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Könnte sein... (Allgemein)

Eric65, Straubing, Tuesday, 26.08.2014, 13:04 (vor 4416 Tagen) @ e28ronny

Hallo Franz,

es könnte sein, dass bei dir mehrere Regelparameter im Kaltstart zu weit aus ihren Fenstern laufen und es zu einer deutlichen Überfettung kommt.

1. Der Zusatzluftschieber muss bei Kaltstart vollständig geöffnet sein...nicht nur so zur Hälfte oder gar ein Drittel. Ist er nicht vollständig geöffnet bei ca. 18 C (Zimmertemperatur) liegt ein Teildefekt vor. Den exakten Wert der Gradscheibe (wie weit offen bei welcher Temp) gibt Bosch für jede Version des ZLS vor. Abweichung=Defekt!

2. Der Benzindruckregeler ist auch ein Defektkandidat! Er benötigt einen bestimmten Saugrohrdruck und damit Motordrehzahl um den Steuerdruck exakt auf 2,5 bar einzupendeln. Zu niedriger oder schwankender Leerlauf hat natürlich sofort einen Einfluß auf die Regelcharacteristik. Dann kann er bei konstantem Leerlauf beginnen zu sägen oder gar durch Dauerüberfettung zu hüsteln.

3. Nachtropfende Einspritzventile können ganz enorme Kaltstartprobleme verursachen. Meist sind nur einzelne Ventile undicht und "tröpfeln" den betr. Zylinder voll, so dass er beim Starten vollständig absaufen kann und der "nasse Zylinder" sogar den Zündfunken löscht. Das nicht verbrannte (nicht gezündete Gemisch) bringt dann auch noch die Lamdasonde (bei Kat mit KLR oder Katnachrüstung) ordentlich durcheinander...

4. Ein defekter Zeitschalter oder Temperatur/Zeitschalter (meist der große Messingfühler mit braunem Verguß)steuert zwei Funktionen gleichzeitig, die Dauer der Abspritzzeit des Kaltstartventils in Abhängigkeit der Kühlmittel/Motortemperatur.
Er arbeitet in der Regel (Bosch) mit einem stromfühlenden Bimetall. Es ist also wichtig, dass keine Korrosion oder schlechter Kontakt (Grünspan, Kupferwurm) in der Kabelleitung zum Einspritzventil ist. Fliest zu wenig Strom, erwärmt sich der Bimetall nicht schnell genug, das Ventil spritzt zu lange ab. Dann wird die Abspritzzeit nur durch die Kühlmitteltemperatur bestimmt und dies dauert viel zu lange. Diese Funktion soll eigentlich nur ein Abspritzen verhindern, wenn der Motor bereits warm ist.

5. Der Luftmengenmesser verfügt über einen Temperaturfühler für die Ansaugluft. Den Ohmwert kann ich dir jetzt nicht genau für deinen Typ sagen, stimmt er aber nicht mit dem korekten Wert (ist lufttemperaturabhängig) überein, ist der LMM defekt. Diesen Fühler kann man leider nicht einzeln tauschen. Die Luftmenge wird über den Temperaturwert analog zur Luftmasse im Steuergerät interpoliert. Fehlt ein Wert, stimmt da nichts mehr. Merkwürdiger Weise hat das oft wenig Einfluß auf das Laufverhalten bei betriebswarmen Motor, oft nur etwas Leistungsverlust, dafür Probleme beim Kaltstart.

Bei Temperaturfühlern, die die Temperatur in einen Ohmwert umsetzen ist auf äußerste Genauigkeit zu achten, ich glaube da dürfen nicht mal 5% Abweichung sein, wird aber bei jedem Sensor extra angegeben. Summieren sich mehrere "geringfügige" Abweichungen, so kann das Ergebnis auch zu einem unbefriedigenden Laufverhalten führen. Man muss dann im Rundumschlag leider mehrere "Abweichler" einfach tauschen.

Hoffe es hilft ein bischen weiter!

Gruß Eric


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