Als Antwort auf: 525 eta Bj. 1983: Bleiersatz? von igor_e am 06. Mai 2004 14:20:08:
hallo!
gestern hatte ich hier gefragt, was ihr vom Bleizusatz für einen 1983er 525eta haltet. Die einhellige Meinung war, dass er es nicht braucht.
Das hat mir nun allerdings BMW selbst geantwortet:
"Gern bestätigen wir die Aussage des Vorbesitzers Ihres BMW. Für den Betrieb muss bei Ihrem Fahrzeug der Bleizusatz dem Kraftstoff beigemischt werden."
???
Was tun? Lauft BA braucht er auf jeden Fall 98 ROZ!
Danke und Grüße
Zunächst einmal folgendes, wenn auch schon öfters hier diskutiert:
Die Oktanzahl und der Bleizusatz haben zunächst einmal nichts miteinander zu tun. Die Oktanzahl hängt von der Verdichtung des Motors ab, die Verwendung einer zu niedrigen Oktanzahl läßt meist den Motor klingeln, was man beim Beschleunigen deutlich hört.
Viel gefährlicher aber ist das Hochgeschwindigkeitsklingeln, das hört man nicht und es läßt mitunter Kolben durchbrennen oder richtet andere Schäden an.
Das kann man teils durch Zündungseinstellung korriegieren, teils durch Verwendung einer höheren Oktanzahl abstellen ( wenn eine Steigerung noch möglich ist und nicht von Haus aus vom Hersteller 98 Oktan vorgeschrieben sind ). Manche Motore allerdings lassen sich trotz Vorgabe von Super ( 95 Oktan ) oder Super Plus ( 98 Oktan ) auch mit Normalbenzin fahren ohne zu klingeln. Entweder ohne Änderung oder meistens eben mit Zünkorrektur. Das ist bei N i c h tinanspruchnahme der vollen Leistung oder Dauerhochgeschwindigkeit vertretbar und wurde oft gemacht. Inwieweit sich das auf den Verbrauch auswirkt ( also mit schlechterer Kraftstoffqualität höherer Verbrauch ) ist umstritten, aber ein leicht höherer Verbrauch ist theoretisch möglich.
Ich habe aber auch schon den umgekehrten Fall öfters erlebt, Normalbenzinmotore klingelten und verlangten nach "mehr".
Nun zum Bleiersatz ( bzw. früher Blei im Kraftstoff ):
Dieser wurde beigemischt, um die Schmierfestigkeit beim Einschlagen der Ventile auf den Zylinderkopf zu gewährleisten. Ab spätestens 1985 wurden die meisten Motore mit gehärteten Ventilsitzringen ausgestattet. Daher benötigten diese Motore kein Blei und damit auch keinen Bleiersatz!
Wichtig ist hier also, ob der entsprechende BMW Motor über Ventilsitzringe verfügt oder nicht!
Diese Ringe wurden bei Oldtimern nach der Umstellung auf bleifreien Kaftstoff anläßlich einer Motorüberholung gerne nachgerüstet. Das ist daher ok, in den meisten Fällen aber völlig überflüssig, da es sich meist um niedrig verdichtete Motore handelt bis 1945 ohnehin, danach noch für die meisten Motore gültig. Übrigens bot Aral in den 50er Jahren schon bleifreien Kraftstoff an, der ja auch völlig unschädlich für die Motore war. Erst mit Aufkommen der höheren Verdichtungen bei einigen Motoren ab 60er Jahren ( ausgesprochen hoch verdichtete Motore! ) benötigten diese die Bleizusätze, da damals, bis auf Ausnahmen, noch keine Ventilsitzringe vorhanden waren.
Welcher Kraftstoffanbieter heute noch generell Bleiersatz beimischt muß bei den Marken nachgefragt werden, war aber nach der Umstellung auf bleifrei speziell bei Super bleifrei 95 Oktan ( Super Plus bleifrei 98 Oktan gab es anfangs noch nicht ) üblich.
Ich fahre alle Modelle seit der Einführung von bleifreiem Kraftstoff ohne Zusätze, viele vorliegende Langzeit Erfahrungsberichte sind positiv, doch sollte man regelmäßig die Ventileinstellung kontrollieren.
Die Verwendung von Zusätzen schadete aber auch nicht, obwohl das für ältere Vergasermodelle mnchmal behauptet wurde ( Angreifen des Materials oder der Dichtungen ).