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Vermessung von Zylinderbohrung. Werte OK? (Allgemein)

pillepalle, Friday, 26.07.2013, 19:04 (vor 4815 Tagen)

Einen schönen guten Abend.

Ich bin ja grad dabei, meinen Motor (M106) zu überholen und hab deswegen heute mal die Zylinderbohrungen vermessen.

Um auch aussagekräftige Werte zu erhalten, hab ich mir aus der Firma eine 3 Punkt Innenmicrometerschraube ausgeliehen. Nachdem mit der Messuhr täglich gearbeitet wird, geh ich mal von relativ brauchbaren Messergebnissen aus. Letztes Eichung war im Juli 2013.

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Zum Messverfahren:
Gemessen wurde auf drei verschiedenen Höhen. Unten, Mitte und Oben.
Jede dieser drei Messungen besteht aus dem Mittelwert von drei ~40° verdrehten Messungen. Macht zusammen also 9 Messungen pro Zylinder.


Ergebnis:

Zylinder:----1--------2--------3---------4--------5---------6

Oben:-----92,060---92,065---92,065---92,070---92,065---92,065
Mitte:-----92,060---92,060---92,050---92,055---92,060---92,060
Unten:----92,040---92,040---92,040---92,040---92,050---92,050

Nun zum eigentlichen Grund, warum ich das hier poste :-D
Was halten die Experte von den Werten? Muss ich den Motor auf das erste Übermaß aufbohren lassen? Oder reichen neue Kolbenringe? Wäre euch echt dankbar für ne Einschätzung:-)

Die Hohnriefen sehen in allen Zylindern gut aus, soweit ich das beurteilen kann.

Garnicht so einfach, dass mit der Schrottkamera anständig zu Fotografieren...

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Nächste Woche leih ich mir dann ne Micrometerschraube aus um die Kurbelwelle zu vermessen.

Vielen Dank schon mal

Grüße
Tobias

--
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Alles im grünen Bereich!

Eric65, Straubing, Sunday, 28.07.2013, 13:42 (vor 4813 Tagen) @ pillepalle

Hallo Tobias,

da ist noch nichts zu machen dran, alles o.K.
Das Laufspiel ist 10 - 15 Hundertstel, das deckt noch alles ab. Sicherlich haben sich die Kobenringe im Zylinder 4 verewigt, aber ich würde da noch nichts tun. 200 tkm hat er mit Sicherheit schon weg, aber der macht nochmal 200 tkm ohne ihn zu Bohren. Kritisch wird es erst, wenn es Riefen (oder blank polierte Stellen) im Zylinder gibt, die Hohnung ist aber noch überall gut sichtbar und erhalten.

Neue Kolbenringe und gut ist´s.

Der drückt dann (bei ebenfalls überholtem Ventiltrieb) locker wieder seine 12bar (oder mehr!) auf alle Zylinder.

Zur Kurbelwelle...da muß man nicht unbedingt aufwändig messen. (Wer mißt mißt Mist!)
Optische Sichtprüfung und Lagerspielvermessung mit Plasticgage (Quetschfaden) ist viel effektiver (und schneller). Man kann die alten Lager vermessen (mit Plasticgage), neue Lager einbauen und dann nochmal vermessen. Sind in den alten Lagern keine Riefen, wird man bei den neuen Lagern zu den Alten nur sehr geringen Verschleiß im Tausendstelbereich feststellen. Meist sind aber in den alten Lagern Fremdkörper (oft noch aus der Fertigung) eingedrückt und das Axiallager ist bei Schaltern verschlissen. Das ist ursächlich für einen zu niedrigen Öldruck im Leerlauf und flackernde Ölwarnleuchte.
Bei Motore, die geräuschmäßig aus der Lagergasse nicht auffällig waren, tausche ich die Lagerschalen generell komplett aus und messe das Laufspiel bei den neuen Lagern und gut ist´s. Die haben dann alle wieder 1 - 1,5bar Öldruck im LL bei nur 750U/min.

Gruß Eric

Alles im grünen Bereich!

pillepalle, Sunday, 28.07.2013, 18:59 (vor 4813 Tagen) @ Eric65

Auf so eine Antwort hab ich gehofft :-D Vielen vielen Dank!

Also Zylinder 4 sieht ganz gut aus. Ist ja der, neben Zylinder 5, thermisch am stärksten beanspruchte, richtig?


Dieses Foto ist aus Zylinder 1 und der hat die am auffälligsten, senkrechten Schleifriefen.
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Also alle anderen sehen besser aus.

Dann kommt nur ein Satz neuer Ringe rein. Wäre das Problem gelöst. :-)

Okay, also Lagergeräusche sind mir jetzt nicht aufgefallen, als der Motor noch lief.

Folglich reicht es Deiner Meinung nach, HL und PL durch neue zu ersetzten und mit dem Quetschfaden zu messen.

Hier mal ein Foto von den Flächen der Pleullager.
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Wie ist das Axiallager auf der Kurbelwelle befestigt? Ist ja das große Lager an der Stirn des Motors, richtig? Mein e28 ist ein Schalter und direkt nach dem Starten, hat die Öllampe etwas geflackert und ist dann aus gegangen, wenn ich das recht in Erinnerung habe. Somit muss ich das auch erneuern :-|

Eine Preisfrage gibt es allerdings noch: Wo bekomm ich das ganze Zeug eigentlich her?
Im Onlineshop von http://www.ms-motor-service.com/ hab ich die Sachen gefunden, aber kann ich da als Privater überhaupt bestellen?
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Gibts noch irgendwas, auf das ich beim Ausbauen besonders achten muss?

Vielen viele Fragen, mach das alles zum ersten mal und will halt nix falsch machen :/

Danke für Deine Hilfe

Gruß
Tobias

--
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Alles im grünen Bereich!

Eric65, Straubing, Sunday, 28.07.2013, 20:18 (vor 4813 Tagen) @ pillepalle

Hallo Tobias,

also Zylinder neu Honen ist kein Problem. Mit dem Hongeräte den Zylinder einmal rauf und wieder runter und dann ist´s gut. Denke aber nicht dass das bei dir nötig ist, auch nicht bei Zylinder eins.

Das Axialspiel der Kurbelwelle ist nicht ein- oder nachstellbar und ist in dem Kurbelwellenlager 4 mit integriert. Es hat einen zusätzlichen Außenring der die Kurbelwelle axial zentriert. Spätestens bei der Demontage des Lagers sieht du, was ich meine.

Beim Lagerwechsel ist es am sinnvollsten, die originalen Lager auszubauen und mit der originalen Teilenummer beim Freundlichen zu bestellen. Jedes Lager hat seine Teilenummer und einen Farbcode Rot oder Blau (für die Tausendstelpassung). Das ist bei den Originallagern alles mit drauf und danach sollte man die AT-Teile bestellen. Zumindest gehe ich immer so vor....und hab damit die besten Erfahrungen gemacht. Selbst ausmessen und Schalendicke berechnen geht auch...ist aber unnötige Mühe und beim Nachmessen kommen dann immer andere Lagerspiele bei raus.

Gruß Eric

Weiter gehts!

pillepalle, Tuesday, 30.07.2013, 20:05 (vor 4811 Tagen) @ Eric65

Hallo Eric,

vielen Dank für Deine wertvollen Tips! Falls mein e28 nächste Saison wieder läuft und wir uns mal auf nem Treffen übern Weg laufen, hast Du dir ein Bier verdient :-)

Nochmal was zu den Kolben: Sind diese Schleifspuren schlimm? Sind an Zylinder 4 am ausgeprägtesten. Ist wahrscheinlich dass, was Du schon in Deinem ersten Post gemeint hast. Heißt doch, dass der Kolben leicht kippt, oder?

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Hab heute aus Interesse mal die Zapfen der Pleuellager vermessen. Die Micrometerschraube sagt 47,98. also 2/100 Abweichung. Ok?


Heute hab ich nun auch die Kurbelwelle ausgebaut und mir genau aufgeschrieben, wie es Original zusammengebaut war :-P

So super war der Zustand der Hauptlager dann wohl doch nicht, dass lassen zumindest die jetzt sichtbaren Schleifspuren vermuten.

Im allgemeinen lässt sich sagen, dass die Lager, die im Block aufliegen, deutlich gleichmäßiger abgeschliffen sind, als die, die in der "Brücke" liegen. Der Block ist halt doch ein gutes Stück massiver als die "Brücken" welche ja auch die komplette Kraft beim Zündvorgang aufnehmen müssen. So dürfte sich die ungleichmäßige Abnutzung erklären. Oder lieg ich falsch?

Hier mal ein Beispiel:
Lager vom Block:
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Und zum Vergleich, die von einer "Brücke":
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Und dann hab ich noch ein Lager mit zwei schmalen parallelen Linien gefunden. Ich weiß allerdings nicht, was diese Spuren da rein gemacht hat, denn am Zapfen ist keine Beschädigung zu erkennen.
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Das Axiallager ist, wie du gesagt hast, außen etwas abgenutzt, also da ist auf jeden Fall Spiel vorhanden. Ich bin nicht sicher, was es haben sollte, aber gemessen hab ich jetzt ~29,85-29,9. Original werdens wohl mal 30,0 gewesen sein.
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Die Frage ist jetzt natürlich, ob die Kurbelwelle irgendwie Schaden genommen hat, wenn die Lager so aussehen? Alle Zapfen der Kurbelwelle sehen zwar gut aus. (Haben ein sehr feines gleichmäßiges Schliffbild) Aber ich kann sie leider nicht auf Rundheit prüfen :/ Aber die Kurbelwelle sollte ja deutlich härter sein, als die Lagerschalen damit eben nicht die KW verschleißt.

Wo genau sind denn die Farbmarkierungen für die Schalen? Ich hab nur zwei Farbpunkte gefunden und die waren auf den Ausgleichsmassen der KW. Einer Gelb einer Rot. Aber auf den anderen Ausgleichsmassen waren keine Punkte zu finden?
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Welche Schalen brauch ich denn nun genau? Die Nummern und Toleranzen der Schalen hab ich mir alle aufgeschrieben. Kann der Freundliche damit auch wirklich was anfangen? Ich hab ja nicht wirklich nen Farbcode :-(

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Als nächstes steht jetzt dann das Bearbeiten des Blocks auf dem Plan.

Beginnen wollte ich mit ner komplett Reinigung. Kann ich die Öl- und Wasserkanäle einfach so mit nem Hochdruckreiniger auswaschen? Im Kurbelwellenraum sind die ganzen Wände schwarz vor Öl. Und die Wasserkanäle haben Kalk? angesetzt, der ist für eine Ideale Wärmeübertragung bestimmt auch nicht zuträglich. Wie bekommt man das alles wieder schön? Eisstrahlen wäre natürlich das Beste, aber ich will möglichst viel selber machen, auch um das ganze finanziell schlank zu halten.

Nächster Schritt wäre dann den Block von außen zu strahlen und dann schwarz lackieren. Ganz wichtig ist hier natürlich, dass mir kein Strahlgut in Ölkanäle kommt. Deswegen hätte ich mir aus Holz ne Platte gemacht, die ich statt Ölwanne und Zylinderkopf drauf schraub. Löcher werden mit Schrauben verschlossen. Was aber wiederum dazu führt, dass die Schrauben mit gestrahlt werden. Dass wiederum führt dazu, dass ich die Schrauben nach der ganzen Aktion zum verzinken schicken kann, damit die später im Block mal nicht das festgammeln anfangen.

Danach möchte ich den Block etwas planen lassen.
1., weil ich nicht weiß, ob der Block vllt. etwas Krum ist und
2., weil die Dichtfläche aussieht wie sau.
damit sollte ich auf jeden Fall auf der sicheren Seite sein.

Gruß
Tobi

--
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Weiter gehts!

M.S., Straubing-Bogen, Tuesday, 30.07.2013, 21:41 (vor 4811 Tagen) @ pillepalle

Zu dem Kolben: schön ist er nicht mehr. Messe ihn nochmal durch. Er sieht eher grenzwertig aus... wobei er durchaus noch einige Zeit laufen kann. Ich würde es aber hier ganz klar vom Verschleißmaß her sehen und danach prüfen.

Die oberen Lagerschalen haben's gut überstanden, das ist üblich. Die unteren haben ihr Leben hinter sich. Fortgeschrittener Verschleiß... aber kaputt sind die nicht, der hätte es nochmal um den Planeten geschafft. Aber die Deckschicht ist weg, er ist schon in der dritten Schicht eingelaufen.
Egal, austauschen. Die Nummern hast du ja. Jetzt muss nur noch entschieden werden, Rot oder Blau... ich tippe auf Rot. Da wird der Eric noch was sagen...

Das beschädigte Lager ist ein Fremdkörper gewesen, da hat's was durchgezogen. Nicht gut! Passiert aber durchaus und läuft trotzdem lange. Egal, wird auch ausgetauscht.

Das Axiallager ist mal richtig fertig. Das müßte man schon rumoren gehört haben. Egal, kein bleibender Schaden, austauschen.

Die Welle hat's gut überstanden, das Tragbild ist optisch ok. Weitermachen. :-D

Das mit dem Strahlen kannst du machen, gehen tut das. Nur der muss dicht bleiben, mit Strahlgut kannst du ihn zügigst killen. Spülen musst du trotzdem, da kommt Staub rein.

Besser wäre erst Eisstrahlen...

Weiter gehts!

Eric65, Straubing, Tuesday, 30.07.2013, 23:38 (vor 4811 Tagen) @ M.S.

Hallo Tobias,

Martin hat eigentlich schon alles wesentliche geschrieben...

Zum Farbcode der Lager: Eigentlich müsste jede Lagerschale neben ihrer Teilenummer auch einen Farbklecks oder Farbstrich haben. Am deutlichsten sichtbar ist er oft am Lager 4, dem Axiallager. Falls kein Farbcode mehr sichtbar sein sollte, geh auf Farbcode ROT. Bei den zig M30, die ich bis dato überholt habe, war nur mal ein einziger Blauer dabei, alle anderen immer Rot. Auf den Lagerschalen können sogar beide Teilenummern eingeprägt sein, einmal für Rot und einmal für Blau. Die Schalen wurden nach der Fertigung vermessen und dann erst je nach Toleranzmaß rot oder blau markiert. (nur zur Info, warum da zwei Nummern drauf sein können.)

Zum Kolben: Naja, ein (oder 6?) Neue könnten nicht schaden. Hier musst du das Verschleißspiel exakt messen. Wenn er grenzwertig ist, lieber gegen einen Neuen tauschen. Kolben für M106 im 0-Maß müssten noch lieferbar sein und kosten nicht die Welt. Der genaue Kolbendurchmesser ist auf dem Kolbenboden (oben!) sichtbar eingeprägt. Danach den Ersatz bestellen....
Das ist aber nur unbedingt nötig, wenn du dem Triebwerk dauerhaft die volle Leistung abverlangen willst oder eine Leistungssteigerung vornimmst...was sich bei einer solch aufwändigen Überholung durchaus anbietet!
Dazu reicht alleine schon eine andere Nockenwelle und die Verdichtungserhöhung durch Block- und/oder Kopfplanen bei Einbau der Standart-ZKD.

Gruß Eric

endlich wieder Zeit gefunden...

pillepalle, Wednesday, 07.08.2013, 20:50 (vor 4803 Tagen) @ Eric65

Dank Euch Zwei, für die Hilfestellung. Bin echt froh drum hier alle meine Fragen so kompetent beantwortet zu bekommen.

Zum Kolben:

Leider hab ich es noch nicht geschafft mir die passende Micrometerschraube auszuleihen. Aber ich werde hier noch genau messen.

Kurz zum geplanten Ergebnis.
Es ist geplant eine Nockenwelle mit schärferem Profil einzubauen, aber nix extremes. Ebenfalls hab ich vor die Kanäle anzupassen. Nachdem sich die ZKD in Kopf und Block verewigt hat, werde ich wohl etwas runterhobeln müssen. Abgasstrang wird auch etwas "optimiert" :-D Das ganze wird am Schluss mit einem verändertem Kennfeld abgestimmt. Wenn am Schluss die Originalleistung bei rum kommt, wäre ich schon glücklich. :-)

Letzte Woche war ich dann beim BMW und hab mir mal ein paar Preise geben lassen. Preise finde ich Okay.

Hier mal ein Auszug, falls es wen interessiert.
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Ebenfalls war ich bei einem Motorenbauer in meiner Nähe und hab angefragt, was sie denn so fürs planen verlangen. Ergebnis: 110€ Kopf und 120€ Block. Ist das zuviel oder passt der Preis?
Wie viel darf ich denn wegnehmen? Am liebsten wäre mir so wenig wie möglich. Muss halt alles wieder schön plan sein.


Nockenwelle und Kipphebelwelle sind jetzt auch draußen.
Dabei gabs allerdings ein Problem.
Die erste Kipphebelwelle ging nicht so gut raus. Grund dafür war, dass sich im Führungslager bei Zylinder 3 ein Metallrest im Lager befand. Das hab ich allerdings erst gesehen, als ich die Welle schon bis zu Zylinder 1 raus gezogen hatte. Ich wusste halt nicht, wie streng die Passungen sind und hatte daher kein Gefühl, ob die Welle normal schwer rausgeht, oder was faul ist...
Nachdem mir der Metalldreck dann aufgefallen war, hab ich das dann weg gedremelt.

Ergebnis ist nun leider, dass ich im Lagerblock von Zylinder 3 und Zylinder 2 so riefen habe. Siehe Foto:
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Hier die abgedremelte Stelle und noch so ein Metallrest der auf der Welle war.

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Diese Riefen sind jetzt natürlich nicht toll, aber im Endeffekt bewegt sich die Welle an der Stelle ja nicht. Somit sollte eine neue Welle wieder funktionieren. Evtl. gibt es minimale Abstriche beim Öldruck, oder? Hab keine Lust auf einen neuen Kopf...

Die anderen 3 Wellen gingen ohne Probleme raus.

Nachdem die Kipphebelwellen dann draußen waren, konnte ich die Nockenwelle entfernen. Ging auch einwandfrei.

Kipphebel und Nockenwellen weisen eindeutige Einlaufspuren auf.

Hier mal der schlimmste Kipphebel (Zylinder 1) und eine Nocke.
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Und noch mehr wird offenbart...

Ein Ventil (Ich glaub bei Zylinder 4) sieht am Kontaktpunkt zur Exzenterscheibe richtig zerstört aus... (Exzenterscheibe sieht aber absolut normal aus)

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Zwei weitere Ventile sind am Ende stark konvex...
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Die restlichen sehen gut aus.
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Werden wohl doch einige Neuteile fällig :-|

Gibt es vllt. gute/bessere Alternativen zu den BMW Originalteilen? Aus welcher Quelle bezieht Ihr eure Teile? Speziell im Hinblick auf die Nockenwelle. Gibt im Internet ja so komplette Sätze für den Zylinderkopf. Schrick hat auch schöne Sachen, aber die Preise :-D

Als nächstes bau ich die Ventile aus und werde Block und Kopf mit Hochdruck und entfetter abkärchern. Die Kleinteile werden in einem Ultraschallbad gereinigt. Der Rest kommt dann neu.

So viel für heute. Freu mich auf Eure Einschätzungen :)

Einen schönen Feierabend wünsche ich!

Gruß
Tobi

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endlich wieder Zeit gefunden...

AHG535i, Thursday, 08.08.2013, 16:04 (vor 4802 Tagen) @ pillepalle
bearbeitet von AHG535i, Thursday, 08.08.2013, 16:10

Hallo, Tobi,

schau mal hier: http://www.wallothnesch.com/

Nimmst die Teile für 6er Coupes ab 82, dann passt das. Welche Ventile sind betroffen? Einlaß oder Auslaß?

Bei den Kipphebelwellen würd ich mir jetzt nicht so den Kppf machen. Die Spuren sind zwar nicht schön, aber wie Du selbst ja sagst, die Wellen bewegen sich nicht und das Öl wird dort auch direkt durch die Wellen befördert. Der erste Zylinder mit dem Kipphebel und der Nocke ist durch eine mangelhafte Öldusche (das Rohr, was mittig im Kopf sitzt)verursacht. Da wurden nie die beiden Hohlschrauben nachgezogen.

Hier gibts Einlaßventile: http://www.ebay.de/itm/Einlasventil-AE-BMW-5-6-7-14605-/380639353592?pt=DE_Autoteile&am...

Gruß
Axel

endlich wieder Zeit gefunden...

pillepalle, Thursday, 08.08.2013, 16:37 (vor 4802 Tagen) @ AHG535i

Die Seite kannte ich noch garnicht, haben ja einiges im Angebot. Sehr schön :-P
Qualität ist unbendklich oder? Ne Nocke für 200€? Kommt mir fast etwas günstig vor.
Muss ich dann mal mit den BMW Preisen vergleichen und dann entscheide ich.

Das Ventil mit dem zerbröselten Kopf ist Zylinder 3 auf der Auslassseite.
Die mit dem konvexen Kopf sind Zylinder 5 und 6 ebenfalls Auslassseite.

Gruß
Tobias

--
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endlich wieder Zeit gefunden...

M.S., Straubing-Bogen, Thursday, 08.08.2013, 17:37 (vor 4802 Tagen) @ pillepalle

Ich würde unter keinen Umständen eins dieser Billigventile nehmen. Nicht aus so einer dubiosen Quelle. Chinakracher?

Eine gute Nocke findest du bei DBilas. So eine 288er ist problemlos im Alltag fahrbar, ziemlich unspektakulär... aber merkbar ;)

Von Kopf und Block kann man in Summe 0,5mm abnehmen ohne negative Folgen.

Aber in Verbindung mit der Nocke brauchst du Ventiltaschen... Kopf drauf, altes Ventil mit Scharte und schön drauf rumkratzen ;) Der Rest ist Handarbeit mit der Fräse.

Die Kipphebelwellen noch checken auf Einlaufspuren, die Kratzer im Kopf sind völlig egal.

endlich wieder Zeit gefunden...

Eric65, Straubing, Thursday, 08.08.2013, 22:32 (vor 4802 Tagen) @ M.S.

Hallo Tobias,

also das Ventil mit dem zerbröselnden Kopf hat "Pitting" in Vollendung und ist Schrott, die anderen beiden auch. Sicherheitshalber alle 6 Auslassventile wechseln.

Der Kipphebel Zyl.1 ist auch Schrott, hier müssen alle 12 getauscht werden, auch deshalb, da eine neue Nockenwelle reinkommen soll. Damit kommt keine eingelaufene Gleitfläche auf eine neu bearbeitet Lauffläche. Gleitflächenpaarung immer alt auf alt oder neu auf neu, man sollte nicht mischen.

Viel wichtiger sind die Kipphebelachsen. Diese dürfen nicht eingelaufen sein, auch nicht minimal. Die Achsen sind hohlgebohrt und hängen am Ölkreislauf des Zylinderkopfes und versorgen auch die Kipphebellager mit Öl. Ist hier übermäßig Spiel/Verschleiß, so hat man einen erheblichen Öldruckverlust durch Leckage im Kopf. Es kommt dann auch weniger Öl in die Spritzölleitung...mehr Verschleiß an den Nocken etc.

Zylinderkopfplanen sagt man zur Revision 3/10tel mm und eine dickere Kopfdichtung verbauen um die Verdichtung nicht zu ändern. Dickere Dichtung ist nicht unbedingt nötig...man erhöht damit nur die Verdichtung :-D ...und hat mehr Leistung.

Man kann bis zu 5/10 und mehr runterhobeln, muss aber dann die Freigängigkeit der Ventile berücksichtigen. Bei mir ist eine dbilas 288 verbaut mit deutlich mehr Ventilhub und Kopf ist geplant. Es mussten Ventiltaschen in die Kolbenböden gefräst werden!!!;-) ...was leider nicht ganz ohne ist!

Den Block würde ich nur im äußersten Notfall planen lassen...Block planen ist beim M30 nicht vorgesehen! Also nur mit dem Stahllineal vermessen und mit der Klinge abziehen...mehr ist da normal nicht nötig.

Falls du Bedenken hast wegen der Dichtfläche am Block, für den 3.5er M106 gibt es auch eine spezielle ZKD in Schneidring-Technik. Ist denke ich vom ALPINA 3.5er...

Wird Kopf/Block mehr als 3/10mm geplant muss die Steuerkette wenigstens gegen eine Neue getauscht werden. Durchs Planen rückt der Kopf näher zur Kurbelwelle und die Steuerzeiten verschieben sich in Richtung spät.

Wenn du nur den Kopf abhobelst und eine Serienwelle und Serien-ZKD verwendest, brauchst du nichts berücksichtigen...kommt eine Tuningwelle zum Einsatz unbedingt Ventilhub und Freigängigkeit Ventil/Kolben prüfen! Sonst kann das Ventil im OT auf den Kolbenboden aufschlagen und sogar abreißen ... Kolben-Ventilsalat!:-(

Gruß Eric

endlich wieder Zeit gefunden...

AHG535i, Friday, 09.08.2013, 10:26 (vor 4801 Tagen) @ M.S.

Hey, die Ventile die ich damals bekommen hab waren von Ovat. Laufen seit 20TKM in zwei 3,5er problemlos.

Von Walloth kommen Febi Teile. Die Kolben würde ich zu dem Michael Pütz(K27) schicken zum neu beschichten lassen und die Ringnut nachstechen. Werden dann auch gleich mit neuen Kolbenringen bestückt. Ist auf alle Fälle günstiger, als 6 neue Kolben.

Zur Nocke? Ging da nicht auch was mit ner 528i Nocke, so wie Alpina die verbaut hat.

endlich wieder Zeit gefunden...

pillepalle, Friday, 09.08.2013, 17:29 (vor 4801 Tagen) @ AHG535i
bearbeitet von pillepalle, Friday, 09.08.2013, 17:32

Hab mir heute die 75-100mm Bügelmessschraube ausgeliehen.

Ganz sicher bin ich mir ja nicht, wie ich die Kolben vermessen soll, aber ich seh ja wo die Schleifspuren sind.

Die Kolben wurden an drei Stellen gemessen. Die erste/oberste Messung war nahe am Ölabstreifring, die zweite in der Mitte und die dritte in der nähe vom unteren Rand

Die Ergebnisse:

Kolben:-----1--------2--------3---------4--------5---------6

Oben:-----91,865---91,865---91,868---91,869---91,864---91,867
Mitte:-----91,910---91,915---91,912---91,913---91,918---91,913
Unten:----91,903---91,902---91,897---91,897---91,898---91,896


(Die dritte Stelle nach dem Koma wurde geschätzt und ist daher nicht besonders aussagekräftig. )

In der Mitte, also an der Stelle an denen die Schleifspuren am deutlichsten sind, hat der Kolben am meisten Fleisch. Seltsam...

Wurde bei der Produktion an dieser Stelle vllt. schon etwas mehr Material hinzugegeben um eventuellem Verschleiß "vorzubeugen"?

Oder liegt das daran, dass die Rauhigkeit an dieser Stelle höher ist und ich deswegen mehr messe? Wobei wirklich rau ist das auch nicht und sollte ja eigentlich durch die Bewegung im Zylinder regelrecht feinst-poliert sein ^^

Was sagen die Experten? Neue Kolben (hoffentlich nicht :-D ), oder kann man die ruhigen Gewissens weiter verwenden?

Wenn ich die Kolben überholen lassen würde, müsste ich sie ja vom Pleuel trennen und das wollte ich eigentlich vermeiden, da diese ja mit dem Kolbenbolzen verbunden sind und das eine Übergangspassung ist.

Wie viel Luft hat man denn im Serienmotor zwischen Ventil und Kolben? Wie viel Hub macht die Seriennocke? Anhand der Werte könnte man sich dann ja ausrechnen, ab wann es zwischen Kolben und Ventil eng wird.

Neue Ventilfedern werden auch fällig, richtig? Vor allem bei ner schärferen Nocke. Bei Schrick gibts nen Satz für 89€, aber das sind nur die großen, äußeren Federn. Im Original Motor befinden sich aber immer zwei Feder pro Ventil. Eine kleine Innen und eine große außen.

mit freundlichen Grüßen
Tobi

--
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woife, Friday, 09.08.2013, 20:16 (vor 4801 Tagen) @ pillepalle

Kolben kannst bedenkenlos von den Pleueln trennen, wenn du das nicht täglich machst nehmen die Kolben auch keinen gravierenden Schaden.

endlich wieder Zeit gefunden...

AHG535i, Monday, 12.08.2013, 09:57 (vor 4798 Tagen) @ woife

Genau, Sprengring am Bolzen vorsichtig raushebeln und den Bolzen rausdrücken. Dann kannst Dir auch gleich die Lager im Pleuel ansehen und ggf. neu machen.

Dann die Pleuel auf ne "Koks" Waage und auf das gleiche Gewicht bringen, ebenso die Kolben.

Meine die Serienwelle im 535 hätte 264° gehabt bei den 218ern. Die 528er hat 272°, da brauchst auch keine neuen Federn, wenn die noch im Maß sind.

Gruß
Axel

endlich wieder Zeit gefunden...

Ralf518, Tuesday, 13.08.2013, 10:56 (vor 4797 Tagen) @ AHG535i

Hallo,

manche Nockenwellen sind an der Stirnseite unterschiedlich geformt um
die verschiedenen Verteiler aufnehmen zu können. Bevor Du mühevoll so
einen Mix zusammenschraubst und dann nachher bei der letzten Schraube
feststellst, dass sich der Zündverteiler nicht mehr anschrauben lässt,
schau Dir die Welle vor dem Einbau genau an.

Viele Grüße
Ralf

endlich wieder Zeit gefunden...

pillepalle, Tuesday, 13.08.2013, 16:11 (vor 4797 Tagen) @ Ralf518

Vielen Vielen Dank für Eure rege Beteiligung.
Hab grad noch n Haufen anderen Scheis zu tun...
Aber nächste Woche kann ich endlich wieder richtig weiter machen :-)

Eine schöne Woche wünsch ich Euch

Gruß
Tobi

--
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Nein! Projekt ist nicht eingeschlafen ;)

pillepalle, Thursday, 03.10.2013, 13:02 (vor 4746 Tagen) @ pillepalle

Ich hab eindeutig zu wenig Zeit für mein Projekt ... scheis Spanienurlaub :-D

Heut konnte ich endlich die ersten Teile bestellen :-)

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Jetzt fehlt mir noch:

Kolbenringe (Gabs bei Walloth nicht...)
Nockenwelle
Ventilfedern
Kupplung
und wahrscheinlich ein Haufen Kleinkruscht, was dann beim Zusammenbau auffällt.

Und einen Schmiedmannfächer hab ich auch bestellt :-D

Desweiteren sind ein Großteil der Motorenteile fertig glasperlgestrahlt. Ein tolles Verfahren :-) Aus alt und gammelig, mach neu und sauber :-D

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Andere Teile hab ich sandgestrahlt und dann in der Firma, in der ich mein praktisches Semester hatte, gepulvert.

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Die Stützen der Ansaugspinne und ein paar Kleinteile wollte ich in Alu-Optik. Deswegen hab ich mich für die Farbe 9006 Weißaluminium mit Struktur Oberfläche entschieden. Die Teile des Luftfilterkastens und der Riemenscheibe wollte ich, wie vorher, in schwarz haben. Einen schönen Glanz hat das 9005 Tiefschwarz. Die Teile sind wie neu und haben mich außer etwas Schweiß und Strom/Strahlmittel nichts gekostet :-)


Der Motor ist auch sauber und hat außen einen schwarzen Anstrich verpasst bekommen.

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Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich ihn außen einfach nur mit 200bar abgekärchert habe. Also nicht entrostet! Aber Hammerite wird ja mit "direkt auf Rost" angeprießen... Aber ich hatte einfach zuviel schiss alles zu strahlen, weil irgend ein Körnchen wäre mit Sicherheit in irgend einem Kanal geblieben und hätte mir später alls :-(

Weiter gehts jetzt mit dem ZK. Ventilspanner wurde heute bestellt. (Ebay ding)

Ich spekulier ja auf die 288° Nocke und in Verbindung mit einem geplanten Kopf wird das alles ordentlich eng. Ich komm also nicht um die Ventiltaschen drum rum. Die Technik mit den geschärften Ventilen finde ich ja schon interessant :-D
Leider hab ich mindestens genauso viel Respekt vor der Arbeit. An die Personen, die das schon mal gemacht haben. Habt ihr davon vllt. Fotos oder könnt mir Eure Erfahrungen etwas genauer Schildern? Das wäre echt super!

Ebenfalls interessiert wäre ich an Tipps, für die Bearbeitung von Einlass/Auslasskanälen. Wie geht man da am besten vor?

So viel für den Moment.

Gruß
Tobi

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Nein! Projekt ist nicht eingeschlafen ;)

pillepalle, Saturday, 12.10.2013, 12:09 (vor 4737 Tagen) @ pillepalle

Hallo miteinander,

ZK ist jetzt auch zerlegt.

Als erstes hab ich mal versucht das Kippspiel der Ventile zu messen.

Auf der Auslassseite beträgt es zwischen 0,6-0,85mm. Die Ventile haben wirklich merklich Spiel.

Die Einlassseite ist deutlich besser. Hier beträgt es höchstens 0,5mm.

Wo liegt der Grenzwert beim Kippspiel? Rein vom Gefühl her würde ich sagen, dass 0,85mm zuviel sind. Besonders im Hinblick auf die Leistungssteigerung :-(

Die Frage ist, was ich jetzt mit dem Kopf mach...
Neue Ventilführungen sind bestimmt alles andere als billig. Vor allem, weil der tausch nicht selbst zu bewerkstelligen ist.
Oder man Reibt die Führungen auf und nimmt Übermaß Ventile, aber woher bekommt man Übermaß Ventile?
Oder einfach einen neuen Kopf mit weniger Laufleistung? Muss man aber auch erstmal finden...


Was sagen Eure Erfahrungen in so einem Fall? Wie würdet Ihr weiter vorgehen?

Gruß
Tobias Seidel

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