Re: Danke für die Tip's noch ne Frage (Allgemein)
Als Antwort auf: Re: Danke für die Tip's noch ne Frage von Klaus am 21. Oktober 2002 13:28:02:
Hallo Klaus,
mit der Geschichte Öl an dem Kerzengewinde muss ich Dir rechtgeben, iss absolut tödlich.
Graphit hat das Problem, dass sich die Geschichte in Verbindung mit der Ölkohle besonders an den ersten Gewindegängen zu ner kernigen Kruste entwickeln kann. Fressen wirds vermutlich net, magste meinetwegen auch noch recht haben.
Kupferpaste und Alu sind reines Gift ! Laut Tabellenbuch, habs vor mir liegen, ist Cu mit + 0,34 und Al mit - 1,67 Volt angegeben.Kommt nun ein Elektrolyt dazu,so liegen an dieser Verbindung ca. 2,0 Volt an. Wär ne nette Batterie
Dabei bildet das Alu die Anode und löst sich auf. Dieser Vorgang ist abhängig, von der Art des Elektrolyts, von thermischen Einflüssen,und von der Beschaffenheit der Metalle.
Dass das Gewinde net innerhalb eines Jahres ausfällt, mag hier ja auch noch stimmen. Es geht ja auch nur darum was technisch ok ist, und was als bedenklich einzustufen wäre.
Aus eigener Erfahrung kann ich Dir versichern, dass in der Firma in der ich arbeiten darf ähnliches schon passiert ist. So wurden bei uns in der Vergangenheit Druckbehälter aus Alu mir einem Gewindestutzen Stahl verzinkt, oder Edelstahl montiert. Beide Stutzen wurden unter Zurhilfenahme von Kupferpaste montiert. Rückläufer vom Markt zeigten schnell dass es hier ein Problem gab, die Stutzen liesen sich nur schwer oder gar nicht mehr demontieren.
In Dauerläufen stellte sich dann heraus, dass unter bestimmten Voraussetzungen das Gewinde sogar versagen kann, da einfach nix mehr da ist.
Die Geschichte wurde in einem Materialanalyselabor untersucht, mit dem Ergebnis, dass die Kupferpaste sich einfach nicht mit dem Alu verträgt, wenn gewisse weitere Bedingungen erfüllt sind. Dies ist Fakt und da beisst die Maus keinen Faden ab !!
Werf mal nen Nagel in ne Kupferdachrinne, und du wirst sehn was Du nach zwei oder drei Jahren vorfindest.
Ansonsten hab ich nix gegen Kupferpaste iss nen netter Schmierstoff für mechanische Bauteile.
Möglicherweise können wir uns darauf einigen, dass ein maßhaltiges Gewinde welches metallisch rein ist die besten Bedingungen erfüllt, um bei der Schrauberei a bissel fun zu haben.
Ansonsten kann natürlich jeder an seine Gewinde schmieren was er will, mag bei jedem natürlch auch a bissel subjektive Erfahrung sein was gut iss und was net.
Grüß alle Schrauberinnen und Schrauber
Scherry
Hi
jetzt muß ich noch mal was zum Thema Schmierstoff an Kerzengewinden loswerden:
Grahit kann überhaupt nicht festfressen, da die Kristallsruktur des reinen Kohlenstoffes garnichts hergibt, was festfressen kann. Es entsteht bei der Verbrennung reines CO2, sonst nix. Außerdem ist Graphit extrem temp. beständig,
Leitbleche von Raketen sind daraus hergestellt.
Und zu Kupferpaste kann ich nur sagen: die Jungs von Liqui-Moly sind nicht doof,
die haben eine klasse Paste die extra u.a. für Kerzengewinde angeboten wird:
Einsatz: Zum Schmieren und als Korrosionsschutz für thermisch hochbelastete Verbindungen. Chemische und petrochemische Industrie, Kraftwerke, keramische Industrie, Maschinen- und Fahrzeugbau. Hier speziell bei Schraubverbindungen an Auspuffkrümmern, Schalldämpfern, Fahrwerkteilen.
Also auch Korrosionsschutz, was soll da Elektro-Chemisch korrodieren?
Ich mach's seit langem so, eine Spur Kupferpaste oder etwas Graphit,
es erleichtert das Ein- und Ausdrehen ungemein, habe bislang kein einziges
Gewinde ruiniert. Größte Gefahr, schiefes ansetzen oder Öl, welches am
Öleinfüllstutzen vorbei in die Kerzenbohrung läuft.
Na ja, soll's jeder machen, wie er will,
bei mir funktioniert es prima.
Frohes Schrauben
Klaus