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" How to - Felgeneintragung " Part 2 (Allgemein)

slide, Thursday, 25.07.2013, 01:18 (vor 4816 Tagen) @ slide

Stufe 1
- Passt der Lochkreis an mein Fahrzeug?
Im Falle des E28 wäre dies 5x120
- Stimmt das Mittelloch der Felgen mit dem Absatz auf der Bremsscheibe meines Fahrzeugs überein?
Im Falle des E28 ist das 72,6mm.

Nun ist die erste Hürde genommen, aber erst, wenn alle folgenden Kriterien überein stimmen, ist die Felge eintragungsfähig.

Stufe 2
- Ist es möglich mit dieser Felge in Kombination mit einer gängigen Reifengröße eine annähernd gleichen Umfang zu erzielen, wie mit der orginalen Rad - Reifenkombination?
Im Falle des E28 wird 195/70 R 14 als Referenz für den Reifenumfang genommen. Ziel ist es keine teure Tachoangleichung vornehmen zu müssen.
Nun ist der Umfang dieser Kombination zu berechnen.
Formel:
U = 2 * Pi * r
Dazu muss zunächst die Unbekannte r herausgefunden werden
Formel:
r = r felge + h Reifenflanke
1.) r felge = d felge * 1/2
2.) d felge = 14 zoll * 25,4mm/zoll = 355,6mm
=> r felge = 355,6mm * 1/2 = 177,8mm
3.) h Reifenflanke = 195mm * 70 %
=> h Reifenflanke 195 * 0,7 = 136,5mm
==>> r = 177,8mm + 136,5mm = 314,3mm
===>>>
U = 2 * 3,141592 * 314,3mm = 1976,69mm
Dieser Umfang muss mit der neuen Rad - Reifenkombination wieder erreicht werden mit einer Toleranz von +1% und -4% sein (laut meinem Herrn vom TÜV).
Zum Verständnis, sobald der Umfang größer wird, legt man bei einer Umdrehung mehr Weg zurück => Der Tacho zeigt also weniger an als man wirklich gefahren ist, weil er ja den kleineren Umfang erwartet hat. Am besten mal bei 2 bis 10 Bier durch den Kopf gehen lassen.
Beispiel 205/55 R 16:
U_neu = 2 * Pi * r
r = r felge + h Reifenflanke
1.) r felge = d felge * 1/2
2.) d felge = 16 zoll * 25,4mm/zoll =406,4mm
=> r felge = 355,6mm * 1/2 = 203,2mm
3.) h Reifenflanke = 205mm * 55 %
=> h Reifenflanke 195 * 0,55 = 112,8mm
==>> r = 203,2mm + 112,8mm = 315,95mm
===>>>
U_neu = 2 * 3,141592 * 315,95mm = 1985,17mm
====>>>> der Umfang hat um 0,43% zugenommen = Eintragungsfähig!

Stufe 3
Gehen wir davon aus, dass bis jetzt alles passt. Nun weiß der Herr TüV aber noch nicht was er überhaupt eintragen soll. Prinzipiell muss Ihm die Frage beantwortet werden: "Hält Ihre Felge den Belastungen Ihres Fahrzeugs aus?"
- Welche zulässige Traglast haben meine Felgen?
Hier gilt es einfach die BMW Teilenummer an die BMW Kundenberteuung zu senden mit der Bitte ein Festigkeitsgutachten / Traglastgutachten an die genannte Emailadresse zu schicken. Explizit sollte die "zulässige statische Traglast" vermerkt sein.
Diese statische Traglast muss mindenstens der eingetragenen Achslast*1/2 = Radlast entsprechen.
Beispiel:
BMW Email => "statische zulässige Traglast felge 1234567 = 600 Kg"
Achslast vorne des Fahrzeugs nach Zulassungsbescheinigung Teil 1 unter 7.1 = 900 Kg Radlast = Achslast* 1/2 = 900 Kg + 1/2 = 450 Kg
==>> Die gewählte Felge darf benutzt werden.
Hier gilt schon ansatzweise die Fausregel "Klappt aufm 7er, also müsste es beim 5er klappen." Jedoch muss hier immer auf die genauen Werte der Lasten geachtet werden.

Stufe 4
Der nächst Schritt betrifft die Reifen. Der Herr vom TÜV möchte wissen, ob die Reifen auch der Last und der Geschindigkeit des Fahrzeugs gewachsen sind. Dazu folgende Anmerkungen:
- Hat mein Reifen die nötige zulässige Traglast für mein Fahrzeug?
Dazu einfach mal die genaue Bezeichnung heranziehen.
Beispiel:
205/55 R16 91V
Die "91" sind der Lastindex des Reifens und verweisen durch folgende Tabelle auf die zulässige Traglast in Kg http://de.wikipedia.org/wiki/Tragf%C3%A4higkeitsindex.
Hier sind die 91 = 615 Kg Last pro Reifen, was bei einer Radlast von 450 Kg nach obigem Beispiel wiederum in Ordnung wäre.
- Ist der Reifen Hochgeschindigkeitssicher?
Zur Beantwortung dieser Frage dient der Buchstabe "V" auf dem Reifen und kann nach Tabelle http://de.wikipedia.org/wiki/Geschwindigkeitsindex entschlüsselt werden.
Hier V = 240 km/h . Ist mein Fahrzueg z.b. nun mit 198 km/h eingetragen, wäre auch diese Stufe geschafft.
- Darf ich meinen gewählten Reifen überhaupt laut Hersteller auf meiner Wunschfelge fahren?
Hier empfiehlt es sich einfach mit dem Reifenhersteller Kontakt aufzunehmen. Einfach eine Email oder der gleichen mit der genauen Größe der gewünschten Felge und der gewünschten Reifengröße mit der Frage: "Geben Sie diese Reifen für meine Felgengröße frei?"
In meinem Fall hat Uniroyal sehr schnell mit einem Gutachten geantwortet http://www.uniroyal.de/generator/www/de/de/uniroyal/reifen/themen/service/reifenfreigab...

Stufe 5
Den Radschrauben sollte zusätzliche Beachtung geschenkt werden. Faustregel hier: Mindestens 4 Umdrehungen sollte die Schraube schon beim befestigen rein gehen. Mein Altmeister meinte stehts "Ein mal Durchmesser langt". Form der Radschraube beachten (E28 = Kegel).


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