Als Antwort auf: Re: Frage zum Schweißen von 525Rainer am 15. Mai 2004 19:05:11:
es ist sehr wohl erlaubt "durch zu schweißen"....
Wär' mir neu. Siehe auch Hirschberger/Jansen/Schulte,
"Korrosions-Reparaturen an PKW", Verlag TÜV Rheinland.
Nur Punkte, durchgehende Nähte fast immer 'unzulässig'...
N.
ihr redet von drei verschiedenen sachen.
nico meint überlappende heft-punktverschweissungen wie sie vom tüv für tragende teile vorgeschrieben "wäre". oldtimerliebhaber vermeiden diese art weil es einfach nach einer korrisionsreperatur aussieht. die schweisspunkte sollen ja sogar bei rahmen und schwellerteilen sichtbar bleiben damit man nachprüfen kann was gemacht worden ist. bei längsträgern usw würd ich nix anders machen da eine steife durchgezogene naht nicht flexibel genug ist.
.. und fonzie meint kante auf kante langsam durchzupunkten bis es komplett zu ist. diese methode ist ideal an allen nichttragenden teilen und im sichtberreich.
durchgezogene naht ist nicht so einfach bei 0.8er blech mit einem Schutzgasschweissgerät und der verzug ist extrem. das kommt eigentlich gar nicht zum einsatz an einem auto da man die achsträger, die das von der materialdicke vielleicht vertragen würden nicht schweissen darf.
servus rainer
Hmmm, also, dann möchte ich auch mal meinen Senf dazu geben. <img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/zwinker.gif alt=zwinker>
Wo generell schon mal ein großer Unterschied ist:
Was der Tüv gerne hätte und was aus fachlicher Sicht richtig ist.
Die Tüv-Aussage bezieht sich mehr auf die Arbeiten, welche Laien selber machen, nachdem der Tüv was beanstandet hat.
Da finde ich die Forderung nach noch sichtbaren Schweißungen nur zu gut.
Das sind aber fast ausschließlich "Flickereien", wo über eine Roststelle ein "Pflaster" drüber "gepappt" wird.
Da, wie schon Rainer gesagt hat, an Fahrzeugen, welche noch länger erhalten werden sollen, eine solche Reparatur nicht durchgeführt werden sollte, kommt das hier glaube ich sowieso nicht in Betracht.
Eine solche Reparatur hält meist auch nur bis zum nächsten Tüv.
Der "Wundbrand" ist ja noch drunter und arbeitet weiter.
Nicht nachzuvollziehen ist jedoch die Aussage, eine durchgezogene Naht ist nicht flexibel genug.
Gerade bei tragenden Teile soll ja nichts flexibel sein.
Stellt euch vor, euer Schweller wird flexibel und die Türen klemmen?
Wenn zum Beispiel ein Schwellerstück wegen Unfall ersetzt werden muss, wird die Stoßstelle immer komplett durchgeschweißt.
Auch Längsträger im Frontbereich oder Radhäuser werden immer durchgeschweißt.
Es kommt ganz auf den Ausführenden an, ob mit oder ohne absetzen bzw. hinterlegtem Blechstreifen gearbeitet wird.
Im Sinne des Korrosionsschutzes ist eine Stoßnaht ohne doppelte Bleche immer vorteilhafter.
An hoch belasteten Stellen werden sogar ab Werk die Widerstandspunktschweißungen durch Schweißnähte verstärkt.
Darauf weißt BMW sogar intern hin, um nicht falsche Rückschlüsse auf eine vermeintliche Reparatur zu ziehen.
Fakt ist, daß eine durchgehende Schweißnaht, vorrausgesetzt richtig geschweißt, wesentlich mehr aushält als eine Punknaht.
Hier ist aber auch immer auf die Positionierung der Schweißung zu berücksichtigen.
Teilweise wird weder Punkt- noch Nahtgeschweißt, sondern Hartgelötet.
Da das Hartlot zwischen doppelte Bleche reinfließt, ist die Festigkeit sogar noch höher als bei einer Schweißnaht, zumindest in unseren Bereichen.
Auf dem unteren Bild kann man sehr schön erkennen:
Der untere Teil ist keiner großen Beanspruchung ausgesetzt und wurde "nur" gepunktet, da hier auch keine besonderen Anforderungen an die Oberfläche bestehen.
Bei dem Teil unter der Heckleuchte musste auf kleiner Fläche eine möglichst große Stabilität gewährleistet sein, wobei auch eine leicht zu lackierende Oberfläche erhalten bleiben soll.
http://members.fortunecity.de/teasy13/div/21.jpg
Bei "ordentlichen" Rostreparaturen sollte eigentlich immer der Rost komplett rausgeschnitten werden.
Anschließend wird auf Stoß oder Überlappend mit Absatz wieder durchgehend eingeschweißt.
Bei durchgehend im Reparaturfall meine ich nicht eine ununterbrochen durchgezogene Naht, sondern die durchgehende Schweißung im "Zündfolge"-Verfahren, wie hier von euch schon beschrieben.
Wenn eine solche Reparatur richtig durchgeführt wird, und nicht im "Loch-an-Loch-und-es-hält-doch"-Verfahren, dann wird auch kein Tüv da was bemängeln.
Ich habe es bei mir ja auch nicht anders gemacht.
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Diese Reparaturmethode birgt halt für die Ausführenden und die Tüv´ler ein paar Gefahren:
Entweder werden die Punkte zu heftig geschweißt, so daß es zum "Loch-an-Loch"-Bild kommt.
Oder die Punkte werden zu leicht geschweißt, so daß sie nur auf den Blechen "aufsitzen", also das Blech nicht in ganzer Stärke durchgeschweißt ist.
Außerdem werden die Schweißpunkte/-nähte und die Bleche, insbesondere bei nicht exakt auf gleicher Ebene liegenden Blechen, sehr schnell sehr, sehr dünn geschliffen.
Solche Nähte halten dann natürlich wesentlich weniger als eine überlappende Punktschweißung mit weniger "intakten" Punkten.
Da beim Tüv eine aufgesetzte Punktschweißung wesentlich einfacher zu prüfen ist als die durchgehend Stoßgeschweißte, sind die natürlich lieber gesehen.
Bei uns kamen schon Autos in die Werkstatt, welche zweimal den Schuß auf die gleiche Stelle hatten.
Selbst unter diesen, nicht gerade alltäglichen Belastungen, haben alle beim ersten Unfall gesetzten Schweißnähte und auch Schweißpunkte gehalten.
Sicher, wenn es "nur" eine Tüv-Reparatur für die nächsten zwei Jahre sein soll, reicht die Punktschweiß-Pflaster-Methode.
Aber wenn es für länger sein soll, dann sollte es auch richtig gemacht werden.
Wenn du noch nicht beim Tüv warst, dann würde ich das durchgehende Einschweißen ohne Überlappung vorziehen, sowohl wegen der Optik, als auch wegen der Korrosionsanfälligkeit.
Wenn das ordentlich gemacht ist, sieht er schon gar nichts, was er überhaupt bemängeln könnte.
Wenn der Tüv es bereits bemängelt hat.....hmmmm, gute Frage.
Kommt natürlich auch darauf an, was du mit dem Auto noch vor hast, was du wie selber machen kannst und was du ausgeben kannst oder willst.
Ich habe schon mal bei einem E34 einen Teilerstatz der hinteren Seitenwand gemacht, obwohl das von BMW aus bei Fahrzeugen mit Anhägerkupplung, die er hatte, wegen der hohen Belastung verboten ist.
Der Kunde hat´s unterschrieben, also bitte.
Auch nach Jahren mit regelmäßiger Anhängerfahrt ist die durchgehend Stoßgeschweißte Naht noch immer intakt.
Also nicht immer alles glauben, was so erzählt wird, nur weil es so mancher Tüv-er gerne hätte. <img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/zwinker.gif alt=zwinker>
So, war wieder eine lange Gute-Nacht-Geschichte.
Aber ich hoffe, es hat euch ein wenig geholfen.
Gruß
Rudi