späte 80er als Entwicklungshöhepunkt? (Allgemein)
Als Antwort auf: Diskussion 5er Entwicklunsschritte! von Daniel Muß am 11. Februar 2004 16:26:26:
Hallo Daniel,
ich muß dir in vielen Punkten widersprechen. Da ist zum Beispiel der Spritverbrauch. Vergleiche den DIN-Wert des 525e mit dem 520i E34 bei konstant 120: 7,4l zu 9,5l! In der Praxis siehts noch schlimmer aus: durch das stark angestiegene Gewicht ist der Verbrauch bei stark wechselnden Geschwindigkeiten prozentual noch höher. In einem ams-Test wurde der aktuelle 530i getestet. Testverbrauch:12,9l. Bei annähernd gleichen Fahrleistungen schluckte 1981 ein 528i 12,4l.
Kürzlich konnte ich einen E60 520i probieren. Erster Eindruck: Innenraum aus erschreckend billigen Hartplastik, kein Vergleich zu den beiden Vorgängern mit hochwertigen geschäumten Armaturenbrett. Fahren: Go-Kart-artig, zu harte Federung. Motor muß sehr hochtourig gefahren werden, alles wirkt sehr nervös. Dazu kommen dann scheinbar unvermeidliche Elektronikprobleme.
Ein weiteres Manko: das irrsinnig hohe Gewicht der Autos: da wiegt ein 330d schon mal 1730kg, ein Golf 5 mit Grundausstattung und Vierzylinder Dieselmotor 1430kg oder ein Mercedes E320T 2010kg, unfassbar! Und wie ich von einem BMW Ingenieur erfuhr, kommt das Mehrgewicht schon seit vielen Jahren nicht mehr aus der erhöhten Sicherheit, sondern hauptsächlich aus offenbar tonnenschweren Dämmmatten, z.B. in Türen, um im Showroom ein sattes Türschließgeräusch zu erzeugen.
Meine Meinung: der Höhepunkt deutscher Autoentwicklung war in den späten 80ern. Die Autos waren sparsam, hatten meist schon G-Kat (der Golf 2 meiner Schwester schafft durch ein simples Luftventil die D3-Norm!), waren hervorragend verarbeitet (Vor-Wende-Qualität), hatten keine unsinnigen Ausstattungs-Spielereien, waren langlebig und doch so einfach und sinnvoll konstruiert, dass man viele Reparaturen selber machen konnte.
Heute glänzen wir nur noch durch immer höhere Motor-Leistungen und Ausstattungs-Features, Dinge für die man früher die Japaner belächelte.
Nach der Erfahrung mit einem Audi A4 2.5TDI, der mehr in der Werkstatt stand als er auf der Straße war, fahre ich momentan zufrieden meinen alten Audi 90 im Alltag. 400000km, 16 Jahre alt und nix als normale Wartung verlangend (nein, da war tatsächlich mal ein neuer Kühler und ein hinterer Bremssattel fällig...) und lache über die Besitzer der neuen Nobelschlitten, bei denen es alltäglich ist, Motoren, Getriebe und komplette Bodenbleche (aktueller 3er BMW) zu wechseln...