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Bild des Tages

Re: Danke... (mit Bild) (Allgemein)

FJB, Saturday, 12.01.2002, 20:14 (vor 8850 Tagen) @ PKW


Als Antwort auf: Re: Danke... (mit Bild) von PKW am 12. Januar 2002 12:33:20:

<center>http://www.classicdriver.de/upload/images/_uk/10961/img01pop.jpg</center>

Hi!

Der Lack sieht auf dem Bild ganz gut aus.
Radlaufverzierungen sind immer suspect, aber das weißt Du, eh klar ("Was steckt dahinter?" "Aus welcher Motivation wurden sie angebracht?"). Kotflügel sind bei BMW noch als Originalteile erhältlich - zumindest war das noch bis vor 5 Jahren der Fall. Auch Schwellerersatz ist kein Problem und billig.

Die Wahrheit zeigt sich aber, wenn Du nicht die Kotflügel, sondern eben die Radhäuser beurteilst.
Beim E3 ist da wie folgt vorzugehen:
1.) Taschenlampe zur Besichtigung mitnehmen.
2.) Im Motorraum auf die beiden vorderen Federdome geschaut. Das Blech um die drei Schrauben, die jeweils ein Element halten, sollte jungfräulich sein. Sichtbare Blechflicken oder Blasen sagen: Hier wird's bald einmal teuer werden. Oder mit vernünftigen Geldmitteln irreparabel.
Hörbare Dämpfung (<Kitt!) beim Klopfen mit dem Finger: Detto!
3.) für linkes vorderes Radhaus Fahrerhandschuhfach (das kleine unterhalb des Lenkrades links) aufgemacht, die Kulissen beiseite geschoben und mit der Taschenlampe aufs Blech geschaut: Wenn hier keine Löcher, schon 'mal ganz gut; wenn Löcher, dann zwar noch reparabel, aber Bedenken für den Zustand der Dome.
Die Farbe des Bleches ist übrigens bei einem nicht vollständig restaurierten E3 hier immer im Originalzustand/Auslieferungsfarbe.
4.) für rechtes vorderes Radhaus Beifahrerhandschuhfach (dort, wo alle Autos ihr Handschuhfach haben) aufgemacht, wieder die Lederimitation von Kulissenvorhang beiseite geschoben und mit der Taschenlampe aufs Blech geschaut.
5.) Für die beiden hinteren Radhäuser Sitzbank aufgeschraubt, nach vorne gezogen, Rückenlehne an den Seiten unten und unterhalb der Mittelarmlehen mit Schraubenzieher aufgeschraubt und die Vorderseite der hinteren Radhäuser vor allem im oberen Drittel angeschaut: Wenn hier keine Durchrostungen, sehr gut, wenn welche vorhanden, reparabel. Durchrostungen oder Flicken sind aber hier fast mit Sicherheit zu erwarten, außer ein E3 hat eine besondere Historie. Wenn hier angeblich nie etwas gewesen sein soll, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Unwahrheit, oder der body ist echt super.
Durch die Löcher im metallenen Teil der Hutablage können von der Fahrgastzelle aus mit der Taschenlampe die hinteren Federdome und die drei neuralgischen Schrauben aus der Nähe betrachtet werden, so gut man sie eben durch die Löcher sehen kann.
Bevor man die Fahrgastzelle verläßt, können am Boden unterhalb der Sitzbank die Hinterachsaufnahmen begutachtet werden, die aber meist erstaunlich fabriksfrisch aussehen.
6.) Kofferraum öffnen, sich nicht ohne Entfernung der grauen Radhausverkleidungen aus Plastik abspeisen lassen, die meist im Federdombereich gebrochen sind, bedingt durch häufiges Entfernen oder auch infolge des normalen Gebrauches (Reisegepäck).
Wenn diese Verkleidungen entfernt sind, bietet sich ein recht informativer Blick auf die hinteren Anteile der hinteren Radhäuser und vor allem die Dämpferdome: Letztere sollten wiederum jungfräulich sein; an den hinteren unteren zwei Dritteln der hinteren Radhäuser können Flicken oder Durchrostungen vorliegen, die aber reparabel sind. Auch auf Kitt hier achten (Dämpfung bei der akustischen Klopfprobe).
Das ist das Wesentliche. Wenn ein E3 diese Checks besteht, hat die Karosse bestanden. Alles andere ist dann ziemlich secundär; Rost in beiden vorderen Fußräumen am unteren Ende der A-Säulen ist beinahe normal und gut raparabel; die Technik ist überhaupt kein Problem, und auch fehlende oder falsche Teile sind recht billig zu ersetzen.


Der Lack des E3, den Du hier zeigst, sieht aus wie Neulack.
Also wurde vermutlich das ganze Auto einmal gespritzt. Da ist es interessant, was die Radhäuser und der Motorraum sagen: a) andere Farbe (originale?) --> Auto wurde umgespritzt, ist historisch nicht mehr in Auslieferungsfarbe --> Abzug vom Verkaufspreis; b) gleiche Farbe, aber blasser, älter: Wagen wenigstens in Originalfarbe nachgespritzt, aber nicht ganzer body; c) alles gleich: sieht ja fast nach vollständig restauriertem Fahrzeug aus!

Die Räder würde ich um das Geld oder etwas weniger als das, was man dafür im Einzelgebrauchtteileverkauf bekommt, in Abzug bringen oder meinetwegen mitkaufen, wenn der Verkäufer darauf nicth eingeht, und dann verkaufen.
Ich finde sie völlig stillos für einen E3.
Wenn man schon etwas Größerformatiges will, als damals üblich war, dann sind 15"-Kreuzspeichen-Alus von einem E34 zulässig (leicht zu bekommen und billig), weil sie so ähnlich aussehen wie die BBS-Kreuzspeiche, die es zur Zeit des E3 gab, oder - ziemlich teuer und kaum zu bekommen - 16"-Alpinas aus der Zeit des E3 (die es aber vielleicht sogar noch neu zu kaufen gibt - ich weiß das aber nicht so genau).

Die correcte Bereifung für einen stilsicheren E3 sind 14"-195/70 oder 14"-205/70er Alus im 20-Sp.-Radial-("Alpina"; diese sind aber original BMW) oder Kreuzspeichendesign (BBS - das gab's damals schon).
Frühe E3s stehen gut auf den fünfspeichigen ferrariähnlichen Alus der späten 60er, die es auch bei BMW gab (so ähnlich wie auf dem Ferrari-Daytona, der oben zu sehen ist).
Chromradzierkappen für Stahlräder sind sicherlich schwieriger zu bekommen als Alus, irgendwelche anderen (Plastik-) Radkappen sind stillos, weil es das zu jener Zeit nicht gab.

Also - schau Dir das 3.5 Liter-Stück an - ich bin gespannt!

schöne Grüße, FJB.


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