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Notreparatur bei 44,5 Grad und ein Felgen-Frage (Allgemein)

Oz-Beemer, Sunday, 13.01.2013, 08:42 (vor 5011 Tagen)
bearbeitet von Oz-Beemer, Sunday, 13.01.2013, 08:48

Hallo,

Wie die Ueberschrift schon verraet, hat mein Dicker heute ein kleines Problemchen gehabt. Auf der Rueckfahrt vom Wochenend-Urlaub hat sich die untere der beiden Schrauben verabschiedet, welche den Bremssattel (vorn rechts) am Traeger befestigen. Kling-Klong und sie war weg. Ich hab mir erstmal nichts bei dem Geraeusch gedacht, da hier staendig irgendwelcher Unrat auf der Strasse liegt und man eigentlich immer mal was mitnimmt. Beim Bremsen hat sich dann der Bremssattel danke Momentum innen gegen die Felge gedrueckt. Da hab ich mir dann schon ziemlich was bei gedacht, konnte aber so schnell nicht anhalten, da ich in einer 20km Baustelle festhing und rechts und links wirklich keine Gelegenheit zum Anhalten war. :-(

Ende Baustelle konnte ich ihn dann endlich abstellen. Leider war weit und breit kein Schatten und bei 44,5 Grad kocht sowohl der Asphalt (das bitte woertlich verstehen!!) als auch das Blut. Rad runter und erstmal gekotzt und geflucht wie ein Rohrspatz.

Als Notloesung habe ich dann von einem der hinteren Raeder einen der Radbolzen verwendet, um die Bremse wieder zu befestigen. Das war das einzige, was mir eingefallen ist. Gleich vorweg und bevor sich jemand ereifert, in Deutschland haette ich so einen Unfug natuerlich nicht gemacht. All zu viel Wasser hatten wir nicht mit und bei den Temparaturen ist ein Hitzeschlag praktisch vorprogrammiert. Daher mussten wir irgendwie weiter und die Loesung hat die 300km bis nach Hause gut gehalten.

Nun zur Frage:

Schaut euch mal die Bilder von der Felge an. Die Schleifspuren sind nicht sehr tief, aber ungleichmaessig. Reicht ein wenig entgraden/abschleifen und neu auswuchten oder sollte ich damit schnellstmoeglich zum Aufbereiter und mit Alu-Spachtel ran? Bin mir nicht ganz sicher, ob von sowas irgendwelche negativen Auswirkungen aufs Fahrverhalten/Reifenabnutzung zu erwarten sind. Denke mal eher nicht, aber Fragen kostet (hier im Forum) nichts.

Die Felge kommt eh bald nach hinten. Da die dummen Aussies hier nur M+S Reifen verkaufen (Zitat Haendler: die sind weicher und somit komfortabler), nutzen sich die Reifen vorne unheimlich schnell ab und muessen staendig rotiert werden. Nee, schlau sind die hier wirklich nicht ...

Danke schonmal fuer eure Hilfe-Anteilnahme!!

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Gruss,
Thomas

Notreparatur bei 44,5 Grad und ein Felgen-Frage

Ralf525ea, Sunday, 13.01.2013, 09:24 (vor 5011 Tagen) @ Oz-Beemer

Da Frag ich mich doch wie sowas passieren kann !

Hobbyschrauber am Werk ?

Ich sag es ja immer Finger weg von der Bremse wenn man keine Ahnung hat :-(

Sei froh das nicht mehr passiert ist.

Notreparatur bei 44,5 Grad und ein Felgen-Frage

Oz-Beemer, Sunday, 13.01.2013, 09:53 (vor 5011 Tagen) @ Ralf525ea
bearbeitet von Oz-Beemer, Sunday, 13.01.2013, 09:58

So ein Quatsch! Diese Schrauben werden mit 81 bis 91 ft-lb festgezogen. Und mit 90 ft-lb hab ich das auch gemacht. Einen Drehmomentschluessel zu betaetigen ist nicht schwer. Die Schrauben wurden vorher mit der Drahtbuerste sauber gemacht und da war auch kein Fett/Oel dran. Ausserdem habe ich das Fahrzeug seit dem Erneuern des Fahrwerks schon eine ganze Weile bewegt. Nach etwa 500km habe ich zudem die wichtigsten Schrauben nochmal mit dem Drehmomentschluessel nachprobiert. Da war alles fest. Von daher hat das sicher nichts damit zu tun.

Auch wenn ich die Ausdehnungskoeffizienten der einzelnen Materialien nicht kenne, so schiebe ich es doch auf die Temperaturen. 60km Stop-and-Go bei um die 40 bis 45 Grad Lufttemperatur sind keine Kleinigkeit fuer Fahrzeuge und dem geschuldet habe ich heute auch um die 15 neue Autos am Strassenrand gesehen, die schlapp gemacht haben (von Ford ueber Holden/Opel bis Toyota). Dazu kommt, dass man bei Automatik und Stop-and-Go die Bremse recht haeufig betaetigen muss. Inwieweit sich die Kraefte auf die Halterungen uebertragen, kann ich freilich nicht beantworten.

Bremsen sind kein Zauberwerk und ich werde sowas auch weiterhin selbst machen, da ich von den Werkstaetten hier bisher noch immer enttaeuscht wurde.

Gruesse,
Thomas

hmm

daheym, Sunday, 13.01.2013, 10:04 (vor 5011 Tagen) @ Oz-Beemer

Wenn du eine Felgenschraube reindrehen konntest bedeutet das ja, dass die Schraube am Bremssattel nicht abgerissen ist, sondern sich gelöst hat.
Ich fixiere diese Schrauben immer mit Loctite. Da sollte man in Australien sicherlich ein anderes nehmen (das Temperaturfester ist), als in Deutschland.
Aber prinzipiell gebe ich dir recht, Bremsen sind kein Hexenwerk (wenn man weiß wie's funktioniert ;-) )

Zur Felge: Ich würde den Reifen + Gewichte runtermachen, den Grad wegschleifen, messen wieviel weggeschleift ist und die Felge mal auf die Wuchtmaschine packen.

Gruß
Matze

hmm

Oz-Beemer, Sunday, 13.01.2013, 10:15 (vor 5011 Tagen) @ daheym

Das mit dem Abreissen hatte ich befuerchtet, als ich die Felge runter hatte. Da waere dann Schluss gewesen und wir haetten ein paar Stunden auf den Abschleppdienst warten muessen (und haetten wahrscheinlich um Wasser betteln muessen). "Gluecklicherweise" hat sie sich aber "nur" geloest und die Felgenschrauben sind die einzigen mit der gleichen Gewindegroesse, welche mir eingefallen sind. Nicht ideal natuerlich, aber daheim angekommen wurde das gleich richtig repariert. Loctite wird auch in Australien vertrieben, habe ich aber nie benutzt, wenn ich einfach nur etwas repariert habe. Von Werk aus wird das mit einem gewissen Drehmoment festgezogen und solange man sich daran haellt, macht man ja auch nichts anderes als die Werkstaetten. Loctite habe ich aber immer fuer Bastel-Loesungen benutzt, wo die wirkenden Kraefte und notwendigen Drehmomente unbekannt waren. Ich werde mich aber naechstes Wochenende nochmal drueber machen und alles ueberpruefen (und vlt. loctiten). Bis dahin bleibt der Dicke stehen und ich fahr mit dem Jeep weiter (dessen Bremsen ich auch gemacht habe und der seit 40k km gut faehrt .. aeh bremst).

Beste Gruesse,
Thomas

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hmm

Nico Hoffmann, Sunday, 13.01.2013, 14:36 (vor 5011 Tagen) @ Oz-Beemer
bearbeitet von Nico Hoffmann, Sunday, 13.01.2013, 14:39

Vergiß die 44 Grad. Diekt neben den Schrauben läuft die Bremsscheibe, die wird leicht einige 100 Grad heiß und heizt die Umgebung mit. Ob du da jetzt deutsche 34 Grad oder australische 44 Grad hast, macht das Kraut nicht fett.

Die Ursache muß woanders liegen.

N.

...kann jedem passieren!

Eric65, Straubing, Sunday, 13.01.2013, 18:18 (vor 5011 Tagen) @ Nico Hoffmann

...also an der Felge Grat entfernen, Riefen leicht ausschleifen, spachteln, Füllern und Lackieren. Technisch fehlt da nix, wenn´s nicht mehr ist. Neu wuchten sowieso..

...lose Schraube...naja, der Bremssattel ist gelb lackiert. Wenn das richtig gemacht wurde, dann wurde der im ausgebauten Zustand gepinselt...und da ist das Problem. Die Anschraubflächen von Bremssattel und Federbein müssen metallisch blank sein, da darf keine Farbe, Grundierung oder sonstwas drauf sein. Ab Werk sind die Sättel verzinkt, also metallisch blank und an den Federbeinen ist sogar die KTL-Lackierung von den Anschraubflächen abgefräst.
Wenn da Lack drauf ist/war, dann hat der ein Setzverhalten. Da kannst du mit Drehmoment anziehen, was du willst...das löst sich immer!
Wenn man Lackierungen an mechanischen Komponenten vornimmt, die hoch belastete Schraubverbindungen aufweisen, MUSS man das berücksichtigen.
...ich hätte beinahe mal ein HA-Getriebe in Fahrt verloren, da sich Schrauben gelöst hatten...war aber in meiner frühen Schrauberphase, da war noch lernen angesagt.:-D

Achja, Loctite ist kein Provisorium oder Pfuschermittelchen, sondern tatsächlich äußerst sinnvoll und wird sogar ab Werk eingesetzt. (z.B ist es bei der Verschraubung Schwungrad/Kurbelwelle Pflicht!) Dort werden sogar neue Ersatzschrauben mit aufgespritztem Loctite verkauft und vorgeschrieben. Glaube früher war das auch auf den hochfesten Spezialschrauben der Bremse auch dran...

Gruß Eric

Lackfrei. Steht bzw. stand damals sogar in der Zeichnung...

M.S., Straubing-Bogen, Monday, 14.01.2013, 19:13 (vor 5009 Tagen) @ Eric65

Nachdem da so viel gelber Lack droben ist: ich würde wetten, dass genau in der Doppelung Sattel-Federbein ebenfalls Lack zu finden ist. Sollte da Lack drin sein, wird es sich lösen, egal was da mit Drehmoment oder Zaubermittelchen hantiert wird. Es setzt sich und wird locker. Lack ist dort ausdrücklich verboten und es hat blankes Metall dort zu sein. Nur KTL war Ende der 80er noch zugelassen...

Und Loctite hilft hier nur das Problem zu kaschieren. Man verliert vielleicht nicht die Schraube, der Sattel sitzt aber trotzdem lose und zerstört seine Gewinde und Befestigungspunkte. Früher oder später wird er trotzdem beschädigt.

Hier heißt es ganz einfach: kein Lack in der Doppelung. Verzinkter Sattel, bearbeitete Fläche. Oder maximal Mitte der 80er: KTL beschichtetes Federbein. Rostet nicht ganz so schnell... :-)

Lackfrei. Steht bzw. stand damals sogar in der Zeichnung...

Oz-Beemer, Tuesday, 15.01.2013, 03:54 (vor 5009 Tagen) @ M.S.

Danke Ihr zwei! Die Posts machen Sinn. Bisher haben weder Stefan noch ich je Probleme mit diesen Verbindungen und lackierten Saetteln gehabt. Ich werde die Bremssaettel nochmal runter nehmen und an den entsprechenden Stellen den Lack entfernen. Mehr Ursachen fallen mir dann wirklich nicht mehr ein.

Wird wohl wieder ein Schrauber-Wochenende. Bin gerade dabei, einen M-Heckspoiler zu lackieren, der dann hoffentlich am Wochenende seinen Platz am 5er findet.

Gruss,
Thomas

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