Abzieher für Hamsterräder (Markt: Biete und Suche)
Hallo,
die Hamsterräder sind ab und sind dabei zum ersten mal nicht zersprungen. Wobei,
hier wäre es egal gewesen, den Motor hatte schon mal jemand auf (scheinbar zum
Kohlenwechseln) und die Hamsterräder waren bereits kaputt. Der Motor lief
vermutlich noch, ich habe ihn allerdings nicht ausprobiert. Das war vermutlich
ein Fehler, hätte ich vor dem zerlegen eigentlich machen sollen. Beim drehen von
Hand machte der Motor ein oder zwei Umdrehungen und stoppte dann sofort mit einem
Ruck. Die Lager waren also noch nicht fest, aber besonders leichtgängig waren sie
auch nicht. Die Lagerschilder vom Motor habe ich abgenommen (eine Seite war schon
mal ab und nicht mehr mit den Schwalbenschwanzverbindungen befestigt, sondern
verschweisst) und den Motor zerlegt.
Die Gleitlager sind "bierfaßförmig" und sitzen beidseitig in einer Art Pfanne, so
daß sie taumeln können um Fluchtungsfehler auszugleichen. Die recht großen Gleit-
lager hat schon mal jemand als Kugellager nachgebaut, diese Lager waren aber recht
teuer und sind im Augenblick glaube auch nicht zu bekommen. Die Motorwelle hat 8mm,
dafür gibt es Modellbaukugellager mit aussen 12mm. Auf den ersten Blick sah es so
aus, als wenn in dem "Bierfaß" ein Bronzelager eingepresst wäre. Das wollte ich
zuerst auspressen und die Modellbaulager in das Bierfaß hineinpressen. Man hätte
dann den Motor optisch Original wieder zusammenbauen können. Das ist aber eine
optische Täuschung, das Lager ist tatsächlich ein Teil. Grundsätzlich wäre es aber
schon eine Lösung die man ausprobieren könnte, wenn man geeignetes Werkzeug, eine
kleine Drehbank und die nötigen feinmotorischen Fähigkeiten für die filigranen Teile
hat und man das nötige Vertrauen in die winzigen Kugellager aufbringt.
Im ersten Versuch gehe ich aber etwas anders vor. Ich werde auf die Lagerschilde
große 608er Standardnormlager montieren. Die haben innen ein passendes 8mm Loch
für die Motorwelle und haben einen Außendurchmesser von 22mm. Platz ist da genug.
Aussehen tut das vordere Schild so (wie bereits gesagt E23):
Man sieht auch das 608er Lager und ein passendes Lagergehäuse aus der Bucht, was
aussen auf das Motorlagerschild soll. Als nächstes habe ich die 3 Befestigungs-
löcher für das Lagergehäuse in das Motorlagerschild gebohrt. Dazu habe ich das
Lagergehäuse auf den "Lagerschnuzzel" des Schildes geschraubt, wodurch es sich von
selbst zentriert hat:
![[image]](http://www7.pic-upload.de/24.03.13/8b3id47wzj.jpg)
Mit einem 2,5er Bohrer habe ich vorgebohrt, mit 3,2mm für die M3-Schraube endge-
bohrt. Innen auf dem Lagerschild gibt es auch einen solchen "Schnuzzel":
![[image]](http://www10.pic-upload.de/24.03.13/a9jmf7keypn.jpg)
Den wollte ich erhalten, da er insbesondere auf der Kollektorseite das Lager etwas
vor dem Kohlenabrieb schützt. Auf meinem Bild sieht man zwar noch ein beidseitig
gummigedichtetes Lager, aber ich werde versuchsweise erst mal ein nicht so gut, nur
mit 2 Metallscheiben gedichtetes Keramikhybridlager verbauen. Ich erhoffe mir, daß
das leichter und leiser läuft und länger hält.
Es muß in zwei Schritten gebohrt werden. Erst nur durch das vordere Lagerschild.
In der Lagerpfanne ist ein Federstahl, der das Lager fixiert. Dieser verhindert,
das man mit dem Bohrer durchkommt. Man muß deshalb den vorderen "Schnuzzel" ab-
schneiden (er ist dem Kugellager eh im Weg und muß weg) und die Lagerpfanne leer-
räumen:
![[image]](http://www7.pic-upload.de/24.03.13/94ix2448zsuk.jpg)
Dann kann man komplett durchbohren. Nach dem zurechtschleifen sollte es so aus-
sehen:
![[image]](http://www10.pic-upload.de/24.03.13/nas8mw4utd2j.jpg)
Es ist der hintere, bereits fertig bearbeitete und neu eingeschweisste Lagerschild,
da ich vom Vorderen noch kein Bild gemacht habe. Er sieht aber ähnlich aus. Denn
inneren, stehengebliebenen Schnuzzel muß man im Bereich der drei Bohrungen etwas
freiräumen, damit man die Muttern unterbringen kann. Die Lagerflucht will ich noch
durch nachbiegen des Lagerschildes einstellen.
Ende Teil I
Viele Grüße
Ralf