Warum folgt der Montag bloß immer so ABRUPPT auf den Sonntag? (Allgemein)
Als Antwort auf: Lieber Tom... von TOM-BGL am 17. September 2007 09:08:02:
Hallo Namensvetter,
weder will ich Dir blöd kommen, noch Dich in irgend einer Weise bloßstellen. Sowas zu behaupten finde ich schon ziemlich gewagt und es ist mir ein Rätsel, wie Du überhaupt darauf kommst. Ganz im Gegenteil bist Du mir im Grunde ziemlich sympathisch, immerhin kennen wir uns ja auch persönlich von Braunschweig her. Wenn wir dann an anderer Stelle mal wegen Deiner Burnout-Neigungen oder meiner 200D-Schnarchnasen-Natur aneinander geraten, dann muß man das als das sehen, was es ist, nämlich schlicht einen Generations-Unterschied.
Etwas anderes ist es aber, wenn Du (oder andere) technischen Quatsch erzählst. Dann wird Widerspruch wohl noch erlaubt - und erwünscht - sein.
Mal eben dazu:
Ventile reissen nicht sofort ab, wenn nur mal kurz der (gerade!) Kolbenboden mit Anlasserdrehzahl drunterhämmert und in der Folge dann ein Schlepphebel abbricht (beim M21 sind's Schlepp- und keine Kipphebel, auch wenn's hier sehr oft falsch wiedergegeben wird). Ventilteller(!) reissen dann ab, wenn der Ventilschaft bei hoher Drehzahl abreisst und in der Folge das Ventil in den Verbrennungsraum fällt. Beim Benziner hämmert das fast immer schräg angestellte Kolbendach dann das Ventil krumm. Da die Ventile sich in der Führung drehen können, schlägt der Kolben in diesem Fall so lange das Ventil in alle möglichen Richtungen krumm und krummer, bis die Streck- und Festigkeitsgrenzen überschritten werden und der Ventilteller abreisst. Dafür brauchts aber schon ordentlich Drehzahl. Oder einen Kerbriss am Ventilschaft. Beides sehe ich bei der kurzen Prüfung, ob der Motor noch auf allen sechs Zylindern läuft, nicht. Läuft er korrekt, ist nichts verbogen. Läuft er nicht richtig, muß er auseinander. Das die Nockenwelle in Mitleidenschaft gezogen sein kann, ist völlig richtig. Man prüfe natürlich auch mal diese und tausche sie notfalls aus.
Wie viele M20-Motoren mit abgerissenen Ventilen Du an anderer Stelle gesehen hast, spielt in diesem Fall dann auch überhaupt keine Rolle, weil das völlig andere Schadensursachen hat als in diesem Fall. Das kann man nicht vergleichen. Damit vergleichen kann man aber mein Problem, als ich vor Jahren mal nach einer Zylinderkopf-Überholung neue Hydrostößel in unseren 200D eingebaut habe. Da hatte ich nämlich vor dem Aufsetzen und Anziehens des Zylinderkopfes versäumt, die Steuerzeiten korrekt einzustellen, wodurch Kurbel- und Nockenwelle nach dem Anziehen der ZKS bombenfest blockiert waren. Der Kopf wurde also wieder gelöst bis sich die Wellen wieder drehen ließen. Dann wurden die Steuerzeiten korrekt eingestellt und schließlich der Kopf wieder angezogen. Im folgenden Probelauf hatten zwei der vier Zylinder dann leider keine Kompression mehr. Erster Gedanke: Ventile krumm! Also den Kopf wieder abgebaut und die Ventile geprüft. Aber nanu: Alles in Ordnung! Wie das???
Des Rätsels Lösung waren die neuen Hydrostößel, die sage und schreibe 24 Stunden(!) benötigten, um ausreichend tief abzusacken, so das die Ventile wieder korrekt schlossen. Am nächsten Tag war dann auch alles wieder bestens. Ergo: Das zweite Abnehmen des Zylinderkopfes hätte ich mir sparen können...
Um wertvolle Erfahrungen wie diese weiter zu geben, sind Fachforen doch da. Natürlich auch zur Selbstdarstellung der User. <img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/zwinker.gif alt=zwinker> Aber die Technik spielt für mich einfach die wichtigere Rolle.
Ich weiß nicht, womit ich Dich mal so geärgert haben soll, daß Du tatsächlich glaubst, ich wolle Dir irgendwie ehrabschneidend kommen. Warum sollte ich? Also vergrab das Kriegsbeil wieder. Du brauchst es nicht. <img src=http://bilder.parsimony.net/smilies/smile.gif alt=smile>
Eins noch zu "technischem Quatsch": Ich selbst habe hier schon wiederholt technischen Unsinn verzapft. Passiert eben mal! Aber wenn dann jemand kam und mich korrigierte, dann war ich mir auch nie zu schade, meinen Fehler einzugestehen. Ich halte es für einen Charakterfehler, wenn man wider besseres Wissen an seinen nachgewiesenerweise falschen Behauptungen festhält, nur weil man meint, man würde das Gesicht verlieren, wenn man Fehler zugäbe.
Grüße, Tom