Trotzdem! (Allgemein)
Als Antwort auf: Also, folgendes... von Ulli am 08. August 2007 17:27:58:
Klar: Getriebeöl ist mit Sicherheit besser als gar nichts. Das es aber im Vergleich zu anderen Korrosionsschutzmitteln auch nur durchschnittlich gut abschneidet, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Wenn Du andere Erfahrungen gesammelt hast, dann respektiere ich das natürlich, aber schmeisse mein Sanders-Fett deshalb nicht über den Haufen, um nun jedermann stattdessen Getriebeöl als Schwellerfüllung zu empfehlen. Das Argument der Korrosionschutz-Additive ist eigentlich auch keins, das ausgerechnet für Getriebeöl spräche, denn praktisch alle mir bekannten Maschinenöle besitzen - u.a. - eine korrosionsschützende Additivierung. Insofern könnte man also alles draufschmieren oder -sprühen. Was mit Sicherit auch besser wirkt als gar nichts. Nur vermutlich eben weitaus schlechter, als gleich den Platzhirsch zu benutzen. Und das ist nach aller Erfahrung nach Michael Sanders-Fett.
WD-40 taugt - meiner persönlichen Erfahrung nach - im Grunde für gar nichts, außer als "Mehrzweckfluid für den Gebrauchtwagenhandel". Mit 500ml bastelt man aus einer verblichenen Ruine einen handfesten Blender mit dem Schmelz der Neuwertigkeit. Ideal für's ebay... <img src=http://www.bmw-freunde-rhein-main.de/smilies/totlach.gif alt=totlach> Als Kriechöl wie auch als Korrosionsschutz taugt es aber definitiv nix, denn nach spätestens einer Woche unter normaler Witterung ist es wieder verschwunden. Genau so, wie nach einer Woche aus dem WD-40-Blender auch wieder die ursprüngliche hässliche Ente wird. Leider...
Die Schucht-Broschüre (inzwischen ein direkter Nachfolger aus der Familie der Conrad-Kataloge als Toilettensitzungs-Oberschenkelbrecher) kenne ich natürlich auch. Es steht viel drin. Sicher viel gutes, besonders viel Praxiswissen, aber auch gewisser Unfug (wollte man beispielsweise deren verschiedene Material-Anleitungen korrekt befolgen, müsste man Hohlräume wohl im 12-Schicht-System versiegeln...<img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/spitz.gif alt=spitz>). Allerdings ist es ein ausgemachter Unsinn, daß Sanders'-Fett im Winter nicht, oder nur ungenügend schützen würde. Nur muß es - wie bereits ausdrücklich von mir beschrieben - überhaupt erst einmal in alle Poren eingedrungen sein, <u>bevor</u> der Winter einbricht! Um das zu erreichen benötigt man weder eine auf 80°C beheizbare Lackier-Kabine, noch einen Heißluftfön. Man muß nur ganz simpel im Sommer "sandern", was schon aufgrund der geforderten Trockenheit der Hohlräume eine generelle Vorbedingung aller Korrosionsschutzmaßnahmen ist. Dann fließt das Fett auch sogleich in alle Ritzen, was Korrosion sofort beendet. Würde man bei Kälte sandern, ohne eine entsprechende Durcherhitzung vorzunehmen oder abzuwarten, wäre das in etwa damit vergleichbar, als wenn man einen Klotz Butter in den Schweller stellt. Nämlich 100%ig nutzlos, solange Temperaturen unter 10°C vorherrschen.
Wie auch immer: Soll doch jeder reinsprühen was er für sinnvoll hält! Nur finde ich, man sollte beim Tippgeben in Fachforen einen gewissen "Stand der Technik" nicht unterschreiten. Und Getriebeöl als alleiniges Korrosionschutzmittel für PKW-Hohlräume erscheint zumindest mir als ganz klar suboptimal.
Aber natürlich besser als gar nix.
Grüße, Tom