Als Antwort auf: Frage zu 524TD Kurbelgehäuseentlüfung von Markus524TD am 22. Dezember 2007 19:58:18:
Hallo,
braucht der Turbolader oder Verdichter eigentlich die zertäubte Luft von der Kurbelgehäuseentlüftung zur "Schmierung" oder ist diese eher schädlich? Kann man den Entlüftungsschlauch auch weglassen bzw. in ein Gefäss einleiten und als Altöl entsorgen.
Gr.Markus
Also, ich bin selbst in der Dieselmotorenentwicklung bei BMW in Steyr tätig und beschäftige mich dort mit der Aufladung (2 stufige Aufladung).
Die Kurbelgehäuseentlüftung (KGH) wird deswegen wieder in den Motor zurückgeführt, weil der Motor sonst mit Überdruck laufen würde und somit Öl bei den Radialwellendichtringen nach außen kommen könnte. Der Überdruck bewegt sich je nach Last und Drehzahl in Bereichen bis zu 50mbar und mehr (gegenüber Atmosphäre). Aber der Umweltaspekt ist natürlich auch nicht zu vernachlässigen- wenn man die ölhältige Luft (Blow By wird das genannt, da bei Kolbenringen ja über den Stoß immer eine gewisse Menge Gas hinunterkommt in den Kurbelraum und dabei automatisch mit Öl in Berührung kommt)einfach ins freie blasen würde. Wenn man die Rückführleitung wieder in den Turbolader einbindet (im Bereich des Ansaugunterdruckes, dort herrschen je nach Betriebszustand vom Motor bis zu -50mbar Ansaugunterdruck oder sogar mehr), kann im Motor kein Überdruck entstehen und es somit zu keinem Ölaustritt an irgendwelchen Schnittstellen kommen.
Also, Leitung wieder dort hin, wo Sie oroginal war. Aber zur Beruhigung, das Öl wird in diesem Zusammenhang beim Turbo nicht benötigt, es wird als Anhängsel vom Blow By Gas aber trotzdem verarbeitet. Problematisch wäre allerdings ein sehr hoher Ölanteil im Gas, da ja Öl selbst bekanntlich als Treibstoff fungieren kann und beim Diesel dies zu ungewünschten Effekten führen könnte.