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Also, folgendes... (Allgemein)

Ulli, Wednesday, 08.08.2007, 17:27 (vor 7006 Tagen) @ Diesel


Als Antwort auf: Meine elenden Widerworte (m. weiterführendem Infomaterial) ;-) von Diesel am 08. August 2007 08:00:34:

Hmmm...! Mischt sich Wachs mit Getriebeöl?

-Ja.
Warum ausgerechnet Getriebeöl?
-Getriebeöl ist gut geeignet, da es Korrosionsschützende Additive enthält. Natürlich gehen auch andere Öle...

Warum mischen die Wachshersteller verdunstende Lösungsmittel bei und kein Getriebeöl, wenn's besser ist?
-Öl ist erstmal kein Ersatz für die Lösungsmittel, und Öl als Korrosionsschutz ist natürlich umwelttechnisch nicht so toll, weshalb sich die Frage schonmal erübrigt.

Dem unausrottbaren Argument, Korrosionsschutzfett sei schwer zu verarbeiten, möchte ich an dieser Stelle einmal ganz energisch entgegentreten. Die - zugegeben unverschämt teure - Pampe wird auf 100°C erhitzt und dann mittels Pressluftpistole in die Hohlräume gesprüht. Das war's! Was daran gefährlich sein soll, erschließt sich mir nicht. Es ist jedenfalls nicht gefährlicher als Eierkochen. Es ist aber etwas mühevoller als flüssiges Öl zu versprühen. Die bemängelte mangelhafte Kriechfähigkeit im Winter ist übrigens auch am grünen Tisch ersonnen worden: Das Zeug braucht winters nicht zu kriechen, weil es überall vorhanden ist und 4 Monate Dauerfrost bei einem sauber mit Fett versiegelten Fahrzeug nicht ausreichen werden, Lücken in den Schutzfilm zu rosten. Allerdings sollte die Fuhre zwischen der Fett-Anwendung und dem nächsten Winter wenigstens ein mal ordentlich erhitzt werden, damit das Fett auch jeden Riss und jede Spalte erreicht hat. Bei Kälte versprüht und dann kalt belassen nützt es nur wenig. Einmal nach dem Auftrag bis zur Beinahe-Verflüssigung durcherhitzt ist es in Schwellern und Hohlräumen für die nächsten 20 Jahre definitiv unschlagbar.

-Heiße Verarbeitung ist nunmal umständlicher, und es haben sich schon einige die Finger dabei verbrannt, daher kann man das schon als Nachteil nennen.
Laut korrosionsschutz-depot zu Sanders:
"Da beim Mike Sander Fett die Kriechwirkung nur im Sommer stattfindet kann es sein, dass sich der Rost in der restlichen Jahreszeit schneller ausbreitet als ihn das Fett stoppen kann."
D.h. für stark verrostete und auch mit abgeplatzten Schutzschichten zugemüllte Hohlräume ist eine reine Fettkonservierung nicht unbedingt optimal.
Im Prinzip muß das Auto in eine Trockenkabine, oder man muß ewig mit `nem Fön rummachen, um einigermaßen sicherzustellen, das alles gut mit Fett durchtränkt ist, was die These einer aufwendigen Verarbeitung untermauert.

Das Öl kriechfähig sei und bleibe, ist auch so eine Mär. Manches Öl kriecht, anderes nicht. Ausgerechnet Getriebeöl kriecht aber eher nicht.

-Falsch! Getriebeöl kriecht ziemlich gut. Mach mal einen Tropfen Getriebeöl auf ein Stück Rost und lass ihn über Nacht einwirken - der Tropfen ist dann weg.
Man muß natürlich nicht die dickste Plörre nehmen, die man kriegen kann...
75'er Getriebeöl von der Bundeswehr ist z.B. gut und mit ca 1,25 Eur pro Liter
auch recht günstig.

Warum eigentlich schon wieder Getriebeöl? Hast Du von diesem teuren Saft ein Fass zuviel? Also wenn schon Öl, dann Korrosionsschutzöl, aber keins, daß ursprünglich für völlig andere Aufgaben vorgesehen ist. Da wäre es nämlich gänzlich Zufall, wenn es gleichzeitig auch optimal als Korrosionsschutzöl einsetzbar wäre.

-Eine Anforderung an Getriebeöl ist Korrosionsschutz. Da im Getriebe Luftaustausch stattfindet bildet sich dort Kondenswasser, und daher muß Getriebeöl vor Korrosion schützen. Es ist also nicht für VÖLLIG andere Aufgaben vorgesehen. Wer Bock hat für spezielles Korrosionsschutzöl sein Geld aus dem Fenster zu schmeißen kann das natürlich tun...

WD-40 ist als Korrosionschutz bei Anwesenheit von Wasser darüberhinaus völlig ungeeignet. Man entschuldige meine primitive Ausdrucksweise, aber das Zeug pinkle ich von senkrechten Oberflächen einfach wieder herunter. Also kein WD-40 in die Schweller füllen, das führt zu gar nichts. Es läuft wieder raus und ist dann weg. Und da 5 Liter immerhin 25,- Euro kosten, wäre das rausgeschmissenes Geld.

-Du pikelst da jedes Öl wieder runter, nur in den Schwellern pinkelt keiner...
WD-40 durchtränkt den Rost tausendmal besser als jedes Fett und bleibt da drin - in saugfähigem Untergrund bleibt es drin, und da sich mit der Zeit auch auf nicht saugfähigem Untergrund eine Schicht aus Öl und Dreck bildet, baut sich auch dort eine Schutzschicht auf, die dann und immer wieder neues Öl aufnehmen kann, und zunehmend besser schützt.

-Elaskon ist das Hohlraum Konservierungsmittel der DDR - es hat sich seit Jahrzehnten bewährt, und erfüllt alle Anforderungen, die an ein gutes Hohlraumkonservierungsmittel gestellt werden.

Ich habe doch Sander's nicht schlecht geredet - ist ja ein gutes Zeug, aber so perfekt wie man lt. mancher Leute Aussagen meinen könnte ist es nun auch nicht.
Wer es gut findet soll es nehmen, aber jemandem, der allgemein nach Möglichkeiten zur Hohlraumkonservierung fragt, berichte ich doch nicht nur von Sander's...

Ich habe hier übrigens noch ein paar Flaschen Elaskon aus DDR Zeiten, die nicht richtig zugeschraubt waren, daher sind die Lösungsmittel längst verflogen.
Trotzdem reicht es kurz mit dem Fön beizugehen oder das Zeug in die Sonne zu stellen, und sofort wird das wieder flüssig...

Gruß
Ulli
P.S.: Hatte ich auf deine Nachfrage hin nicht früher schonmal was zu Getriebeöl geschrieben? Das Getriebeöl gut ist ist doch eigentlich bekannt...



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