln ganz problemlos möglich gewaltig zu sparen. 30 bis 50% Preisersparnis gegenüber dem üblichen Vertriebsweg sind so schon möglich. Wohlgemerkt: Bei den selben Artikeln! Besonders krass wird es dann, wenn es sich um Artikel handelt, bei welchen die Handelsspanne künstlich hoch gehalten wird. Dann liegt das Einsparpotenzial noch höher. Das dies für die restlichen Händler ruinös ist, liegt auf der Hand. Aber mal ehrlich: Interessiert mich das? Sowas nennt sich gemeinhin freie Marktwirtschaft.

Jetzt muß man sich natürlich fragen, ob man den Service mitbezahlen möchte oder nicht (soweit es denn wirklich der zusätzliche "Service" ist, der den Preis bei Händler A so deutlich über dem des Händlers B liegen lässt). Ich beispielsweise berate mich generell selber und repariere auch defekte Teile innerhalb der Gewährleistungsfrist selber (jedenfalls soweit es möglich ist). Letzteres schon deshalb, weil mir auch bei bestem Service die Reparaturzeit zu lange dauert und ein sofortiger Vor Ort-Service so gut wie nie, und wenn, dann nur höllenteuer angeboten wird.

So wird auch ein Schuh daraus: Wer auf gediegenen Service Wert legt, der ist im Mini-Margen-Onlinehandel nicht in jedem Fall gut bedient, da dieser bei den gebotenen Preisen naturgemäß kaum Service bieten <i>kann</i>. Für mich ist's aber praktisch immer ein Vorteil, weil ich so mal eben das doppelte für mein Geld bekomme. Da ist Geiz dann "saugeil", um mal wieder diesen ausgelutschten Ausdruck zu benutzen.

Das eigentliche Problem beginnt m.E. erst damit, wenn Artikel auf dem Markt erscheinen, die hochwertigen Artikeln zum verwechseln ähnlich sehen, aber von sehr viel schlechterer Qualität sind. Manchmal sogar von so schlechter, daß sie praktisch unbenutzbar sind. Hin und wieder gerät man an solche Produkte und zahlt dann Lehrgeld. Und man lernt, worauf man zusätzlich achten sollte, wenn man besonders billig einkauft, um nicht zu oft reinzufallen.

Die oft gehörte Losung "Wer billig kauft kauft zweimal" hat m.E. auch nur den versteckten Hintersinn, daß man mit dem gesparten Geld noch andere Produkte (also zum zweiten Mal) kaufen kann, für die es bei teuer gekauften Produkten eben nicht mehr reichen würde. Man darf sich natürlich nicht penetrant dumm anstellen, sonst kauft man wirklich immer und immer wieder denselben nichtsnutzigen Mist... <img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/aetsch.gif alt=aetsch>

Umgekehrt machts aber keinen Sinn: Immer nur teuer zu kaufen wird sich der Normalbürger kaum leisten können, wenn er nicht heftige Einschnitte in seinem Konsumverhalten hinzunehmen bereit ist. Und da möge die liebe Händlerschaft, die immer "Geiz ist doch nicht geil" rumposaunt mal bitte in sich gehen und hineinlauschen, ob sie jetzt durchweg bereits sind eine drastische Preiserhöhung bei sehr vielen Produkten des täglichen Bedarfs hinzunehmen bereit sind, nur um keine Schlappen beim Kauf mehr zu erleben. Soweit sich durch ein solches Kaufverhalten solche Schlappen überhaupt sicher verhindern lassen. Ich glaube daher nicht, das immer teuer zu kaufen wirklich generell gewinnbringender ist. Im Einzelfall mag das mal stimmen, aber über die große Masse der Käufe gerechnet zahlt man sich doch dumm und dämlich.

Grüße, Tom



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