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Grandpa´s pride... (Allgemein)

Oliver UK, Saturday, 12.06.2004, 21:20 (vor 8161 Tagen)


<center>http://www.hehn.com/bilder/bmw/ob3.jpg</center>


Man sieht nicht oft solche Fundstücke hier in UK. Gerade BMW hat hier schon lange einen guten Namen. Von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass hier mehr BMW´s als DB´s durch die Gegend fahren. Das 3er Cabrio ist bei der betucht älteren Kundschaft genau so beliebt, wie der 3,er in M Ausstattung mit ca 280PS von meinem mitvirziger Boss. Von daher gehen 6 Zylinder aller Baureihen auch weg wie warme Semmel während die 4 Zylinder hier wie sauer Brot gehandelt werden.

Um so erstaunlicher ist dieses Gefährt, welches in einer "traditionellen" Farbkombination im April 87 geordert wurde. Die ersten 80.000 Meilen hat das Fahrzeug Langstrecke hinter sich mit den so begehrten Einträgen in Serviceheft. Danach kam das Gefährt zu Opa, der in der Zeit damit 40.000 Meilen hinter sich gebracht hat. Nach seinem Tod konnte seine Tochter sich nicht von dem Gefährt trennen und ließ Ihn wohl lange draussen stehen. Das konnte man noch an der Moosbeschichtung in den spalten erkennen. Dann hat sich die Tochter wohl irgendwann mal entschlossen das Fahrzeug wieder in Betrieb zu nehmen. Am und im Motor sieht man überall neue V-Teile. Kerzen, Stecker, Leitungen, Verteiler & Finger, Luftfilter, manche Schläuche, Batterie etc... Alles sieht relativ sauber aus.

Der Wagen wurde hier bei Ebay UK für 150 Pfund Startpreis angeboten. Da es in der Nähe einer Freundin war fuhr ich mal hin, in der Erwartung wieder so ein Schrottauto zu treffen. Sätze wie "Denke daran das Auto ist 17 Jahre alt" löst inzwischen doch ein gewisses Mißtrauen bei mir aus. Nun ja und da stand er nun, und da es nicht mein erstes Auto war, dass ich gekauft habe, merkte ich schon relativ früh, dass das Objekt wohl lohnt erhalten zu werden.

Hier auf der Insel gilt ein 17 Jähriger Wagen einfach als alt. Überall geht dei Angst um, für die Entsorgung noch was bezahlen zu müssen. Von daher war das alte Ehepaar auch froh den Wagen noch in gute Hände abgeben zu können. Nun kleinere Damen fühlen sich dann doch etwas einsam in dem risigen Innenraum. Vor der Tür stand übrigens schon das 3,er mit Leder und kräftigem Diesel drin.

Nun muß man wissen, dass der Diesel hier auf der Insel ungefähr preislich zwischen Normal und Superbenzin liegt. Aber trotzdem fährt fast jeder hier, der etwas auf sich hält, mit einem Turbodiesel aus deutschem Hause herum. Die Engländer fahren viel, besonders wenn sie in der "Countrysite" leben. Hier sind die Entfernungen zwischen den Größeren Städten doch etwas größer als in D.

Der Kaufpreis ist nicht die Rede wert, alleine die Versicherung ist teuere für mich..

Und nachdem ich Ihm gestern 3 Stunden mit Dampfstrahler und Politur auch wieder optisch leben eingehaucht habe steht er nun neben meinen 2 anderen Autos von der Konkurenz und sagt: FAHR MICH! :-)

Die Fahrwerksauslegung ist sehr soft aber trotzdem liegt er auch in schnellen Kurven sicher auf der Straße und er reagiert auf Lastwechsel sehr gut und ausgewogen. Mit seinen 225er Reifen liegt er wie ein Gocard auf der Straße. Die Lenkung ist nicht ganz so direkt und wartet noch auf einen optischen Check von mir. Mit seiner Automatik fährt der 2.5L wirklich wie ein absolutes Opaauto, aber wenn du dem Pferdchen die sporen gibst und du mit dem Kickdown Rumba tanzt, dann geht er los wie der Teufel und läßt sich trotzdem wunderbar sicher fahren. Na ja, ich wollte ja ein günstiges Spaßauto für den Sommer und das habe ich wohl auch bekommen. Ich denke aber nur daran, wenn der Virus hängen bleibt. Jedenfalls haben die Schrauberkollegen hier in UK schon neidvoll geschaut, die sich ja mit ihren Morris, Van den Plas und Jaguars hauptsächlich mit Rost rumzuplagen haben. Trotzdem hat auch dieser Wagen ein paar Stellen davon. Am auffälligsten sind wohl die Löcher an den Stoßstangenecken oben und ein klein wenig an den Radläufen. Dann werde ich wohl etwas an den Radläufen schleifen und erst mal mit Rostumwandler behandeln. Wenn man das regelmäßig wiederholt dann beugt es wenigstes das Fortschreiten vor. Den unrunden Motorlauf habe ich durch entfernen von etwas ÖL in dem Gehäuse für den Luftmegenfühler beheben können. Mal sehn ob er nun auch vernünftig startet wenn er kalt ist.

Im Juli ist hier im Nachbarort eine kleine "Kirmes" und auch Oldtimer sind geladen. Den "neuen" 5er werde ich dort auch ausstellen. Ich weiss aber noch nicht was ich machen werde, wenn ich dort ein gute Gebot bekomme :-) an ein Heizer geht der jedenfalls nicht. In dem Sinne ...

Cheers und ein schönes Wochenende,

Oliver


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Re: Grandpa´s pride...

Marco M535i, Saturday, 12.06.2004, 23:53 (vor 8161 Tagen) @ Oliver UK


Als Antwort auf: Grandpa´s pride... von Oliver UK am 12. Juni 2004 21:20:22:


Hallo Oliver,

danke für den netten Bericht.

Wow da hast du ja wirklich ein richtiges Schmuckstück an Land gezogen - schön und selten! Fantastisch :-)

Nein über den Verkauf darfst du garnicht erst nachdenken, ist strikt verboten. Halt uns mal auf dem laufenden wie es weitergeht. In ein paar Jahren werden sich die Leute richtig nach dem umdrehen - bein kleines bisschen dauert es noch ;-)

Viel spass mit dem Gerät

Gruß auf die Insel,
  Marco


Re: Grandpa´s pride...

Johannes, Sunday, 13.06.2004, 21:21 (vor 8160 Tagen) @ Marco M535i


Als Antwort auf: Re: Grandpa´s pride... von Marco M535i am 12. Juni 2004 23:53:56:

Hallo Oliver,

sehr interessant dein Bericht. Was ich noch gerne wissen würde, ist ob die Autos in England weniger rosten als hierzulande. Wird da im Winter Salz gestreut? Die Seeluft ist wohl auch nicht das beste für die Autos...

Gruß


England und sein Rost

Oliver UK, Tuesday, 15.06.2004, 00:06 (vor 8159 Tagen) @ Johannes


Als Antwort auf: Re: Grandpa´s pride... von Johannes am 13. Juni 2004 21:21:57:


Normalerweise wird bei Schnee (hier in Devon nicht so reichlich vorhanden) gestreut auf Teufel komm raus. Das größte Problem ist aber gerade auf dem Lande der Schlamm und Dreck, der sich unter der Karosserie anheftet. Wenn es dann z.B. mal 13 Wochen Regen gibt, dann ist das natürlich wie ein Schwamm, der auch die entlegensten Ecken treffen kann. Allerding ist die Zahl der Autoliebhaber irgendwie etwas größer. Von haher gibt es auch dann und wann mal Autos zu kaufen, die 15 Jahre in einer Scheune oder Garage gestanden haben und trotzdem noch recht gut sind. Aber ein Pauschales Urteil kann ich noch nicht abgeben...

Cheers,
Oliver

Hallo Oliver,

sehr interessant dein Bericht. Was ich noch gerne wissen würde, ist ob die Autos in England weniger rosten als hierzulande. Wird da im Winter Salz gestreut? Die Seeluft ist wohl auch nicht das beste für die Autos...
Gruß

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