Re: 200D (Allgemein)
Als Antwort auf: Re: 200D von Nico Hoffmann am 14. Februar 2002 15:07:02:
Hallo Nico,
Erzähl doch mal, was geht denn an diesen Schüsseln kaputt?
Im Prinzip geben bei den Dingern alle Verschleißteile irgendwann mal den Geist auf. Das Problem an der Sache ist paradoxerweise genau die Tatsache, daß so ein Benz eben erheblich länger hält, als andere Autos. Wenn dann mal was kaputt geht, sind die Dinger meist so alt und haben so viele km auf dem Buckel, daß sich eine Reparatur nicht mehr lohnt. Eine wirkliche Schwäche im Vergleich zum E28 ist wohl die Rostvorsorge. Der 123er hat einige Hohlräume, in denen sich die Feuchtigkeit festsetzt. Besonders nett sind die Türleisten unter den Türen, ich habe da fünf Jahre gegenanentrostet, hoffnungslos. Beim 200D vergammeln zusätzlich häufig die hinteren Bremsen, weil sie mit der Motorleistung hoffnungslos überfordert sind.
Bei den Motoren gilt der 2,3 Liter Einspritzer als nicht ganz so unverwundbar, wie der Rest, er neigt zu Schwarzschlammbildung und verschlissenen Nockenwellen. Dafür bietet er aber das beste Preis-Leistungsverhältnis. Der 2,5 Liter Vergaser mit sechs Pötten geht wohl gar nicht mehr kaputt, säuft dafür aber wie ein Loch.
Ich dachte, einen 200D lagert man vielleicht mal vorsichtshalber
alle 500 000 km neu.
Nee, nee, die Diesel halten lang, aber nicht ewig. Wobei man da wirklich sagen kann, daß diese Maschinen sich einiges gefallen lassen. Mein Daddy und v.a. später ich haben nämlich den Fehler gemacht, die Kiste permament untertourig zu fahren. Der erste Motor war nachher so zu, daß mich mal ein anderer 200D mit Anhänger (!) verrupft hat. Die alten Diesel sind nicht übermäßig elastisch und wollen immer hübsch im mittleren Drehzahlbereich gehalten werden, nicht wie eine eta mit Automatik, teilweise knapp über Leerlaufdrehzahl<img src=http://www.clicksmilies.net/sammlung/musik/musik005.gif alt=cool3>. Trotzdem war die Maschine erst bei 354000 endgültig platt, vermutlich weil er einmal Dunst gekriegt hat und sich daraufhin gleich schlagartig der Dreck gelöst hat (Ich bin 26!!!!!). Ich würde so einen alten Dieselzossen auch durchaus wieder fahren wollen, es ist halt inzwischen nur etwas schwierig geworden, so einen zu finden und ihn dann noch bei alltäglichem Einsatz am Leben zu erhalten. Ich glaube, der E28 ist da -noch- um einiges unproblematischer.
In diesem Sinne, Frank