Viskositäts-Quatsch??? (Allgemein)
Als Antwort auf: Re: Ohne wieder einen Ölstreit entfachen zu wollen... von Achim am 29. April 2004 07:36:41:
<h3>Allerdings solltest Du Dich entscheiden und zukünftig bei EINER Viskosität bleiben, wenn Du das Auto länger fahren willst.</h3>
Gruß
Marcel
Hallo,
das verstehe ich als Fast-Chemiker nicht? Die Viskosität (also Fliessfähigkeit) gibt doch lediglich an, in welchem Temperaturbereich eine Flüssigkeit garantierte Fliesseigenschaften besitzt, also bei Öl lässt es somit Rückschlüsse auf die Schmiereigenschaft über ein Delta T zu.
Was hat das mit dem Auto länger fahren und bei einer Viskosität bleiben zu tun?
Die Viskosität eines Öles gibt doch keinerlei Rückschlüsse auf die Qualität. Bei dem alten Uhlenbach Coupe MB 300 SLR, wird erst ein sehr dünnflüssiges (Hochviskoses) Warmlauföl eingefüllt und nach erfolgter Warmlaufphase werden dann die 11,5 Liter Warmlauföl abgelassen und es kommt vorerwärmtes, sehr niedrigviskoses Öl hinein. Damit kann dann der enorme Temparaturbereich im Innern des Motors vom Öl aufgefangen werden.
ALSO: Viskosität hat nix mit Qualität zu tun.<img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/grmpf.gif alt=grmpf>
Richtig ist: Eine zu "weite" Viskosität wie z.B. 0 W 50 ist für die E28 Motoren nicht das beste, weil diese Öle auf die thermischen Verhältnisse moderner Motoren abgestimmt ist. <img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/zwinker.gif alt=zwinker>(Auch auf Mitteldrücke, Lagermasse, etc. zu "dünnes Öl, also erste Zahl niedrig heisst dünn bei niedrigen Temperaturen, kann eher schaden als helfen, da im hohen Temperaturbereich das Öl nicht mehr durch seine Adhäsionskräfte haften bleibt und somit sogar ohne zu schmieren "durch" die Lager fliesst. Dieser Effekt ist natürlich unerwünscht, zudem kann zu hochviskoses Öl auch die alten Lager "auswaschen", was dem Effekt von Übermasslagern gleichkommt. Am Ende steht dann trotz des Besten Öles ein Lagerschaden.)
Alles was zwischen 10 W 40 und 20 W 50 liegt kann bedenkenlos gefahren werden, selbst 5 Liter Baumarktöl zu 9,90 Euronen kannst Du fahren, dann aber die Ölwechselintervalle auf max. 7500, besser 5000 km kürzen, da die billigen Öle schlechter legiert sind, daher weniger Abrieb und Schmutz aufnehmen und in der Schwebe halten. Die Schmiereigenschaften sind für Brot und Butter Motoren wie in unseren BMW mehr als ausreichend.
In einen Ferrari oder hochdrehenden M3 würde ich die allerdings auch nicht kippen.
Keine weiteren Fragen und Anmerkungen
der Chris