Klingeln ist echt nicht ganz so leicht festzustellen. Als Hobbyschrauber habe ich nicht die Möglichkeiten, einen Motor auf einem Motorprüfstand zu testen... und auch nicht sooo viele Motoren um sie gezielt kaputtzutesten, es muss bei mir mit einem Stück gehen und das muss überleben.
Als erstes programmiere ich diese beiden Eckwerte bei Leerlauf 8 Grad und 28 Grad bei 3000 Touren. Dazwischen interpoliert die Trijekt alle Werte linear. Die Trijekt benutzt ein Feld dafür, horizontal die Last per Drosselklappenwinkel (Poti...) und vertikal über der Drehzahl.
Damit fahre ich einfach mal die ersten Meter, lerne das Einspritzkennfeld ein. Feedback jeweils über eine Breitbandsonde. Wenn die Abgaswerte dann stimmen, kann ich auf Leistung gehen. Klar die Zündwerte beeinflussen auch das Abgas, aber wenn das mal brauchbar eingelernt ist, ist das Risiko gering. Ich lerne ihm halt im Leerlauf ein sauberes Lambda=1.00, dasselbe in Teillast und bei Drosselklappe auf 90% offen gebe ich ihm bei Vollast Lambda 0,85 (beim Turbo 0,7...).
Jetzt muss man sich entscheiden, ob man es auf einem Rollenprüfstand machen will oder in der realen Welt. Auf dem Rollenprüfstand hält man den Motor auf einer bestimmten Drehzahl/Last und fährt die Zündung auf diesem Punkt in Richtung früh. Dabei prüft man das Drehmoment vom Motor. Steigt es nicht mehr an, sollte man an diesem Punkt aufhören. Geht man unnötig weiter, kostet es die Lager oder Kolben.
Das muss man dann für jeden Lastpunkt einfahren, das sind schon Stunden/Tage. Kostet auch heftig.
Ich fahre das in der realen Welt ein... dauert zwar etwas länger, aber eigentlich geht das ganz gut, weil ich permanent irgendwelche Kleinigkeiten optimiere. Manche Motoren haben jahrelang einen Laptop dabei. Nicht weil es muss, sondern weil's mir Spaß macht.
So, reales Leben. Hier muss der Motor schleppen, richtig beschleunigen. Auch die Werte der Beschleunigungsanreicherung spielen eine große Rolle... und die gibt es ja auf dem Prüfstand nicht so wie real. Deswegen mißtraue ich Prüfständen. Die Dynamik einer echten Beschleunigung schafft keine Simulation auf dem Prüfstand.
Man muss jetzt wissen, wie sich Klingeln anhört... und es gibt verschiedene Sorten davon. Mein kleiner Rennkäfer hört sich an, als wenn er kleine Kieselsteinchen gegen den hinteren Kotflügel feuern würde. Bei Vollast ist es ein Rascheln in Hochdrehzahlbereich. Beim M20/M30 ist es ein richtiges Knistern, ähnlich einem Lagerfeuer. Ich kann da empfehlen, mach das schwarze Blech am Wasserkasten ab... dann hört man das Motorgeräusch völlig ungedämpft.
Ich beschleunige dann voll und achte auf das Geräusch. Man merkt es sehr gut, wenn man von sanften Zündwerten immer stärker wird und wie er anspricht. Wenn er klingelt, merkt man sich die Drehzahl, dann etwa 3 Grad zurück. Da tastet man sich entsprechend ran.
Zusätzlich schreibe ich in der Trijekt/Laptop eine Logdatei über diese Wegstrecke. Da sie den Zeitverlauf linear aufzeichnet und alle gewählten Parameter auch, zeichne ich auf: Drehzahl, Drosselklappenwinkel, Lambdawert, verwendeter Winkel, Einspritzmenge. Daraus läßt sich ein Gradient bilden, wie schnell er die Drehzahl ändert und somit die Leistung. Klar, das dauert, man muss für Vergleiche immer die gleiche Strecke fahren und auch ... die Möglichkeit dazu haben ohne andere zu gefährden.