Kaltlauf zu fett, Warmlauf zu mager ? (Allgemein)
Mein Motörchen will immer noch nicht so ganz wie ich es will. Vor kurzem habe ich ja meinen m20b20 mechanisch wieder auf Vordermann gebracht, soweit läuft er auch wieder sehr schön, nur bekomme ich die Gemischaufbereitung nicht in den Griff.
Der Motor läuft Kalt viel zu fett, und warm etwas zu mager. Herausgefunden habe ich das, indem ich den Kühlwasser-Temperatursensor (NEU-Teil) öfter gemessen habe, und dann ein lineares 10kOhm Poti auf diesen Wert eingestellt und in den Stecker für den Temp-Fühler gesteckt habe. Im kalten Zustand startet der Motor mit dem "richtigen" Wert des Sensors etwas träge , läuft dann aber auf allen Zylindern. Leichtes Gas geben wird aber schlecht angenommen und er rumpelt und humpelt. Den Motor lasse ich nun wieder vollständig abkühlen. Stecke ich nun meinen Poti an, und verringere den Widerstand(deutlich), so startet er perfekt und läuft wunderbar.
Zweiter Fehler: Im warmen Zustand läuft er ordentlich, jedoch musste am Abgasfester die Bypass Gemischschraube sehr weit hereingedreht werden, um 1%CO zu erreichen. Das Zündkerzenbild aber macht mir etwas Sorgen, es ist nur ganz leicht Richtung bräunlich, sehr sehr hell und meiner Meinung nach zu mager. Ich muss unbedingt die Ursache finden, sonst habe ich meinen renovierten Motor gleich wieder ruiniert!
Ich habe gelesen, dass die ganzen Temperaturfühler konservativ so ausgelegt sind, dass im Falle des Versagens sie hochohmig werden = fettes Gemisch = keine Gefahr für den Motor. Den Kühlmittelsensor habe ich bereits ausgetauscht, für die L-Jetronik ist ansonsten noch der Temperatursensor im LMM wichtig. Den LMM habe ich testweise gegen einen zweiten getauscht => kein Unterschied. Bei beiden der Temp-Fühler gleich defekt? Nunja, möglich ist alles, oder?
Habe ich noch etwas vergessen, was als Messwert in die Gemischbildung eingeht?
Beim Aufbau meines Motors habe ich penibel auf Dichtigkeit des Ansaugbereichs geachtet, neuen Faltenbalg verbaut, den ewig reißenden kleinen Schlauch der Kurbelgehäuseentlüftung, die Drosselklappe und Drosselklappenschalter eingestellt. Auf Bremsenreiniger zeigt der Motor nirgends eine Reaktion. Falschluft kann ich eigentlich absolut ausschließen.
Nächster Kandidat: Benzindruck. Der verhält sich normal, auch während der Fahrt überprüft. Die Einspritzventile habe ich mit einem selbst gebauten Mikrocontrollergesteuerten Prüfstand getestet. Spritzbild war zum Teil etwas grob, jedoch gerade, kein Nachtropfen, und die von Bosch bei Prüfdruck angegebenen Durchflussmengen pro Minute wurden eingehalten. (alle 6 Düsen innerhalb von 6% Abweichung bei der Menge) Ich sehe daher keinen Grund diese zu ersetzen. Lediglich eine Ultraschallreinigung haben sie bekommen. Kerzenbild bei allen 6 Zylindern identisch.
Langsam kommt mir das Ganze spanisch vor. Ich bin kurz davor das Steuergerät zu verdächtigen, auch wenn ich das immer noch nicht glaube.
Vielleicht fällt einem von euch Spezialisten noch etwas ein.
Franz