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Probleme mit Getriebe/Antriebsstrang (viel Text) (Allgemein)

Oz-Beemer, Sunday, 25.05.2014, 10:07 (vor 4509 Tagen)

Hallo Forum,

Ich habe ein (hoffentlich nur eins) Problem mit meinem Automatikgetriebe/Antriebsstrang bei meinem 535iA. Vlt. hat ja jemand Ahnung und kann mir einen Rat geben.

Zur Geschichte:
1) Bei meinem 4HP22 EH stimmte etwas mit dem Wandler nicht, was sich in stärkeren (aber nicht schlagenden) Gangwechseln bemerkbar machte. Außerdem ging die Wandlerbrücke nicht (kein zusätzliches "Schalten" bei 85km/h).
2) Vor einigen Monaten habe ich dann mit Stefan hier aus dem Forum den Wandler gegen einen gebrauchten getauscht. Dabei haben wir auch gleich das Mittellager von der Kardanwelle getauscht, da es schlug und vibrierte. Das Wechseln des Wandlers gestaltete sich einfach. Allerdings hat sich beim ersten Wiedereinsetzen des Getriebes der Wandler wieder leicht verschoben, wodurch er nicht mehr richtig im Getriebe saß. Das haben wir erst gemerkt, als wir das Getriebe nicht bündig mit dem Motor verbinden konnten. Also wieder ab und diesmal richtig. Beim zweiten Versuch hatten wir keine Probleme.
3) Bei der Testfahrt hat sich dann gezeigt, dass die Wandlerbrücke wieder ging und das Schalten ruhiger war. Allerdings fällt mir seitdem auf, dass ein leicht heulendes Geräusch aus Richtung Wandler kommt. Es hört sich ähnlich an wie bei einer Bandanlage, bei dem das Band leicht rutscht. Schwer zu beschrieben .. man hört das Geräusch nur im Stand, beim Fahren wird es von anderen Geräuschen geschluckt.
Bei der Testfahrt hat sich auch herausgestellt, dass wir beim Wechseln des Mittellagers wohl ein Kreuzgelenk beschädigt haben, was sich in starkem Vibrieren äußerte. Das Schlagen des Mittellagers war aber weg.
4) Der Wagen stand dann einige Monate mangels Zeit. Vor 2 Wochen habe ich dann nochmal die Kardanwelle ausgebaut und gegen eine andere getauscht. Das Mittellager habe ich beibehalten.
5) Bei der ersten behutsamen Testfahrt war alles ok. Allerdings bin ich nur 2 Minuten um den Block gefahren und habe wohl auch nicht auf alles geachtet.
6) Gestern hatte ich dann Zeit für eine längere Testfahrt, was einige gröbere Probleme offenbarte:
- Die Ganganzeige ist verstellt. Auf R zeigt er teilweise P an, auf N R, auf D N und so weiter. Ich muss den Wahlhebel mit leichten Druck nach hinten auf der jeweiligen Position drücken, damit der richtige Gang angezeigt wird.
- Auf D schaltet er teilweise nicht hoch, außer ich drücke den Ganghebel leicht nach hinten. Sobald er einmal schaltet, geht alles.
- Und nun das Erschreckende: Teilweise kommt ein extrem lautes, anhaltendes Geräusch aus Richtung Getriebe. Es klingt wie eine sehr laute Benzinpumpe (oder irgendeine Pumpe), die sich langsam verabschiedet. Das Geräusch ist Geschwindigkeits- und Drehzahl unabhängig. Manchmal hört es nach 1-2 Sekunden auf, einmal hörte es erst auf, als ich anhielt. Das Geräusch ist wirklich extrem laut und übertönt locker den Motor.

Fragen:
- Kann es sein, dass der Seilzug fuer die Gänge am Getriebe leicht verstellt ist, sodass er quasi zwischen 2 Positionen hängt? Den Schalter unmittelbar unter dem Gangwahlhebel hatte ich nicht in der Hand, aber der ist wohl in Ordnung. Wäre damit auch das extrem laute Pumpengeräusch zu erklären? Hat jemand ein paar Tipps, wie ich den Seilzug am besten einstelle?
- Wäre es möglich, dass wir beim Einsetzen des Wandlers etwas beschädigt haben (e.g. Pumpenmitnehmer im Getriebe)? Zwischen Wandler und Getriebe ist ja eigentlich eine Dichtung. Auf die haben wir beim Wechseln des Wandlers gar nicht so genau geachtet. Auf dem alten Wandler steckt sie nicht mehr, ist also am Getriebe geblieben. Könnte da schon das Problem liegen? Getriebeöl verliert er nicht.
- Lassen sich oben beschriebene Symptome (außer die verstellte Ganganzeige) irgendwie mit der Kardanwelle in Verbindung bringen (halte ich für unwahrscheinlich)? Die wurde ja als letztes gewechselt. Viel falsch machen kann man da ja nicht und ist auch nicht das erste Mal, dass sowas wechsle.
Entschuldigt den langen Text. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich das ganze nochmal abbauen darf, sollte sich das Problem mit dem Einstellen des Seilzuges nicht beseitigen lassen. Für Tipps, was ich alles ohne Ausbau des Getriebes checken kann, wäre ich dankbar!

Beste Grüße,
Thomas

Oelstand wurde ..

Oz-Beemer, Sunday, 25.05.2014, 10:08 (vor 4509 Tagen) @ Oz-Beemer

im betriebswarmen Zustand in Stellung P und N ueberprueft.

Gruss,
Thomas

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Oelstand wurde ..

erich, Sunday, 25.05.2014, 11:37 (vor 4509 Tagen) @ Oz-Beemer

Auch wenn Du mich jetzt für oberschlau hältst, wahrscheinlich hast Du darauf geachtet, aber hast Du den Ölstand bei laufendem Motor geprüft und vorher mal alle Gänge im Stand langsam durchgeschaltet?

Grüsse

Oelstand wurde ..

Oz-Beemer, Sunday, 25.05.2014, 12:07 (vor 4509 Tagen) @ erich

Jup, wurde wie im Lehrbuch gemacht. Der Oelstand laesst sich zwar bescheiden ablesen am Peilstab, aber meines Erachtens ist genug drin (und nicht zuviel).

Oelstand wurde ..

Eric65, Straubing, Monday, 26.05.2014, 16:07 (vor 4507 Tagen) @ Oz-Beemer

Hallo Thomas,

der Ölstand wurde bei laufendem Motor UND betriebswarmen Getriebe in Stellung N gemessen?

Da bei deinem "alten Wandler" die Kupplung nicht geschaltet hat, war wohl zu wenig Öldruck vorhanden. Der Wandler wird bei laufendem Motor über seine Hohlwelle mit ATF gefüllt und wenn genug Öldruck (Steuerdruck) anliegt (Drehzahlabhängig) greift dann die Kupplung.

Der "neue Wandler" war wahrscheinlich noch gut mit ATF gefüllt und hat damit dein eigentliches Problem kurzzeitig behoben.

Das Problem ist, dass der Systemdruck im Getriebe und wohl auch die Steuerdrücke nicht korrekt sind. Der einfachste Fehler wäre ein verschmutztes/verstopftes Ölsieb in der Getriebeölwanne an der EH-Steuereinheit. Schlimmstenfalls ist tatsächlich an der Ölpumpe beim verkanten des Wandlers etwas kaputt gegangen. Der Wandler hat an seinem Ausgang eine Verzahnung für die Kraftübertragung und am Außenring drumherum eine kleine Rastung für den Eingriff der Ölpumpe. Ist der Wandler nicht vollständig ins Getriebe hineingeschoben und die Rastung an der Ölpumpe im Eingriff, wird beim Zusammenfügen vom Motor und Getriebe die Ölpumpe zerdrückt. Da das alles im Inneren des Getriebes ist, tritt auch keine ATF aus, das dichtet noch alles der Dichtring des Wandlers ab. Nur die Pumpe liefert nicht mehr genug Öldruck, da sie innerlich undicht ist...

Den Bowdenzug musst du sowieso einstellen, dann kannst du auch noch das Ölsieb wechseln und wenn er dann nicht läuft...neues Getriebe.

Ein verstopftes Ölsieb kann ungeheuer laute Geräusche machen, erstens ein "schlürfendes" Geräusch aufgrund der hohen Strömung und auch ein "sirrendes" der permanent mit Unterdruck ansaugenden Pumpe. Dazu kommen die Funktionsstörungen.

Hoffe es hilft dir ein bischen weiter...

Gruß Eric

Oelstand wurde ..

Oz-Beemer, Tuesday, 27.05.2014, 04:22 (vor 4507 Tagen) @ Eric65

Hallo und Danke fuer die Einblicke,

Die Erklaerung mit dem Oeldruck macht Sinn. Mit der Kardanwelle ist alles in Ordnung, da habe ich gestern Abend nochmals drueber geschaut. Ich wuesste auch nicht, dass die Welle derartige Geraeusche produzieren koennte. Auch wenn ich natuerlich gehofft hatte, dass es daran liegen koennte - so muss das Getriebe wohl nochmal runter.

Das Sieb wurde natuerlich beim Wechseln des Wandlers gleich mit erneuert, das schliesse ich also einfach mal aus.

Der Oelstand wurde auch bei laufendem Motor und betriebswarmen Getriebe kontrolliert.

Gibt es beim Einstellen des Bowdenzugs etwas besonderes zu beachten? Es ist zwar grob in meiner schlauen Reparaturanleitung beschrieben, aber eben nur grob.

Gruesse,
Thomas

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