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Meine elenden Widerworte (m. weiterführendem Infomaterial) ;-) (Allgemein)

Diesel, Wednesday, 08.08.2007, 08:00 (vor 7007 Tagen) @ Ulli


Als Antwort auf: Re: Frage zum Rostschutz/Roststopp von Ulli am 08. August 2007 02:34:16:

...billige Wachse neigen zu Rissbildung, dem läßt sich jedoch begegnen indem man das Wachs mit etwas Getriebeöl mischt...

Hmmm...! Mischt sich Wachs mit Getriebeöl? Warum ausgerechnet Getriebeöl? Warum mischen die Wachshersteller verdunstende Lösungsmittel bei und kein Getriebeöl, wenn's besser ist? Nicht das ich's wüsste, aber es bleibt zumindest fragwürdig.

Korrosionsschutzfett bietet guten Langzeitschutz und ist aufgrund guter und bei Wärmeeinwirkung wiederkehrender Kriechwirkung auch für angerostete Hohlräume gut geeignet. Nachteil ist eine etwas komplizierte und bisweilen gefährliche Verarbeitung, da das Fett dazu erhitzt werden muß, und das es im Winter, wenn der meiste Rost entsteht, nicht kriechfähig ist.

Dem unausrottbaren Argument, Korrosionsschutzfett sei schwer zu verarbeiten, möchte ich an dieser Stelle einmal ganz energisch entgegentreten. Die - zugegeben unverschämt teure - Pampe wird auf 100°C erhitzt und dann mittels Pressluftpistole in die Hohlräume gesprüht. Das war's! Was daran gefährlich sein soll, erschließt sich mir nicht. Es ist jedenfalls nicht gefährlicher als Eierkochen. Es ist aber etwas mühevoller als flüssiges Öl zu versprühen. Die bemängelte mangelhafte Kriechfähigkeit im Winter ist übrigens auch am grünen Tisch ersonnen worden: Das Zeug braucht winters nicht zu kriechen, weil es überall vorhanden ist und 4 Monate Dauerfrost bei einem sauber mit Fett versiegelten Fahrzeug nicht ausreichen werden, Lücken in den Schutzfilm zu rosten. Allerdings sollte die Fuhre zwischen der Fett-Anwendung und dem nächsten Winter wenigstens ein mal ordentlich erhitzt werden, damit das Fett auch jeden Riss und jede Spalte erreicht hat. Bei Kälte versprüht und dann kalt belassen nützt es nur wenig. Einmal nach dem Auftrag bis zur Beinahe-Verflüssigung durcherhitzt ist es in Schwellern und Hohlräumen für die nächsten 20 Jahre definitiv unschlagbar.

Öl bietet zwar guten Rostschutz aber schlechten Langzeitschutz, weshalb es häufig angewendet werden muß. Da es hervorragend kriechfähig ist und bleibt, bietet es sich besonders für sehr rostige Bereiche an, und hat den Vorteil, das es keine dicken, schwer durchdringbaren Schichten bildet, die bei späteren Nachkonservierungen stören. Geeignet sind z.B. WD-40 oder auch neues Getriebeöl.

Das Öl kriechfähig sei und bleibe, ist auch so eine Mär. Manches Öl kriecht, anderes nicht. Ausgerechnet Getriebeöl kriecht aber eher nicht. Warum eigentlich schon wieder Getriebeöl? Hast Du von diesem teuren Saft ein Fass zuviel? Also wenn schon Öl, dann Korrosionsschutzöl, aber keins, daß ursprünglich für völlig andere Aufgaben vorgesehen ist. Da wäre es nämlich gänzlich Zufall, wenn es gleichzeitig auch optimal als Korrosionsschutzöl einsetzbar wäre.
WD-40 ist als Korrosionschutz bei Anwesenheit von Wasser darüberhinaus völlig ungeeignet. Man entschuldige meine primitive Ausdrucksweise, aber das Zeug pinkle ich von senkrechten Oberflächen einfach wieder herunter. Also kein WD-40 in die Schweller füllen, das führt zu gar nichts. Es läuft wieder raus und ist dann weg. Und da 5 Liter immerhin 25,- Euro kosten, wäre das rausgeschmissenes Geld.

Einen ganz guten Kompromiß stellt Elaskon dar: auf Seilbahnfett basierend und mit Lösemitteln versetzt, braucht es zur Verarbeitung nicht erhitzt werden, ist trotzdem ausreichend kriechfähig und bietet Langzeitschutz. Bei Wärmeeinwirkung erlangt Elaskon einen Teil seiner ursprünglichen Kriechfähigkeit zurück.
Es ist fähig Wasser zu unterwandern, und läßt sich mit Öl mischen um die Kriechwirkung zu verbessern.
Gruß
Ulli

Das Mittel kenne ich nicht aus eigener Erfahrung, weshalb ich dazu nichts schreiben kann. Allerdings vermute ich, daß die künstliche Verflüssigung durch Lösungsmittel die langfristige Kriechfähigkeit gegenüber Michael Sanders' heiß aufzutragendem Korrosionschutzfett doch negativ beeinflusst. Aber wie gesagt, eigene Erfahrungen fehlen mir dazu.

Ich persönlich gebe mich nur höchst ungern mit Glaubensdingen ab, kann aber von Sanders-Korrosionsschutzfett nur in den höchsten Tönen schwärmen: Es ist sehr teuer, aber langfristig ungeschlagen. Alle unsere Wagen wurden von mir komplett mit Sanders' Fett behandelt und an den behandelten Stellen hat sich nie wieder auch nur eine Spur von Korrosion ergeben. Die älteste unserer Versiegelungen ist nun 8 Jahre alt und noch immer ohne jeglichen Fehl und Tadel.

Zwei in dieser Sache hilfreiche Abhandlungen kann ich noch empfehlen. Mann will ja nicht dumm sterben: <img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/zwinker.gif alt=zwinker>

Rost_auf_Raten.pdf

Hohlraumversiegelung.pdf

Grüße, Tom



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