Als Antwort auf: Re: War aber nur geteilte Zustimmung von Dir. von MP am 08. Dezember 2003 14:10:00:
weil der 3.0d jetzt 218 PS hat. Denn bei 218 PS klingelt's bei mir immer, und ich denke automatisch an den B30-3.5-Motor ohne Kat/mit G-Kat.
Angefangen hatte der Direkteinspritz-Turbodiesel ja bei 184 PS, da klingelte es in Richtung B30-2.8 mit Jetronic, dann wurde er weiter aufgewertet auf 192 PS, Klingel M50, dann hatte er, glaube ich, zuletzt 204 PS, da klingelte es bei mir in Richtung Dreiliter-Vierventil-Reihensechser von Volvo, Dreiliter-Vierventil-V6 von Alfa oder Zweiliter-Vierventil-Vierzylinder-Turbo von Lancia.
Und jetzt eben 218 PS.
500 nm.
Trotz des gänzlich anderen Drehmomentes drängt sich der Vergleich auf, finde ich:
Motorentwicklung heute und vor 20 Jahren.
Auch die Fahrleistungen, zumindest bis 100 km/h, sind mit 7.1 sec genau die des M535i mit 218 PS (E12: 7.0, E28: 7.2), wennauch der E60 schwerer ist - aber er hat auch mehr Drehmoment und auf der anderen Seite einen besseren cw-Wert.
Stichwort cw-Wert:
Wie lange braucht eigentlich dieser E60-3.0d bis 160, wie lange bis 180 km/h, weiß das jemand?
Vermutlich hängt er in dieser Disziplin den normalen M30-535 ab und geht in Richtung M5.
Also, ich finde solche Vergleiche schon interessant, weil sie aufzeigen, wie weit der E28, sei es mit dem 2.4 td oder mit dem 3.5i, mittlerweile technisch hinten ist und was die Entwicklung wirklich gebracht hat.
Wenn man etwa noch weiter zurückgeht und den E3 kritisch unter die Lupe nimmt, dann sieht dieser vor allem mit seinem Benzinverbrauch sehr alt aus, insbesondere natürlich die höllisch schlürfenden Vergaserversionen, aber auch der Si war mit seinem serienmäßigen Vierganggetriebe und dem cw-Wert um 0.4 selbst in Anbetracht seiner Fahrleistungen nicht wirklich sparsam, wenn auch man seinerzeit den Verbrauch als durchaus angemessen betrachtete.
Für einen E3-Fahrer nimmt es schon Wunder, wenn ihm ein E28-535 Fahrer sagt, er fahre seine Kiste mit 10-11 Litern/100 km, oder wenn vom ETA berichtet wird, man könne ihn mit 8 Litern bewegen.
Und dann liest man, der E60-530d brauche 7-10 Liter. Diesel, versteht sich.
Das brauchte der E39-525tds auch, nur mit einer Obergrenze von nicht 10, sondern nur 8 Litern! Und das war noch ein Wirbelkammer-Diesel, ohne Direkteinspritzung.
Da fragt man sich schon zurecht, wo denn da der Fortschritt bleibt, bei all dem vielen Geld!
Na, und obendrein sind aus der Sicht des E3-Fahrers (der 3.0 S hat einen normalen Verbrauch, der vielen von Euch als absurd erscheint: 17-19 (22) Liter, die sich nur auf langen Autobahnetappen ohne Stop auf 13-15 drücken lassen) die Werte, die so ein moderner E60 verbraucht, und jene, die einem E28 nachgesagt werden, so in etwa und Pi Mal Daumen fast dieselben.
Läßt allerdings man den Diesel beiseite und vergleicht die Motoren von damals mit den heute aktuellen Benzinern, allen voran mit dem zur Zeit besten Dreiliter-Reihensechszylindermotor der Welt, dem 3.0i von BMW, etwa im 330i oder 530i, dann fällt die Frage nach dem Fortschritt noch weit weniger klar aus, insbesondere natürlich wieder aus der Sicht des E3-Fahrers, denn wenn man den 3.0i im E39 oder E60 mit einem M30-3.5 im E28 vergleicht, dann weiß ich jedenfalls, was mir lieber ist und welcher Motor mehr Drehmoment und den viel schöneren mechanischen Sound hat (Auspuffsound ist reine Abstimmungssache): Der M30, denn ein Zahnriemen gibt nicht mehr viel Sound her.
Und selbst beim Vergleich des 231 PS starken 3.0i mit dem M30-3.5 mit 211, 218, 240 (Alpina B9) oder auch nur 185 PS drängt sich mir die Frage auf: "Wo bleibt der Fortschritt?!
Zumal der 3.0i ja den 3.0d zumindest von der Modellpolitik noch immer toppt, auch, wenn der Dieselmotor Aufpreis kostet und der 3.0i im X5 beispielsweise die Basismotorisierung darstellt, was einem gerade dort nur allzu bewußt wird.
Dieses Basismotorisierungsgefühl hat man mit dem 3.0d-Motor im schweren X5 jedenfalls nicht, und genau da liegt der Fortschritt, das ist klar.
Der Diesel war noch nie so nahe an einem gutgehenden Vierventil-Benzinmotor dran.
FJ