Als Antwort auf: Re: Ja, und für einen E3 ist sie ziemlich breit ... von MP528i am 20. Dezember 2001 11:00:17:
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Schon klar, und die E28-Präsentationsbroschüre habe ich auch noch (Neuzustand).
Trotzdem: Frontantrieb muß nicht immer gute, Heckantrieb nicht immer bescheidene Raumökonomie bedeuten:
Ein Beispiel gibt's auch dazu: Der Wechsel des kleinen Volvo vom 340/360 auf den 440/460 im Jahre 1989 brachte zwar die Umstellung von Transaxle (nicht nur Antrieb und Diff., sondern auch noch GETRIEBE hinten - das hatten sonst nur noch der Porsche 924, die Alfetta, die Giulietta und ein paar frühere Lancia-Typen - Fahrverhalten excellent!) auf Frontantrieb, aber der 440 hat nicht mehr Platz als der 340. Im Gegenteil. Das Raumgefühl vorne ist beengter aufgrund der übermächtigen Armaturenlandschaft im 440, und die Rücksitzbank liegt tiefer und hat einer geringere Sitztiefe als die des 340.
Den 340/360 halte ich überhaupt für eine äußerst gelungene Schöpfung: Die Bauzeit war gleich lange wie die des schönen 6er Coupés (auch von 1976-1989), das alleine spricht schon für sich. Der Volvo verlebte diese Zeit aber im Unterschied zum E24 völlig im Verborgenen.
Der kleine Volvo hatte aufgrund seines anfänglichen schwächlich-reibenden 70 PS-Stößelstangenmotors aus dem Renault 12 ein extrem lahmes Image und wurde von seiner äußeren Erscheinung immer in die Golf- und Escort-Klasse eingeordnet, war aber tatsächlich eine ganze Klasse höher angesiedelt.
Dazu noch preisgünstig: Das Spitzenmodell, der 360 GLT ("T" stand nicht für "turbo", wie viele Polizisten glaubten, sondern nur für "touring" oder "tourismo"; hatte den 2.0 Liter B19-E Volvo-Einspritzer, 115 PS, 165 nm bei 3700 U/min, 0-100 in 10.8 sec, Spitze 185 km/h, Verbrauch 10-13 L/100km, am Berg bis 16 - persönlicher Recordwert) kostete etwa gleich viel wie ein VW Golf GTI und war auch mit diesem vergleichbar, bot aber wesentlich mehr an passiver, aber auch activer Sicherheit aufgrund des hervorragenden Fahrwerks.
Dieser kleine Sportvolvo war ein richtiges Understatement-Auto: Das Fahren im Straßenverkehr war mühsam, weil man aufgrund des miserablen Images bei Staulage oder Kolonne ständig von hinten bedrängt wurde, obwohl man bei freier Straße dem Bedränger in den meisten Fällen auf und davon fahren konnte, mußte man ihn nach Auflösung eines Staus erst einmal rücküberholen, um weiterzukommen.
So war man mit diesem Volvo ständig beim Verteidigen seiner Position im Straßenverkehr. Das Überholprestige war auch nicht gerade überragend. Da half es nur, wenn ich in die Dritte oder Vierte ging und den - sehr lauten - Motor aufheulen ließ, dann wachten die Typen vor mir auf und gingen vielleicht auf die Seite.
Mit dem Lancia Thema geht es mir in jeder Beziehung besser, vom E3 ganz zu schweigen. So ein 70er Jahre BMW scheint immer noch die linke Spur freizufegen wie nix, wenn er im Rückspiegel auftaucht, und sei es auch nur weil ihn viele von hinten sehen möchten))**.
Aber die Raumökonomie des 3er Volvos war wirklich überragend.
Obwohl zwei Klassen kleiner als der Lancia Thema, mußten wir uns genauso wenig einschränken wie jetzt.
Dann noch die Variabilität mit dem 1800 Liter (!) Laderaum. Da ging mein Mountain-Bike ohne Zerlegen hinein, was beim Lancia trotz umgeklappter Rücksitze (ja, das hatte der schon in den 80ern als Stufenheck!) nicht möglich ist.
Ein bißchen hänge ich ihm immer noch nach, dem kleinen Volvo-Fighter.
Zuguterletzt noch: Den E3 finde ich nicht so übermäßig groß. Der ist kleiner als ein heutiger 5er BMW, hat nur 4.70 m. Der E28 ist nur wenig kleiner als der E3; Rücksitzbank oder Teppich können fast 1:1 ausgetauscht werden. Nur der Kofferraum ist beim E28 vermutlich nicht von derselben gähnenden Weite wie beim E3, aber höher, nicht so flach (E3 verträgt, glaube ich, keine Mineralwasserkisten - muß ich einmal ausprobieren).