Die Euro 2 Aktion E12 und E28 IG für den Eta   |   Online-ETK   |   Online-ETK (modern)
Bild des Tages

Die Geschichte rund um den Türaufschlag eines Mercedes und die Beschädigung... (Allgemein)

TH, Friday, 27.07.2007, 12:02 (vor 7021 Tagen)

... an meinem 6er.

Hi @ all,

es ist ja schon ein Weilchen her, dass ich diese Geschichte mal erwähnt habe. Im letzten Jahr zum 30.09. habe ich wie immer meinen 635er für den Winterschlaf vorbereitet und in der Garage auf seinem Platz abgestellt.

Wenige Tage später erfolgte dann die "Horrorsichtung", eine frische Abplatzung des Lackes war zu sehen, ebenso Rückstände weißer Farbe oder der Grundierung. Nebenan stand ein Mercedes und die Türkante von dem Sportcoupé sah auch nicht wirklich gepflegt und etwas angemackt aus. Habe dann schnell die Kamera geholt, meinen Wagen, den Mercedes nebeneinander fotografiert, sowie den Schaden an meiner Tür und die Vermackungen am Mercedes mit der Farbe Dunkelblau. Das erste Problem war das Herausbekommen des Halters, das nächste Problem war, dass nicht nur der Mercedes immer auf dem Parkplatz stand, sondern auch mal ein weißer Polo.

Den Besitzer habe ich rausbekommen und nach einigem hin und her wollte dieser auch ohne Eingestehen einer Schuld den Schaden bezahlen. Aber die Behebung sollte in seiner Hauswerkstatt, eines Citroenhändlers, geschehen, unter der Hand versteht sich und auch erst nach Sichtung des Schadens. Das war mir schon zu blöd, als wenn so einer dann pfleglich mit dem 6er umgehen würde, geschweige denn sich die Mühe machen würde, das richtige Polarissilber herauszusuchen. Daher habe ich den Schaden bei meiner Werkstatt des Vertrauens schätzen lassen, durch die saisonale Anmeldung aber erst sieben Monate später.

Es kam der Tag des Gutachtens, die Schadenshöhe wurde auf knapp 600 Euro festgelegt, und ich habe sofort den Verursacher gebeten, dieses Gutachten/Rechnung an dessen Versicherung weiterzuleiten, denn freiwillig aus seiner eigenen Tasche würde er das auch nicht bezahlen wollen. Was im übrigen auch so war...

Ein Gutachtertermin wurde anberaumt, denn der Verursacher stellte mittlerweile in Frage, ob er den Schaden überhaupt verursacht hat (die Welt ist halt schlecht und warum sollte so ein simpler Versicherungsschaden auch einfach und unproblematisch geregelt werden). Interessant war, dass der zweite Wagen des Verursachers mittlerweile verkauft wurde, was eine 50:50 Chance für den Ortstermin einer Gegenüberstellung der Fahrzeuge ausmachte. Ich war von dieser Begebenheit absolut begeistert und hatte eigentlich schon die Ahnung, dass das Ganze auf einen Rechtsstreit hinauslaufen würde.

Zum Glück stellte sich aber eindeutig heraus, dass der Mercedes mit 100%er Übereinstimmung den Schaden verursacht hat. Aber die Ausreden des Verursachers waren durchaus sehr interessant, wenn auch ohne Beweisgrundlage :

1) "Wissen Sie, in der Tiefgarage gibt es so viele Fremdparker, das können wir gar nicht gewesen sein..." ; => "Achja? Merkwürdig dass die Stellplätze einzeln vermietet werden und kein Außenstehender in die Garage kommt, denn ohne Schlüssel ist das nicht möglich..."

2) "Also der Polo stand hier nur ein einziges Mal drin, als wir noch einen anderen Parkplatz hatten, der kann das nie gewesen sein..." ; => "Achja? Schauen Sie mal hier, hier habe ich zufällig ein Bild vom 30.09. und der Polo steht ersichtlich neben dem 6er..."

3) Der Mercedes wurde neben den 6er gerollt, bis die Höhe/Länge bzw. die Einschlagsstelle erreicht wurde. " Also wir stellen unser Auto niemals so weit nach vorne, das können wir nicht gemacht haben !!!"

4) Der Aufschlag paßte, die Höhe noch nicht ganz. Da hatte ich vorgeschlagen (aber warum kam das nicht vom Gutachter!?), dass der Besitzer des Mercedes doch bitte mal in sein Auto einsteigen sollte, denn eine Person im Fahrzeug läßt den Wagen vielleicht noch um ein paar Milimeter absenken. Der Verursacher :" Also wir stehen immer beim Aussteigen und können das nicht..." Der Gesichtsausdruck des Gutachters spiegelte zur Sekunde vermutlich genau meine Gedanken wieder.

Fazit :
- Mit Insasse wurde der Schaden 1:1 rekonstruiert.
- Wartezeit von der Entdeckung des Schadens bis zur Begleichung : 8 Monate
- Gutachterkosten für die knappen 20 Minuten des Vororttermines : 320 Euro (ist von der Versicherung zu bezahlen und hätte auch vermieden werden können).
- Und wieder einmal habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass der 6er für eine Versicherungsgesellschaft nichts weiter ist, als ein furchtbar alter Gebrauchtwagen...

Aber was sich gelohnt hatte, war mein mittlerweile kleines Fotografierhobby. Denn mehr oder weniger unbewußt habe ich Dinge festgehalten, die alles ein wenig vereinfacht hatten, zumindest um die Argumentation des Verursachers zu entkräften.
Also einfach mal öfter ein Bild vom Auto machen...

Gruss, Thomas (der nun endlich reparieren lassen darf...)



gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum