Re: @ all dieseltuners (Allgemein)
Als Antwort auf: Re: @ all dieseltuners von BGL-28td am 29. April 2007 21:16:11:
Hallo Tom,
wie man so schön sagt: Grau ist alle Theorie... Beim Diesel stimmt das sogar in ganz besonderem Maße. Ob sich die Zerstäubung des Kraftstoffes bei einer Erhöhung des Einspritzdruckes verbessert, lässt sich nicht ohne weiteres vorhersagen. Es lässt sich noch nicht mal sicher vorhersagen, ob sich der Spitzendruck durch die geänderten Düsen mit vergrößerter Bohrung im Düsenstock verringert. Letztlich bleibt es ein schwingendes System mit all seinen kleinen Gemeinheiten wie rücklaufenden und reflektierten Druckwellen, Kavitationsneigungen und Schwingungen in allen Leitungen, Ventilen und Federn. Sowas lässt sich noch nicht einmal vernünftig berechnen. Weshalb die Theorie eben auch grau ist. Also probieren!
Der Hochdruckteil der R500 wäre allemal ein guter Versuch, die Einspritzzeit durch die steilere Steigung des Nockenrades merklich zu verkürzen. Ob der Schwarzrauch dadurch abnimmt, steht aber auf einem anderen Blatt. Ich vermute, eine solche Einspritzpumpe wird derartig veränderte Eigenschaften aufweisen, daß sie sich kaum noch mit der alten Standardpumpe vergleichen lässt. Zumindest die alte Grundeinstellung wie Du sie jetzt fährst findest Du kaum je wieder, weshalb die Vergleichbarkeit auch sehr eingeschränkt ist. Aber vielleicht läuft's besser.
Mir ist die Bastellei ehrlich gesagt zu heftig, dafür kommt man an die Pumpe viel zu schlecht dran. Ich breche mir regelmäßig die Finger daran, wenn sie mal wieder raus muß und gebe zu, daß es mir völlig schleierhaft ist, wie man eine Messuhr da unfallfrei antüddelt. Bei dem Gewirr an Rohren und Leitungen ist das ja eine Strafarbeit für Masochisten. Allerdings ist's bei mir wegen der Kühlwasserleitungen für den Pflanzenöl-Wärmetauscher und dem knapp 40cm langen Caterpillar-Dieselfilter auch noch um einiges schlimmer. Da fällt echt keine Schraube mehr zum Boden.
Bezüglich des Düsenöffnungsdrucks haben wir einige Experimente angestellt. So sind beispielsweise DÖDs bis 300bar (mit Pflanzenöl) ausprobiert worden, die aber mehr Probleme (Sägen, verringerte Volllastmenge, harter Gang des Motors...) bringen als sie beseitigen. Weder die (subjektiv empfundene) Abgasqualität verbesserte sich oberhalb von 200bar, noch Laufverhalten oder Leistung. Alles wie gesagt mit Pflanzenöl. Wie's bei Betrieb mit reinem Dieselkraftstoff ausschaut, weiß ich nicht. Der Standard-DÖD beim TD beträgt meines Wissens übrigens 155bar.
Die Zerstäubung sollte sich (jaja: theoretisch) bei erhöhten Einspritzdrücken verbessen. Allerdings wird sich wie Du schon ganz richtig erwähntest der Einspritzdruck eher verringern, wenn der Öffnungsquerschnitt der Einspritzdüsen vergrößert wird. Genaue Daten zu den DN0SD318 liegen mir jedoch nicht vor, so daß ich nicht abschätzen kann, in welchen Größenordnungen sich das Geschehen abspielen wird. Da die Düsen in einem ähnlichen Motor aber einwandfrei funktionieren, wird der Unterschied m.E. nur sehr gering sein. Bitte berichte, wenn Du die neuen Düsen eingebaut hast.
Eins noch zum Förderbeginn: Ich bin der Meinung, daß die "gefühlte" Einstellung des FB sich bei unseren alten Wirbelkammermotoren besonders gut eignet, um die viele Eigenheiten des jeweiligen Motors optimal zu berücksichtigen. Besonders bei gröberen Abweichungen vom Serienzustand (Einspritzdüsen, DÖD, Kraftstoff, max. Ladedruck, Verdichtung...) erscheint mir die Einhaltung eines vorgegebenen FB einigermaßen sinnlos. Wichtig sind Laufverhalten im Leerlauf, beim Beschleunigen, unter Teil- sowie Volllast und das zugehörige Abgasverhalten. Es erscheint mir unmöglich, mit einem fest vorgegebenen Wert nahe genug an ein erreichbares Optimum heran zu kommen, weshalb ich diesen Versuch gleich komplett unterlasse.
Viel Erfolg, Tom
Servus Tom,
danke erstmal für die Tipps. Vielleich bringen die anderen Düsen wirklich nichts, aber Ruß ist ja bei meinem derzeitigen Setup eh kein Problem. Wenn ich die Leistung erhöhe rußt er ohnehin nur im Bereich 2000-2500/min, wessen ich auch mit dem Mega-Regelweg meiner LDA (hatte die Madenschraube der LDA letztens in der Drehmaschine) zur Zeit nicht beikomme. Dieses Problem werd ich auch nicht mit anderen Düsen nicht lösen können, denn hat er ersteinmal vollen Ladedruck sieht man auch mit den jetzigen Düsen sogar als direkter Hintermann keine Fahne aus dem Endrohr.
Aber nachdem ich meinem tdA eh neue Düsen gönnen sollte probier ich einfach mal auf 160bar DÖD eingestellte 318er aus. Wer weiß, vielleicht bau ich mir mal so eine Pumpe mit HD-Teil von einer R500?
Das mit dem Förderbeginn ist schon klar, Du als Pölfahrer musst da mit dem Förderbeginn quasi spielen, bis die Maschine optimal läuft, ich werd aber trotzdem die Messuhr anbauen damit ich weiß wo ich bin. Auf das extreme Frühverstellen des FB reagiert laut unseren hiesigen Bosch-Dienst Inhabers jeder Motor mehr oder weniger empfindlich. Einige Ölbrennern ist es dabei sogar egal, ob man sich beim Zahnriemenauflegen um einen Zahn vertut, anderen werden bei ein paar 1/100mm Kolbenhub mehr gleich abartig laut und neigen wieder mehr zum Rußen (wobei sich Letzeres mit der Theorie ja gehörig beisst).
Rein theorethisch ist es aber vielleicht gar nicht gesagt, dass die neuen Düsen irgendwas helfen, sie öffnen zwar erst später, der Spitzendruck (und vor allem der mittlere Einspritzdruck) wird wegen des grösseren Durchlasses aber vermutlich unter dem des mit den alten Düsen erreichten sein. So wird die Zerstäubung eher schlechter, oder hab ich da einen Denkfehler eingebaut???
Gruß, Tom