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@ Nico Hoffmann - Abhandlung zur Blechbeschichtung (Allgemein)

erwin, Tuesday, 13.05.2003, 23:24 (vor 8539 Tagen)

Hallo Nico,

zu deine Fragen

Nun, wegen einem zugeschweißten Loch im Schweller kann man schlecht<
die Karosserie in ein Phosphorbad tauchen, meinst du sowas?<

Du wirst wohl keine Firma finden, die so was macht. Die Autobauer schon gar nicht.
Kleinere Firmen die so eine Prozedur in Lohnarbeit durchführen würden habe die Beckengrössen nicht.
Allesdings wäre es in der Tat für die gebrauchte Karosse am besten, sie zu entlacken und komplett neu zu phosphatieren, mit ETL beschichten und neu lackieren. Aber für das Geld wird es wohl auch eine neue Rohkarosse geben.

Was ist denn ein Inhibitor?
Ein Inhibitor ist eine der Säure beigemischte Substanz. Säuren mit Inhibitor lösen z.B. Rost auf greifen das Metall aber nicht an. Ein Stück Blech löst sich in Salzsäure auf.
Ob es aber Salzsäure mit Inhibitor gibt, das weiss (glaube) ich nicht.

Und hier gibt es bei den
Produkten wieder gewaltige Unterschiede, manche können zwar bedingt entrosten,
mit der anschliessenden Phosphatschicht ist es dann aber nicht weit her.
Nachdem man ich die Oberfläche einem cremeartigen Produktes zu Neutralisation
mit Wasser abgewaschen hatte, war das Blech schon wieder verrostet....ab in die
Tonne mit dem Zeug. Ich habe eine Säure mit Inhibitor, die löst den Rost
porentief aus und phosphatiert die Oberfläche mit einer sicher eine Woche
resistenten Schicht.

Was ist das für ein Mittel? Kann man die kaufen oder ist das ein
Eigengebräu?
Ich habe es noch aus einer früheren Firma. Darin wurden Schalthebel phosphatiert.
Ich kann mir denken, das "Ready Metal" etwas ähnliches ist. Es gibt auch noch "Creme Ex", was sich zwar leichter verarbeiten lässt als meine Säure, man spart das Fixerbesteck, aber die Wirkung ist schwächer. Ich gehe jetzt alle mit Creme Ex bearbeiten Stellen mit meiner Wattemethode noch mal nach.

Dann kommt richtiges Zinkchromat (grüngelb) drauf und dann Exoxydgrundierung, dann Füller und dann Lack drauf. ich habe nochmal einen Bekannten in einem BMW-Werk darauf angesprochen. Diese "EinfachüberdenRostnichtschleifenundnichtstrahlenmüssenKorossionsschutzmittel" werfe ich allesamt an die Wand.

Das Problem sind Säuerereste, die man nicht miteinlackieren/grundieren

sollte.
Dann läßt sich das Säureverfahren aber auch nur auf einigermaßen
zugänglichen Stellen anwenden. Wenn ich einen Hohlraum mit Säure feucht
mache, kriege ich ja die Rückstände nie wieder raus (d.h. ich schneide
sie ein oder zwei Jahre später mitsamt den Blechresten um den Hohlraum
herum vom Fahrzeug ab...)<

Ich habe keine Hohlräume behandeln müssen. Abwaschen muss man zudem mit VE-Wasser (destilliertes Wasser).

Ich habe mal BOB getestet...."Spoppt den Rost dauerhaft". Die Flüssigkeit habe
auf frischgestrahltes Blech aufgetragen, 2 Tage gewartet und dann mal mit der
Drahtbürste drüber gewischt. Im Nu war nichts mehr davon zu sehen.....ab in die
Tonne mit BOB.


Die Sache mit der Haftung geht nach meinen Erfahrungen Hand in Hand mit
Vibrationen/Verwindungen des Blechs. Wo alles recht steif ist und sich das
Blech nicht bewegt, hat es eine Farbschicht viel leichter als an einer
Stelle, wo das Blech "arbeiten" kann.
Relativ gute Erfahrungen habe ich im Unterbodenbereich mit Flüssigkunststoff
gemacht, der eigentlich zum Versiegeln von Betonböden gedacht ist. Das
Zeug wird sehr hart und ist mechanisch ziemlich stabil. Hält aber nur da,
wo sich das Blech wirklich nicht rühren kann (unten an der A-Säule z.B.).

Nimm Mike Sanders Fett. Ich habe mit ihm telefoniert und er macht auch eine steifere Mischung, mir lösemittelfreiem Wachs.

Wie oft wendest du die Watte? Wie geht das mit der Kanüle genau?<

Die Watte kannst du mehrmals täglich oder einmal am Tag wechseln. Je öfter du sie wendest, dass frische Säure an die Kontaktfläche kommt, je schneller ist die Sache erledigt.
Du kannst mit der Kanüle einfach an verschiedenen Stellen in die Watte stechen und frische Säure einspritzen. Der Effekt ist wie Watte wenden.

Was hältst du eigentlich von Schweißprimern?

ich hab' mit den Zueg recht gute Erfahrungen gemacht (ausser, dass die
Schweißpunkte nicht mehr so gleichmäßig geraten).

Teile, die ich ohne Schweißprimer drangebraten habe, sind längst wieder
vom Auto weggerostet, buchstäblich. Seit ich Schweißprimer verwende, halten
die Schweißstellen deutlich besser ('perfekt' möchte ich aber nicht sagen).<

Die Schweissprimer sollte man dringen anwenden. Sie verhinder, bzw. erschweren die Sauerstoffzufuhr ins Blech und schliessen bei überlappenden Blechen die Schweißstelle durch einen Schmelzring ab.


Eine Frage noch. Was hältst du von den Fett-Mittelchen (auf Lanolin(?)-Basis)
zur Hohlraumkonservierung, die derzeit in aller Munde sind?
Bisher habe ich soviel positives davon gehört, dass mir die Sache fast
schon wieder suspekt ist. Sind die wirklich so gut?

Damit habe ich bisher keine Erfahrung. Sie kriechen wohl schneller aber man muss sie öfter erneuern.

Gruss,

Erwin


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