16er Kreuzis
Auch ich will hier niemanden schlecht machen.
Es gibt nach wie vor Firmen, die das professionell betreiben und denen ich das vertrauen würde. Kenne ich ja auch und lasse jedes Jahr ein/zwei Sätze dieser Räder für meinen Fundus aufbereiten.
Nur sind diese Firmen oder vielmehr Kleinstfirmen sehr dünn gesäht und man erkennt ihre Qualität erst später. Deshalb habe ich ein paar Tips dazu gegeben, um wenigstens die schlimmste Sorte auszusortieren.
Meine Lieblingsfelge ist die RS061, 8x16 ET 20. Von der habe ich etliche Sätze in Betrieb, entweder noch neu oder aufbereitet.
Mal so ein paar tolle Dinger aus'm IBÄH:
- verchromte originale Schrauben. Gab es nicht ab Werk, wird aber vorgegaukelt. Die gebrauchten Schrauben werden gerne gesammelt, sauer verchromt und wieder verkauft. Da ist richtig was verdient. Wer dann mal diese Dehnschrauben (!!!) mal wirklich an die Grenzen treibt, wird sich wurden... sie reissen. Bis zu 50% Ausfall sind eine lebensbedrohliche Quote. Wasserstoffversprödung, echt mal ausprobiert.
- es werden auch M6 Schrauben mit M7 gemischt. Klasse... sieht von aussen gleich aus.
- vergoldet: nix Gold. Das ist dieselbe Beschichtung wie bei den goldenen Titanbohrern. Naja, wenigstens halten die besser und reissen nicht gleich
- Felgensterne werden gerne vertauscht oder sogar umgestempelt, kein Witz. Da wird eine RS006 zu einer RS061 umgestempelt. 6mm Differenz in der ET ist nicht erwähnenswert.
- Felgen werden umgeschüsselt. 2" Betten statt 1,5", wird gerne nicht genannt.
- Ersatz Aussenbetten gibt es als entlacktes Original, neue Repro eines bekannten Herstellers (Werbung mach ich nicht...) und als Asien Repro Schrott. Fast nicht auseinander zu halten.
- Zum Lackieren hab ich ja schon was gesagt. Doppelungen lackiert man nicht. Man sieht das an der Mutter auf der Innenseite. Die Mutter wird sowieso nur selten ersetzt (warum wird da gegeizt?), dann sieht man aufgewölbten, geplatzten Lack rund um die Mutter. Mörderisch, diese Mutter wird sich lösen. Nicht ob, sondern nur wann. Sie wird aufgehen und plötzlichen Druckverlust machen. Genauso wird es den Lack zwischen Stern und Bett langsam zerreiben und alle Schrauben langsam lockern.
- Die Felgen werden meistens viel zu dick lackiert. Auch wenn die Doppelung abgeklebt wird, an der Innenschüssel gibt es dann an der Mutter Probleme.
- Der Stern ist geschmiedet. Es gibt Leute, die beizen das sauer ab. Strahlen ist ok, auch wenn das Gewinde dabei draufgeht, aber wenigstens bricht's nicht.
- Nett sind Umschüssellungen, auch schon gehabt. Beworben mit mehr Einpresstiefe oder garnicht erwähnt. Dann passt keine Nummer mehr. Dann trägt der Stern mit einer RS005 (7x16) ein 6 Zoll Innenbett einer RS006. Auch das haben "Fachfirmen" geschafft. Geile Sache beim TÜV...
- Normale Aufbaufolge ist Aussenbett-Stern-Innenbett. Es gibt Hamperer, die bauen Aussenbett-Innenbett-Stern. Damit wandert die Felge optisch nach aussen. Geiler Effekt ist, dass dann der Stern am Innenbett an einem Radius anliegt und noch dazu hohl. Das zieht man dann kräftig an und drückt das zusammen. So gekauft von einer "Fachfirma". Die Innenbetten hatten dann alle eine umlaufenden Riss und waren deformiert.
- Die "frisch polierten" habe ich dann mal vermessen lassen. 1mm unterhalb der Mindestdicke von BBS, fast 3mm dünner als ein neues Aussenbett. Die Senkung rund um das Ventil war weg, das Loch war fast 1,5mm eiförmig. Aber geglänzt ham' die Dinger. Kann man nur noch in die Tonne treten.
Geh zu einer Firma, die das richtig macht. Schau dir ihre Musterstücke an und bei RS Felgen haben die immer was da... sind ja sehr dekorativ. Es sind auch immer Räder von Kunden da, schau da hin. Dann sieht man schon, was der Laden kann.
Es gibt große Reifenhändler/Läden, die nehmen das an und vergeben es an einen Unterlieferanten, vielleicht so eine Bastelbude. Mach das nicht! Lass dir den Namen nennen, es ist bei den RS echte Vertrauenssache!