E28 Radlager wechseln (Technik und Reparaturen)
Hallo, ich bin gerade dabei meine Hinterachse komplett zu restaurieren.
Hat jemand von euch Tipps zum Radlagerwechsel am E28? Habt ihr Spezialwerkzeug verwendet?
BMWClassic, Monday, 12.01.2015, 00:56 (vor 4226 Tagen)
Hallo, ich bin gerade dabei meine Hinterachse komplett zu restaurieren.
Hat jemand von euch Tipps zum Radlagerwechsel am E28? Habt ihr Spezialwerkzeug verwendet?
M.S., Straubing-Bogen, Monday, 12.01.2015, 15:31 (vor 4225 Tagen) @ BMWClassic
Klar. Anders kriegst du das Lager garnicht erst raus und nicht schadfrei wieder rein
sansibar, Luxemburg, Monday, 12.01.2015, 19:45 (vor 4225 Tagen) @ M.S.
schon allein beim Raustreiben des "Achszapfens" wirst du das Lager zerstören, raus bekommst du das Lager schon ohne Werkzeug, aber du bekommst das Neue nicht ohne Werkzeug rein, ohne dass es nach 2000 km den Geist aufgibt, desweiteren brauchs du was um den Achszapfen wieder schön ins Lager reinzuziehen, mit reinschlagen schlägst du wieder das neue Lager kaputt. Ohne richtiges Werkzeug ist das meines Erachtens keine saubere Arbeit.
roland
BMWClassic, Monday, 12.01.2015, 20:03 (vor 4225 Tagen) @ sansibar
Welches werkzeug braucht man um den achszapfen wieder einzupressen?
M.S., Straubing-Bogen, Monday, 12.01.2015, 21:53 (vor 4225 Tagen) @ BMWClassic
Das ist kein Einpress-, sondern ein Einziehwerkzeug. Eine hohle Welle mit dem Gewinde der Radnabe und auf der anderen Seite ein Axiallager mit Gegenspannhülse. Damit wird es durch das Radlager eingezogen... ein grundlegender Unterschied zum zerstörenden Einpressen.
Ich würde es vom Freundlichen ausleihen oder es über ihn beziehen.
Damit ist die Radnabe in Minuten drin, so wie sich das gehört.
Das Radlager Einziehwerkzeug ist ähnlich aufgebaut. Mit Reinklopfen kommt man da auch nicht recht weit, sonst ist die Abdichtung schnell zerschlagen.
525ifahrer, Monday, 12.01.2015, 22:04 (vor 4225 Tagen) @ M.S.
Wenn du den Achsschenkel vom Achskörper löst, kannst du das Lager mit einer normalen Standpresse und Hülsen aus und einpressen, sofern du diese Mittel hast. Bei mir hat das vor 2Jahren super geklappt. Mach am besten die Mutter 33411123428 und das Sicherungsblech 33 41 1 123 973 mit neu. In dem Zuge würde ich die Gummis in den Achsschenkeln direkt mitmachen.
MfG
MikE28, Südbayern, Monday, 12.01.2015, 22:36 (vor 4225 Tagen) @ 525ifahrer
Klar, wenn einer fragt, ob er Spezialwerkzeug für Radlager braucht, hat er mit Sicherkeit eine "normale Standpresse" in der Garage
Mein Tipp: Wenn du vor hast, sowas öfter zu machen, besorg dir einen Spindelwerkzeugsatz für Radlager. Wenn du nur eine Achse überholen willst, bring die Teile weg und lass die Lager aus- und einpressen. Ohne das nötige Hintergrundwissen sollte man nicht das Improvisieren anfangen.
dr.d75, Tuesday, 13.01.2015, 14:32 (vor 4224 Tagen) @ MikE28
Hallo,
für das Lösen der Achswellenmutter habe ich einen Schlagschrauber eingesetzt. Zuvor muss man mithilfe eines Schraubenziehers und Hammers das Sicherungsblech durchlöchern und heraushebeln.
Um den Sicherungsring zu demontieren habe ich mit Schraubenzieher und Gripzangen gearbeitet, da die Sprengringzangen dazu nicht geeignet waren.
Ich habe die Achswelle mit einem Ziehammer aus einem Radnaben Werkzeugdatz (ca. 40 Euro) abgezogen. Allerdings wird auch dabei das Radlager zerstört.
Auf der Achswelle bleibt dabei ein Laufring des Lagers zurück, welches ich vorsichtig mit einem Winkelschleifer aufgeschliffen habe.
Das Lager selbst habe ich mit einem billigen Radlagerwerkzeug, welches ich auf Ebay erstanden habe (ca. 40 Euro) demontiert und anschießend wieder montiert.
Die Achswelle habe ich vor der Montage in der Gefriertruhe gelagert und anschließend mit der Achswellenmutter und mithilfe passender Unterlagscheiben aus Rohrstücken, die ich vom örtlichen Schlosser für ein Trinkgeld bekommen habe, montiert.
Das Lager habe ich mit dem Drehmomentschlüssel und passenden Verlängerungen angezogen.
Das neue Sicherungsblech mit einer passenden Nuss (32 oder 36) eingeschlagen.
Viel Spass und Erfolg dabei wünscht Dir
Steffen
PS ich habe das Auto zum Lösen und Anziehen der Achswellenmuttern auf den Rädern stehen gehabt.
wolfi30, Sunday, 22.03.2015, 16:51 (vor 4156 Tagen) @ dr.d75
ich hab das schon 2 mal gemacht und mir eine Doku mit der Erfahrung/Fehler geschrieben.
Hoffe ich habe es einigermaßen verständlich formuliert:
Das gekaufte Radlager von SKF (VKBA 1319) ist beidseitig gleich, d.h. es besteht aus zwei Lagern mit je einem Halblagerring innen. Beide Lager lassen sich jeweils mit erhöhtem Druck von innen auf den Halblagerring nach aussen ausdrücken. Beim Ausdrücken kommen die 13 Kugeln mit ihrem Kunststoffkäfig samt Aussenabdeckung heraus. Ein Wiedereindrücken ist nur mit gleichzeitigen etwas Zurückhalten des Lagerrings, bis die Kugeln Platz in der äusseren Lagerschale gefunden haben, möglich.
Wenn nun das Halblager der Innenseite (im eingebauten Zustand das zum Antriebsflansch hin gerichtete) beim Eindrücken der Radnabe nach innen ausgedrückt wird, was auf alle Fälle passiert, besteht keine Möglichkeit mehr des Eindrückens, weil die Radnabe auf dem inneren Lagerring sitzt und dieser nicht zurückgehalten werden kann. Es bleibt nur die Möglichkeit das Lager wieder aus dem Achskörper auszupressen. Dabei wird es aber zerstört, weil das innere Halblager aus den Lagerschalen herausgefallen ist.
Daher muss beim Eindrücken der Radnabe unbedingt wie folgt verfahren werden:
Das Radlager – wenn bereits in Hinterachsträger eingepresst - auf ca. 100 Grad erhitzen, damit sich der innere Lagerring dehnt und die Radnabe leicht eindrücken lässt. Radnabe aber nur soweit eindrücken, bis sie auf den inneren Lagerring des inneren Halblagers stösst. Dann mit Unterlegscheiben und einer Abstandshülse und der 36er Mutter der Radnabe diese von innen, d.h. von der Seite der Antriebswellen einziehen. Damit wird gewährleistet, das beim Einziehen der Radnabe der innere Lagering das Halblager nicht nach innen ausgedrückt wird, da die Unterlegscheiben mit der Abstandshülse ein Rausspringen des Halblagers nach innen zum Antriebsflansch hin verhindern. Mit fortschreitenden Einziehen wird es notwendig die Stärke der Unterlegscheiben oder deren Anzahl, bzw. die Abstandshülse zu vergrössern, da die Nabe immer weiter rauskommt und der Abstand von der Mutter zum Lager zunimmt.
Hinweis:
Das Original BMW Lager hat an der Aussenschale eine Nut als Markierung um das Lager nicht seitenverkehrt einzupressen. Die Seite mit der Nut muss zum Achskörper hin zeigen. Das Originallager ist nämlich so gebaut, das dass Halblager, welches zum Achskörper hin zeigt, beim Einpressen der Radnabe nicht rausspringen kann. Nur das äussere Halblager lässt sich mit Druck wie oben beschrieben ausdrücken. Damit kann man die Radnabe in einem Arbeitsgang mit Druck von aussen auch über das innere Halblager eindrücken und muss diese nicht nach halben Arbeitsgang von innen einziehen.
Grüße
Wolfi