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Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe (Allgemein)

alpinweißer525e, Sunday, 26.02.2012, 12:28 (vor 5336 Tagen)

Hi,

mir schwirrt schon länger die Frage im Kopf herum, ob es wirklich so ist, daß helle (besonders weiße) Autos stärker rosten als dunkle.
Nur ein Gerücht oder ist da was dran?

Gruß,
Wilhelm

Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe

Heiko LÖB, Löbau, Sunday, 26.02.2012, 15:39 (vor 5335 Tagen) @ alpinweißer525e
bearbeitet von Heiko LÖB, Sunday, 26.02.2012, 15:44

Moin Wilhelm!

Auf Deine Frage kann ich mit einem klaren NEIN antworten. Warum?

Das Problem ist nur die Farbe an sich, weil Du auf weiß jede, aber auch wirklich jede Verunreinigung, sei sie auch noch so klein, sofort siehst. Bei dunkelen Farben, selbst bei Silber fällt das kaum auf.

Gerade jetzt im Winterbetrieb hast Du den Effekt, dass sich Bremsenabrieb und auch Eisenbestandteile aus dem Streusalz auf dem Lack festsetzen und durch permanente Pökelbrühebespritzung anfangen zu rosten und diese unschönen Pünktchen gerade seitlich bis in Höhe oberen der Sicke und auch am kompletten Heck erzeugen. Des Weiteren werden tatsächliche Rostnester an allen möglichen Lackschäden (u.a. Türkanten, Steinschläge) durch das Salz massiv zum Rosten angeregt und die Folge sind mehr oder weniger große rostbraune Flecken, die dann noch durch Regen und dergleichen diese hässlichen Nüllen abwärts erzeugen. Schlimm wirds, wenn sich an diesen Stellen der Rost dann spinnennetzartig unter dem Lack fortsetzt, dann wirds aufwendig und teuer...

Abhilfe schafft eine regelmäßige Pflege/Reinigung, was bei den in den letzten Wochen vorherrschenden Temperaturen eher nicht immer sofort möglich war. Den Flugrost kannst Du mit einem sauren Reinigungsmittel und einem Warmwasserkärcher (so um 60°C) entfernen oder auch in mühevoller Kleinarbeit wegpolieren, was nach der chemischen Keule dann sowieso Plicht ist. Lackschäden sollten immer sofort behoben werden mit einer gescheiten Krundierung und eben dem Lack, eine gründliche Entrostung vorausgesetzt.

Gruß Heiko

Hier noch ein Bildchen. Ich hoffe, man erkennt die Problematik: Teer und Flugrost

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Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe

alpinweißer525e, Monday, 27.02.2012, 12:13 (vor 5335 Tagen) @ Heiko LÖB

Moin Heiko,

danke für die ausführliche Antwort!
Flugrost hatte meiner beim Kauf auch auf allen horizontalen Flächen, was wohl auch am Abstellort der letzten Jahre lag (Wellblechverschlag).

Die Geschichte mit der Wagenfarbe hatte mir ein älterer Herr erzählt, der mich mit feuchten Augen ;-) auf meinen E28 angesprochen hatte. Seine Begründung war, daß dunkle Autos sich bei Sonneneinstrahlung viel schneller erwärmen und trocknen würden als helle. Ich fand das insofern logisch, weil sich das dunkle Auto meiner Eltern im Sommer viel stärker aufheizt als mein Eta.

Gruß,
Wilhelm

Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe

AHG535i, Monday, 27.02.2012, 16:09 (vor 5334 Tagen) @ alpinweißer525e

die Farbe sollte keine Rolle spielen, aber ob uni oder metallic. Bei metallic haste ja wenigstens noch ne Klarlackschicht als Schutz drauf und die Schäden sind nicht immer gleich auf der Grundierung.

Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe

M.S., Straubing-Bogen, Monday, 27.02.2012, 17:25 (vor 5334 Tagen) @ AHG535i

Doch, es ist nicht nur eine Geschichte des Farbtons.

Weiss deckt besser als Uni Rot, rot deckt schlechter und wird wesentlich dicker lackiert. Zwangsläufig ist weiss damit meistens die dünnste und auch gleichzeitig optisch die empfindlichste Farbe.

Zudem sind in Weiss die wenigsten schützenden Farbpigmente, in Rot dagegen relativ viele Blei Pigmente.

Wobei es bei Resedagrün und Amazonit trotz Metallic die augenfällig größten Rostprobleme gab. Entweder weil die Farben häufig verkauft wurden, es optisch am auffälligsten war oder ganz einfach die Pigmentierung sch.... war. Ich tippe auf letzteres, es war mir nie erklärlich, warum unser 520/6 dermaßen gerostet hat, selbst als ganz junges Fahrzeug bereits massiv auffällig war.

Heute stimmt das nur noch teilweise, weil Weiss mittlerweile auch Klarlack besitzt. Aber für den E12 und den E28 besteht bei Weiss durchaus ein Zusammenhang.

Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe

alpinweißer525e, Monday, 27.02.2012, 19:51 (vor 5334 Tagen) @ M.S.

Doch, es ist nicht nur eine Geschichte des Farbtons.

Weiss deckt besser als Uni Rot, rot deckt schlechter und wird wesentlich dicker lackiert. Zwangsläufig ist weiss damit meistens die dünnste und auch gleichzeitig optisch die empfindlichste Farbe.

Zudem sind in Weiss die wenigsten schützenden Farbpigmente, in Rot dagegen relativ viele Blei Pigmente.

Wobei es bei Resedagrün und Amazonit trotz Metallic die augenfällig größten Rostprobleme gab. Entweder weil die Farben häufig verkauft wurden, es optisch am auffälligsten war oder ganz einfach die Pigmentierung sch.... war. Ich tippe auf letzteres, es war mir nie erklärlich, warum unser 520/6 dermaßen gerostet hat, selbst als ganz junges Fahrzeug bereits massiv auffällig war.

Heute stimmt das nur noch teilweise, weil Weiss mittlerweile auch Klarlack besitzt. Aber für den E12 und den E28 besteht bei Weiss durchaus ein Zusammenhang.

Super, vielen Dank!

Gruß,
Wilhelm

Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe

Heiko LÖB, Löbau, Tuesday, 28.02.2012, 08:27 (vor 5334 Tagen) @ M.S.

Moin!

Hier muss ich Dir ausnahmsweise mal wiedersprechen. Die Farbe, also die Decklackschicht ist wasserdurchlässig. Einzig der Lackaufbau darunter mit der Grundierung, die ab Werk durch KTL- und Phosphatbäder oder bei Reparatur- oder Sanierungsarbeiten mittels Füller aufgetragen wird, schützt das Blech vor Korrosion. So hat es mir der Lackierer meines Vertrauens vor Jahren mal erklärt.

Gruß Heiko

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Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe

alpinweißer525e, Tuesday, 28.02.2012, 10:18 (vor 5334 Tagen) @ Heiko LÖB
bearbeitet von alpinweißer525e, Tuesday, 28.02.2012, 10:35

Moin!

Die Farbe, also die Decklackschicht ist wasserdurchlässig. Einzig der Lackaufbau darunter mit der Grundierung, die ab Werk durch KTL- und Phosphatbäder oder bei Reparatur- oder Sanierungsarbeiten mittels Füller aufgetragen wird, schützt das Blech vor Korrosion. So hat es mir der Lackierer meines Vertrauens vor Jahren mal erklärt.

Hi,

kann es sein, daß der Lackierer die neuen wasserbasierten Lacke gemeint hat? Die werden zusätzlich mit Klarlack überlackiert und gab es zu Zeiten des E28 ja noch nicht... sonst müßten alle Stellen, die man nur mit dem (Acryl-?)Lackstift ausbessert, sofort wieder rosten. :-D

Gruß,
Wilhelm

Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe

Heiko LÖB, Löbau, Tuesday, 28.02.2012, 12:10 (vor 5334 Tagen) @ alpinweißer525e

kann es sein, daß der Lackierer die neuen wasserbasierten Lacke gemeint hat? Die werden zusätzlich mit Klarlack überlackiert und gab es zu Zeiten des E28 ja noch nicht... sonst müßten alle Stellen, die man nur mit dem (Acryl-?)Lackstift ausbessert, sofort wieder rosten. :-D

Hallo Wilhelm!

Nein, das hängt nicht mit den Wasserlacken zusammen, da eh nur die Farbe auf Wasserbasis ist. Der Klarlack ist nach wie vor auf Lösemittelbasis.

Die immer noch eingesetzten einschichtigen Unilacke sind auf Acrylbasis. Die zweischichtigen freilich auf Wasserbasis.

Die Lackstifte haben Lacke auf Nitrobasis und ob Dus glaubst oder nicht, ohne Grundierung rostets auch unter den damit überpinselten Stellen weiter. Man siehts nur nicht gleich, da die Lackstärke durch den Pinselauftrag extrem dicker geschieht als im Werk, wo der Auftrag elektrostatisch erfolgt und durch die Weiterentwicklung der maschinellen Verfahren nur noch einen Hauch auf dem Blech liegen läßt. Reparaturlackierungen wiederum werden nur mittels verschiedener Drücke und Düsen an der Pistole durchgeführt und das liegt im Ermessen und Können des Lackierers. Sie sind im Schnitt ca. drei mal stärker als ab Werk und immer noch deutlich dünner als die Pinselstriche.

Gruß Heiko

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Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe

M.S., Straubing-Bogen, Tuesday, 28.02.2012, 13:02 (vor 5334 Tagen) @ Heiko LÖB

Es ist richtig, dass der eigentliche Korrosionsschutz nur das KTL (und die darunter liegende Phosphatschicht...) ist. Der Decklack selbst ist eigentlich nur optische Befriedigung und UV-Schutz für den Füller/KTL.

Es ist richtig, dass der Decklack wasserdurchlässig ist und somit nur recht wenig schützt.

Wahr ist aber auch, dass bestimmte Decklacke aber auch eine geringe Schutzwirkung haben, die durchaus farbabhängig ist und von der Dicke und Pigmentierung abhängt. Der Decklack kann zwar niemals die Rostschutzwirkung einer KTL Grundierung erreichen, aber ein paar Prozent mehr oder weniger ist durchaus zu beobachten. Erstaunlicherweise schneiden hier Metallic Lacke nicht unbedingt besser ab als Uni Lacke.

Es dürfte aber unstrittig sein, dass Weiss besonders dünn ist und allein deshalb schon etwas weniger schützt als ein dickes Rot.

Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe

alpinweißer525e, Tuesday, 28.02.2012, 14:54 (vor 5333 Tagen) @ Heiko LÖB

Hallo Wilhelm!

Nein, das hängt nicht mit den Wasserlacken zusammen, da eh nur die Farbe auf Wasserbasis ist. Der Klarlack ist nach wie vor auf Lösemittelbasis.

Die immer noch eingesetzten einschichtigen Unilacke sind auf Acrylbasis. Die zweischichtigen freilich auf Wasserbasis.

Die Lackstifte haben Lacke auf Nitrobasis und ob Dus glaubst oder nicht, ohne Grundierung rostets auch unter den damit überpinselten Stellen weiter. Man siehts nur

Ah okay...


Das hier habe ich gerade auf Wikipedia gefunden:

Pigmente überdecken das beschichtete Material und sind ausschlaggebend für den Farbeindruck. Ferner sorgen Pigmente für eine bessere Beständigkeit der Lackfarbe gegenüber Korrosion.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lackierung#Pigmente

Gruß,
Wilhelm

Rost in Abhängigkeit von der Wagenfarbe

Heiko LÖB, Löbau, Tuesday, 28.02.2012, 16:25 (vor 5333 Tagen) @ alpinweißer525e

Ja, stimmt im Grunde. Aber hier wird nur das Prinzip des Lackes an sich erklärt. Beim Auto ist die Kombination des Aufbaues wichtig und nicht so ohne Weiteres verallgemeinerbar.

Heiko

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