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Abzieher für Hamsterräder (Markt: Biete und Suche)

Ralf518, Saturday, 13.04.2013, 23:52 (vor 4726 Tagen) @ Ralf518

Hallo,

ich habe den defekten Gebläsemotor heute ausgebaut. Ich hatte den
Motor vor ein paar Jahren neu bei BMW gekauft und ziemlich genau
100.000km draufgefahren. Bedingt durch die Klimautomatik läuft das
Gebläse relativ viel. Von außen sieht der Motor noch ganz ordent-
lich aus. Durch klopfen konnte man allerdings riesige Mengen Kohlen-
abrieb aus dem Motorinneren befördern. Die Kohlen waren komplett in
Pulverform übergegangen- Ausfallgrund waren also abgenutzte Kohlen.
Dadurch konnte man den Motor rein gegen den Widerstand der Lager
durchdrehen. Der Motor lief butterweich und geräuschfrei in den
Lagern. Bei meinen E28 werden sie wie gesagt immer schwergängig und
fiepen, obwohl sie annähernd gleich konstruktiert sind.

Ich wollte ursprünglich den Anker mit den gewuchteten Hamsterrädern
in mein überholtes und mit Kugellagern versehenes Gehäuse bauen,
weil die Ankerwelle meines überarbeiteten Motors einen Schlag hatte
und der Kommutator schon ziemlich übel aussah. Ausserdem waren ja
die Hamsterräder meines überholten Motors kaputt. Leider war der
vermeintlich neuere Kommutator meines Motors in einem noch katastro-
phaleren Zustand wie der meines übeholten Motors. Auf dem folgenden
Foto sieht man vorne den unbearbeiteten Anker aus meinem E23 und
hinten den grob mit einer Feile und Schmirgelpapier bearbeiteten
Kommutator des übeholten Motors:

[image]

Hier sieht man den Kommutator noch mal aus der Nähe:

[image]

Alle bisher von mir zerlegten E23 Lüftermotoren sahen am Polwender so
ähnlich aus. Vermutlich ist das Problem Funkenerosion durch den
Lichtbogen an den runtergelutschten Kohlen. Möglicherweise wäre der
Anker zu retten gewesen, wenn man die Kohlen frühzeitig gewechselt
hätte, aber man macht das halt immer erst, wenn der Motor nicht
mehr läuft.

Vom Kommutator des überarbeiteten Motors mußte ich auch extrem viel
abnehmen, aber es blieb noch ein kleines bischen Material. So sieht
der mit einer Feile bearbeitete Kommutator des bislang unbearbeiteten
Motors aus:

[image]

Hier ist klar, daß da nichts mehr zu holen ist, die Furchen gehen
runter bis aufs Isolationsmaterial. Beim E28 sieht der Kommutator
meißt besser aus. Vielleicht haben die E28 anderes Kohlenmaterial
oder die andere Kohlenandrückmechanik stoppt den Motor schneller bei
erreichen der Verschleissgrenze der Kohlen. Ich denke aber auch, daß
die schlechten, heulenden Lager dazu beitragen, den Motor vor der
völligen Zerstörung zu schützen. Bedingt durch das jämmerliche Lager-
heulen baut man den Motor schon auseinander, bevor die Kohlen runter
sind und der Kommutator dadurch zerstört wurde.

Der Rat lautet also die Kohlen präventiv zu wechseln, dann spart man
viel Geld. Mir ist aber klar bewußt, daß das Niemand machen wird.
Mal sehen, vielleicht kann ich Kohlen mit einer "Stopautomatik"
besorgen. In die ist eine Feder mit einem Kunstoffteil eingearbeitet,
welches herausschiesst, wenn die Verschleissgrenze der Kohle erreicht
ist. Das drückt dann die Kohle vom Kommutator weg und stoppt den
Motor, bevor es zu Schäden kommt. Mal sehen, ob es Sowas in dieser
Größe gibt.

Ich habe nun erst mal mein überholtes Gehäuse mit dem ursprünglichen,
schlagenden Anker und dem nicht ganz so schlimmen Kommutator verbaut.
Darauf habe ich dann meine guten Hamsterräder gesteckt, wodurch die
Wuchtung natürlich nicht mehr stimmt. Insgesammt läuft der Motor
aber ganz akzeptabel. Insbesondere bei niedrigen Drehzahlen gibt der
Motor ein Sirren von sich, welches ich noch nicht einem technischen
Problem zuordnen kann (es stammt aber wohl nicht von den Lagern) und
die Unwucht fällt nicht negativ auf. Ab mittlerer Drehzahl verschwindet
das Sirren im normalen Betriebsgeräusch. Nach ein paar Minuten Betrieb,
wird das Sirren auch immer leiser, bis es irgendwann nicht mehr stört.

Fazit, ein insgesamt gelungener Umbau. Gegen den fertigen Anker kann
man halt nichts mehr machen, der Kommutator ist nun mal zu 80% zerstört.
Mal sehen was passiert, wenn die Kohlen richtig eingelaufen sind, zur
Zeit liegen sie ja noch nicht ordentlich an. Vielleicht kann ich noch
einen besseren Anker besorgen. Aber wie gesagt, für die vielen Mängel
läuft der Motor eigentlich erstaunlich gut, kann man so lassen.

Viele Grüße
Ralf


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