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Undichte Frontscheibendichtung (Allgemein)

Alfredogavanisto, Tuesday, 13.11.2007, 14:28 (vor 6904 Tagen)

Ich hab bei meinem Winter-E28 das Problem, daß das Regenwasser der Frontscheibe unter der linken Armaturenverkleidung und über der Fußstütze rauströpfelt (genau in der Ecke zur A-Säule). Die Frontscheibendichtung ist aufgrund des Alters schon ziemlich zusammengeschrumpelt und evtl. ist auch der Scheibenrahmen hin. Aber das Auto dient wirklich nur als Winterauto und wird wohl den nächsten Tüv nicht mehr überstehen. Deshalb möchte ich nicht unbedingt eine neue Dichtung holen und eine gerissene WSS riskieren und das Problem möglichst billig beheben............
Zumal ich auch die Suchfunktion bemüht und gelesen habe, daß auch eine neue Dichtung das Problem nicht unbedingt behebt.

Kann man das ganze mit Scheibendichtmasse zukleistern? Wo sollte mann die Dichtmasse überall hinschaffen? Nur unten in der Ecke oder bereits an der A-Säule entlang. Hat jemand von Euch schonmal sowas gemacht?

Ist ein 85er 525i mit der ersten Scheibe/Dichtung.

Gruß und Dank
Oli

Ein weit verbreitetes Problem

Diesel, Tuesday, 13.11.2007, 15:56 (vor 6904 Tagen) @ Alfredogavanisto


Als Antwort auf: Undichte Frontscheibendichtung von Alfredogavanisto am 13. November 2007 14:28:18:


Hallo Oli,

hierbei handelt es sich um ein weit verbreitetes Problem: Wasser dringt oben und von den Seiten zwischen Dichtung und Scheibenrahmen und sickert dann in den Innenraum. Ein feuchter Teppich und rostige Verwüstungen der Bodenbleche sind die Folge.

Dabei ist diesem Missstand leicht abzuhelfen. Im KFZ-Fachhandel gibt es Karosserie- und Scheiben-Dichtmasse in Kartuschen. Man besorge sich eine solche (schwarze!) Paste (ich erwähne das deshalb, weil ich versehentlich mal weiß erwischt habe, was, besonders zwischen Scheibe und Dichtung natürlich gruselig ausschaut...) und spritze diese durchgehend von den unteren Ecken nach oben, dann über die gesamte Breite und wieder nach unten zwischen Dichtung und Karosserie. Der untere Bereich zwischen den beiden unteren Ecken kann unbehandelt bleiben. Herausquellendes Material lässt sich mit Waschbenzin oder Bremsenreiniger abwischen. Nach einer solchen Abdichtung ist die Scheibe wieder 100%ig dicht.

Kosten: Rund 10,- Euro + Kartuschenpresse und etwa eine Stunde Arbeitsaufwand.

Grüße, Tom


Re: Ein weit verbreitetes Problem

Schumi, Wednesday, 14.11.2007, 01:08 (vor 6903 Tagen) @ Diesel


Als Antwort auf: Ein weit verbreitetes Problem von Diesel am 13. November 2007 15:56:56:


Hallo Tom,

ich flute meine Gummis regelmäßig mit Hohlraumwachs aus der Dose.

Macht dicht,wird bei wärme flüsig und versiegelt,und schützt gegen Rost.

Funzt seit 19 Jahren prima!!

Gruß

Ralf


Re: Ein weit verbreitetes Problem

Ralf518, Wednesday, 14.11.2007, 08:09 (vor 6903 Tagen) @ Schumi


Als Antwort auf: Re: Ein weit verbreitetes Problem von Schumi am 14. November 2007 01:08:21:

Hallo Tom,
ich flute meine Gummis regelmäßig mit Hohlraumwachs aus der Dose.
Macht dicht,wird bei wärme flüsig und versiegelt,und schützt gegen Rost.
Funzt seit 19 Jahren prima!!
Gruß
Ralf

Hallo,

gibt da noch zwei Moeglichkeiten, wo dass Wasser herkommen koennte.
Gummi zum Scheibenrahmen war bei mir bisher immer dicht. Allerdings
sammelte sich bei mir das Wasser immer in den unteren Ecken zwischen
Dichtung und Scheibe, weil es da ja nicht ablaufen kann. Dort saugte
es sich dan foermlich zwischen der Dichtung und der Scheibe unten-
drunter durch und lief dann in den Innenraum, da die innere Dicht-
lippe tiefer wie die auessere ist. Es gibt da meisst einen kleinen
Spalt, weil die Dichtung dort unten oft nicht sauber zusammen-
vulkanisiert ist. -> Dichtmasse.

Man erkennt den Fehler sehr leicht, wenn man mal bei Regen die
unteren Scheibenecken beobachtet. Verschwindet das Wasser dort sehr
schnell, ist was faul. Das Wasser muss in den Ecken laengere Zeit
stehenbleiben, wenn der Regen nachlaesst. Wenn man genau guckt, sieht
man das Wasser innen an den Ecken abtropfen.

Eine andere lustige Leckagestelle war der Hauptkabelbaum Richtung
Motorraum. Das Regenwasser laueft durch die Lufteinlaesse der Motorhaube
rein und tropft dort aufgrund mangelhafter konstruktiver Dichtigkeit zwischen
Stirnwand und "Lufttasche" der Motorhaube ab. Dort wird es dann gierig
vom stoffummantelden Hauptkabelbaum aufgesogen und im inneren des Baumes
durch die Gummimanschette hindurch in den Inneraum transportiert.
Durch die vielen Verzweigungen des Kabelbaumes tropft das Wasser dann an den
unterschiedlichsten Stellen im Innenraum ab, und die eigentliche
undichte Stelle ist nicht mehr lokalisierbar.
-> Abhilfe: Hauptkabelbaum ausbauen, mit wasserdichtem Dichtband umwickeln
und das halb zerlegte Auto wieder komplettieren. Den eingebauten Baum sauber
zu umwickeln ist nahezu unmoeglich.
Fuer die Praktiker und Motoraumbepinkler: Wenn auch der Heizungskasten schon
durch ist (Endstadium), einfach die Inneraumbelueftungsloecher der Motorhaube
zuschweissen und mit offenem Fenster fahren.

Gruesse Ralf518


1A-Tipps. Danke!

Diesel, Wednesday, 14.11.2007, 08:52 (vor 6903 Tagen) @ Ralf518


Als Antwort auf: Re: Ein weit verbreitetes Problem von Ralf518 am 14. November 2007 08:09:21:


Hehe, gute Schreibe... <img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/smile.gif alt=smile>

Das es zwischen Scheibe und Dichtung durchsickert, habe ich auch mal geglaubt und dann mühselig die Dichtung vor dem Einbau der Scheibe von innen mit (der weiter oben erwähnten weißen) Dichtmasse ausgespritzt. Eine Sauarbeit, besonders das entfernen der herausquetschenden Dichtungspaste! Dicht isses aber auf jeden Fall! Später habe sind mir dann gewisse Zweifel gekommen, ob es an dieser Stelle überhaupt jemals undicht war. Im Gegensatz zu den oftmals riesigen Spalten zwischen Dichtung und Scheibenrahmen (besonders oben im Bereich der Ecken) sind zwischen Dichtung und Scheibe ja keine großen Spalten zu erkennen. Jedenfalls werde ich bei unseren noch nicht abgedichteten Fahrzeugen mal den genannten Test mit dem ablaufem (oder auch nicht ablaufendem) Wasser machen, dann sehe ich klarer. Ein guter Tipp allemal!

An den Kabelbaum habe ich noch gar nicht gedacht. Auch ein sehr sinnreicher Hinweis! Danke dafür. Nichts ist schlimmer und zerstörerischer als Feuchtigkeit im Fahrzeug.

Grüße, Tom


Re: Ein weit verbreitetes Problem

Alfredogavanisto, Wednesday, 14.11.2007, 09:43 (vor 6903 Tagen) @ Ralf518


Als Antwort auf: Re: Ein weit verbreitetes Problem von Ralf518 am 14. November 2007 08:09:21:


Ich werde es dann mal mit der Dichtmasse versuchen. Vielen Dank für Eure Tips.

Gruß
Oli


gute und richtige Lösungsvorschläge

Gerhard, Thursday, 15.11.2007, 10:15 (vor 6902 Tagen) @ Diesel


Als Antwort auf: Ein weit verbreitetes Problem von Diesel am 13. November 2007 15:56:56:


aber dennoch hat sich ein kleiner aber gefährlicher Fehler eingeschlichen:-)

Es gibt im KFZ Fachhandel Karosserie- und Scheiben-Dichtmasse. Richtiger wäre zu schreiben es gibt entweder Karosserie oder Scheibendichmasse. Niemals Karosseriedichtmasse in einen Scheibengummi einspritzen. Verwende unbedingt normale Scheibendichtmasse. Diese bleibt flexibel, drückt sich auch nach Wochen noch leicht aus dem Spalt zwischen Gummi und Karosserie bzw Gummi und Frontscheibe heraus und kann leicht abgetupft werden. Da braucht man kein Waschbenzin oder Benzinreiniger. Der riesen Vorteil ist, dass sich diese Masse wieder ohne Probleme vom Lack und Dichtung entfernen lässt. Probier mal eine Scheibe die mit Karosseriedichtmasse eingeklebt ist zu demontieren. Von der Rissgefahr die durch starres einkleben ausgeht mal ganz abgesehen:-(

Gruß Gerhard

Hallo Oli,
hierbei handelt es sich um ein weit verbreitetes Problem: Wasser dringt oben und von den Seiten zwischen Dichtung und Scheibenrahmen und sickert dann in den Innenraum. Ein feuchter Teppich und rostige Verwüstungen der Bodenbleche sind die Folge.
Dabei ist diesem Missstand leicht abzuhelfen. Im KFZ-Fachhandel gibt es Karosserie- und Scheiben-Dichtmasse in Kartuschen. Man besorge sich eine solche (schwarze!) Paste (ich erwähne das deshalb, weil ich versehentlich mal weiß erwischt habe, was, besonders zwischen Scheibe und Dichtung natürlich gruselig ausschaut...) und spritze diese durchgehend von den unteren Ecken nach oben, dann über die gesamte Breite und wieder nach unten zwischen Dichtung und Karosserie. Der untere Bereich zwischen den beiden unteren Ecken kann unbehandelt bleiben. Herausquellendes Material lässt sich mit Waschbenzin oder Bremsenreiniger abwischen. Nach einer solchen Abdichtung ist die Scheibe wieder 100%ig dicht.
Kosten: Rund 10,- Euro + Kartuschenpresse und etwa eine Stunde Arbeitsaufwand.
Grüße, Tom

Noch mal nachgehakt

Diesel, Thursday, 15.11.2007, 13:59 (vor 6902 Tagen) @ Gerhard


Als Antwort auf: gute und richtige Lösungsvorschläge von Gerhard am 15. November 2007 10:15:08:

...Probier mal eine Scheibe die mit Karosseriedichtmasse eingeklebt ist zu demontieren...

Hmmm, darüber habe ich in der Tat nicht nachgedacht, als ich meine Frontscheibe mit Sikaflex-221 abgedichtet habe. Allerdings habe ich mittelfristig auch nicht mehr vor, die neue Scheibe wieder zu demontieren. Und falls doch, würde ich sie wohl raustreten. Aber ein interessanter Hinweis.

Welche "Scheibendichtmasse" empfiehlst Du denn? Bisher hab ich bei Demontagen immer (also wirklich andauernd) diese komische Teroson-Knete von der Rolle zwischen Dichtung und Karosserie gesehen, die man normalerweise vor dem Verschrauben unter die Kotflügel pappt. Würde ich selbst nie als Scheibendichtung nehmen wollen, weil da logischerweise reichlich Spalten bleiben. Das Zeug fließt ja nicht.

Grüße, Tom


Re: Noch mal nachgehakt

Ralf518, Thursday, 15.11.2007, 18:42 (vor 6902 Tagen) @ Diesel


Als Antwort auf: Noch mal nachgehakt von Diesel am 15. November 2007 13:59:47:

...Probier mal eine Scheibe die mit Karosseriedichtmasse eingeklebt ist zu demontieren...

Hmmm, darüber habe ich in der Tat nicht nachgedacht, als ich meine Frontscheibe mit Sikaflex-221 abgedichtet habe. Allerdings habe ich mittelfristig auch nicht mehr vor, die neue Scheibe wieder zu demontieren. Und falls doch, würde ich sie wohl raustreten. Aber ein interessanter Hinweis.
Welche "Scheibendichtmasse" empfiehlst Du denn? Bisher hab ich bei Demontagen immer (also wirklich andauernd) diese komische Teroson-Knete von der Rolle zwischen Dichtung und Karosserie gesehen, die man normalerweise vor dem Verschrauben unter die Kotflügel pappt. Würde ich selbst nie als Scheibendichtung nehmen wollen, weil da logischerweise reichlich Spalten bleiben. Das Zeug fließt ja nicht.
Grüße, Tom

Hallo,

gibt schwarze Teroson-Scheibendichtmasse zum nachdichten und neuabdichten
von Scheiben in Kartuschen (abtupfbar). Das ist das Richtige. Ist anfangs
relativ duenfluessig und wird mit dem austrocknen genau wie das von Dir
beschriebene Terostatdichtband. Wo der Unterschied zwischen den Kartuschen
zum Neu- und zum Nachdichten liegt, kann ich nicht genau sagen. Eventuell
verdraengt dass zum nachdichten besser die inzwischen unter dem Gummi
angesammelte Feuchtigkeit? Auf alle Faelle klebt es n i c h t!!! Niemals
diese Karosserieklebemasse (z.b. Sikaflex) verwenden!

Aber Obacht!!! Wehe man kommt mit dem Zeug an den unteren, horizontal
liegenden Teil der Heckscheibendichtung! Das quillt wie Hulle und die
Dichtung (egal ob funkelneue Dichtung oder 20 Jahre alte) steht ab, dass
einem die Augen traenen. Sieht aus wie ne abgerissene Schuhsohle! Alle
anderen Stellen der Scheibendichtungen laesst das Mittel allerdings nicht
aufquellen. Beheizt man dann die Dichtung ganztaegig von innen und aussen
mit dem Foen, legt sich die Dichtung erstaunlicherweise langsam wieder an,
auch wenn man es zunaechst nicht glauben mag!

Das von dem Karosseriedichtband einkneten habe ich aber auch schon mal in
nem Werkstatthandbuch gelesen. Es erscheint mir aber unpraktikabel.

Gruesse Ralf518


Danke!

Diesel, Friday, 16.11.2007, 16:57 (vor 6901 Tagen) @ Ralf518


Als Antwort auf: Re: Noch mal nachgehakt von Ralf518 am 15. November 2007 18:42:27:


Hallo Ralf,

danke für Deine fundierten Tipps, damit kann ich was anfangen. Was Scheiben angeht, bin ich nicht wirklich der Pro - außer wenn's um Scheiben kaputtmachen geht...

Aber mit solchen Tipps kommt man weiter!

Grüße, Tom


Re: Undichte Frontscheibendichtung

Alfredogavanisto, Monday, 26.11.2007, 10:55 (vor 6891 Tagen) @ Alfredogavanisto


Als Antwort auf: Undichte Frontscheibendichtung von Alfredogavanisto am 13. November 2007 14:28:18:


Nochmal vielen Dank für Eure Tips.

Ich hab am Wochenende schwarze Scheibendichtmasse von Teroson reingedrückt.
Jetzt isses wieder dicht. <img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/smile.gif alt=smile>

Gruß
Oli

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